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FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 17.06.2020 08:20
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

Corona hin, Corona her – das Leben nimmt langsam wieder Fahrt auf. Die Pandemie ist zwar noch nicht verschwunden, aber wir müssen jetzt lernen mit ihr umzugehen bis von den Wissenschaftlern ein Ausweg gefunden wurde.

Mit Hygienekonzepten der Veranstalter und auch mit entsprechender Vorsicht der Besucher (Stichworte Eigenverantwortung, Abstand halten, Niesetikette, Hände waschen…) sind auch vereinzelt wieder Konzerte möglich. Meine beiden ersten Versuche seit Pfingsten haben mir gezeigt, dass man derartige Veranstaltungen mit entsprechender Vorsicht besuchen kann.

Am Sonnabend hielt mich demzufolge nichts mehr zu Hause. Im Bürgergarten Döbeln sollte open air die Leipziger Coverband FOUR ROSES spielen. Ein richtiges lautes Konzert mit einer Rockband habe ich zuletzt im Monat Februar erlebt. Jetzt schreiben wir Juni. Da brauchen Ohren, Körper und Seele schon mal wieder eine richtige Kelle klassischen Rock mit einer druckvollen Band und deren handwerklich versierten und publikumsorientierten Musikern. Die 4 rockenden Rosen kamen mir da gerade recht.

Also habe ich meinen treuen und motorisierten Reisewegzurückleger CEEDrik gesattelt und gab ihm auf der Autobahn erstmal ordentlich Kante. Lange ging das aber nicht gut. Ich fuhr geradewegs in den Regen hinein. Das war aber kein leises, gemütliches Plätschern, sondern ein ausgiebiger Starkregen.
Vor meinem geistigen Auge sah ich schon vier rote Rosenblüten als Sinnbild für die FOUR ROSES in einem Bach aus Regenwasser davon schwimmen. Aber stur und tapfer hielt ich Kurs auf Döbeln. Umdrehen könnte ich später bei Bedarf immer noch.

Mein Durchhalten wurde vom Wetter dann auch belohnt. Ich parkte ganz in der Nähe des Veranstaltungsortes und wartete ein paar Minuten ab. Der Regenguss wurde immer schwächer und tröpfelte schließlich aus. Es klarte auf und nach wenigen Minuten konnte ich CEEDrik verlassen.

Der „Bürgergarten“ zu Döbeln liegt in einer schönen Parkanlage mit einem Teich und ist heute Erholungsort und Treffpunkt für Jung und Alt mit Gaststätte und Biergarten. Seine Wurzeln reichen bis an die Anfänge des zwanzigsten Jahrhunderts zurück. Die Abendsonne zeigte ihr schönstes Gesicht als ich mich am Veranstaltungsort umsah. Es schien so, als ob der vorherige Wolkenbruch nie stattgefunden hätte. Ich gönnte mir erstmal eine Bratwurst und ein Kaltgetränk.

Die Mugge war sehr gut besucht, wenn man die Corona-Umstände berücksichtigte. Viele Leute hatten weite Wege dafür zurückgelegt. Neben den Gästen aus Döbeln und Umgebung waren auch Leute aus Berlin, Leipzig, Dresden oder aus der Oberlausitz erschienen. Eine gerade in der Gegend weilende große Meute Biker aus den alten Bundesländern nutzte auch die Gelegenheit dieses Konzert zu besuchen.

Eine kleine Bühne mit einem Pavillon als Regenschutz war bereits komplett für die Mugge vorbereitet. Die Behörden hatten die Veranstaltung offiziell von 18:00 bis 22:00 Uhr genehmigt. Es ging zwar nicht ganz pünktlich los, aber so schlimm war das auch nicht. insgesamt war ich über das Zeitfenster gar nicht böse. Die Band spielte dann aber ausgiebig in 3 Blöcken. Ich schätze die Spielzeit auf ungefähr 3 Stunden.
FOUR ROSES enterten die Bühne und mit „The Road to Hell“ von CHRIS REA startete gleich die Rockparty. Donnerwetter, die Nummer hat mittlerweile auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel und ist immer noch gut.

Die vier rockenden Rosen sind seit Jahren eine Institution in der Livemusikszene und das nicht nur in Leipzig. Die Rockformation FOUR ROSES wurde im Jahr 2001 gegründet und seitdem sind die Jungs auch gut im Geschäft. Normalerweise (also außerhalb von Corona) ist der Terminkalender immer gut gefüllt. Thomas Rosanski, Ingo Paul und ihre Kollegen werden gerne gebucht, weil sie ein Garant für großartige Muggen sind. Egal, wo die Band auftaucht, es geht immer partymäßig ab und musikalisch ordentlich zur Sache.

Während des Konzertes spielten sich die Männer durch die Rockgeschichte von den 60er Jahren bis in die heutige Zeit.
Die Männer waren sichtlich froh, wieder vor „normalen“ Publikum zu spielen. Ihr letztes Konzert war am 30. Mai ein „Autokino“-Auftritt am Stausee Kelbra. Das war für die Jungs das erste Konzert vor einer Front von blinkenden, hupenden Blechkarossen. Aber hier in Döbeln durften sie wieder in die Gesichter ihrer Fans schauen.

Ich hatte das Ensemble ein paar Jahre nicht mehr live erlebt, aber ich war sofort wieder gefangen von der Spielfreude, dem musikalischen Druck und dem sauberen Handwerk der Männer.
Während ich mich noch über die ersten Klänge freute, war Bassist Ingo Paul schon mit seinem Tieftoninstrument im Biergarten unterwegs. Ich mag so etwas. Näher dran kann ein Musiker seinem Publikum nicht sein.

„Hey Joe“ von JIMI HENDRIX rückte das dienst- und altersmäßig jüngste Bandmitglied Robert Simon gleich mal in den Mittelpunkt. Robert ist seit dem Ausstieg von Heiko „Flecke“ Flechsig der neue Leadgitarrist von FOUR ROSES. Nein, Robert ist kein neuer „Flecke“ und das ist gut so. Der junge Mann hat, wie jeder gute Gitarrist, seine eigene Handschrift an den 6 Saiten und er machte seine Sache im „Bürgergarten“ ausgesprochen gut. Obwohl er erst Anfang 20 ist, kann er schon auf umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Bands und Ensembles zurückgreifen. So spielte er bereits in Bands wie ROCKAMBULANCE, TIMELESS ROOM oder auch in der Bigband „SWING IT“ des Schuhmann-Konservatoriums Zwickau. Er ist also nicht nur ein Rocker, sondern vielseitig unterwegs.
Später trat er auch noch als Gesangssolist in Erscheinung. Unter anderem war das bei dem Song „Creep“ von RADIOHEAD und bei „Voodoo Child“ von JIMI HENDRIX. Ansonsten unterstützte er seine Band auch als Backroundsänger.

Übrigens beteiligen sich bei der Leipziger Band alle Musiker am Backroundgesang. Auch das macht den Sound von FOUR ROSES so satt und angenehm.
Den Hauptanteil der Lieder sang erwartungsgemäß Frontmann Thomas „Rose“ Rosanski. Mit seiner wandelfähigen Stimme und seiner Ausstrahlung ist er ein Fronter par excellence. Zeitweise spielte er auch Gitarre und bei „Jede Stunde“ von KARAT auch mal Mundharmonika. Thomas sang unterschiedliche Nummern wie „Sultans of Swing“ von DIRE STRAITS, TOM PETTYs „Runnin‘ Down A Dream“ oder „Anybody Seen My Baby“ vom 1997er ROLLING STONES-Album „Bridges to Babylon“ und das alles klang harmonisch, authentisch und rund.Der FOUR ROSES-Gründer war Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts bei bekannten Metalbands wie COBRA und METALL. Letztgenannte Kapelle ist übrigens wieder aktiv. Heute kann man Rose neben FOUR ROSES auch solo oder mit Verstärkung.

Die RED HOT CHILI PEPPERs waren gleich mit 2 Songs an diesem Abend im FOUR ROSES-Programm vertreten. Eines davon war das Lied „Snow“ mit dem äußerst schwierigen „He ho“-Refrain 😉 Die Rosen sind ja auch bei der Setlist ziemlich flexibel, da sie sich eine Menge Songs aufgedrückt haben und deshalb auch mal ein paar Lieder wechseln.
Die Band machte 2 Getränkepausen während des Gigs und diese Auszeiten wurden angenehm kurzgehalten.

Auch der Dicksaitenspieler Ingo Paul durfte bei 2 Liedern ans Hauptgesangsmikrofon und machte auch da eine gute Figur. Einer dieser Titel war „First we take Manhattan“ von LEONARD COHEN. Weil in dem Text auch die Zeile „then we take Berlin“ vorkommt, widmeten die muszierenden Rosen die Nummer ihren extra aus Berlin angereisten Fans. Ingo ist als Tieftonartist auch eine Granate. Er spielte in Döbeln wieder druckvoll, dynamisch und brachte die tiefen Töne auf den Punkt. Zusammen mit Henri Dassler bildete er eine phantastische Rhythmusfraktion. Bass und Schlagzeug harmonierten fast wie ein Uhrwerk mit dem Unterschied, dass die ganze Sache von Menschenhand erfolgte und dazu auch noch ordentlich groovte.
PAUL spielte früher in Bands wie PAUL’S ROCK-AG (zu DDR-Zeiten eine der sogenannten anderen Bands) oder der Bluesrock- und Southern Rock-Band DR. JENZZ. Er ist heute neben FOUR ROSES auch noch als Gitarrist/Sänger im Duo TAKE IT NAKED aktiv.Drummer Henri Dassler ist seit dem Jahr 2007 der Taktvorgeber bei den Rosen. Er trommelte zuvor unter anderem bei den Bands FLASHBACK und JAMBOREE du bei TINO STANDHAFT

PINK FLOYDs „Another Brick in The Wall“ führte geradewegs in eine Pause. Trotz der beiden kleinen Auszeiten konnten die FOUR ROSES-Männer ihren livemusikalischen Stimmungskessel fast durchgehend am Kochen halten. Die beinahe magische Verbindung zwischen den Protagonisten und den Fans/Konzertbesuchern bestand im Prinzip durchgehend die ganze Mugge. durch Musik, Die Ausstrahlung und Arbeit der Musiker inklusive Blicke, Gesten und Bewegungen zahlte sich eben aus.

Was gab es noch so für Songs auf die Ohren? „Are you gonna go my Way“ von LENNY KRAVITZ, “Still Haven`t Found What I´m Looking For“ von U2, WHITESNAKE war auch dabei.
Auf Wunsch ihrer Berliner Fans donnerten FOUR ROSES ein phatastisches „Perfect Strangers“ in den Abendhimmel. Auch ohne Keyboards kam diese DEEP PURPLE-Nummer vom Sound her voll und kräftig herüber. Das einleitende Intro spielte Robert auf seinen 6 Stahlsaiten. Die Gitarren übernahmen wie selbstverständlich die markanten Keyboardlinien, wie bei anderen Songs auch.
„Heroes“ von DAVID BOWIE war auch noch dabei. Die Band orientierte sich bei ihrer Interpretation mehr an MOTÖRHEAD als am Original. Für mich war das ein Ohrenschmaus. Zum Ende hin sang Thomas Rosanski einige Zeilen auch in der deutschen Version, die wir zum Beispiel auch von RENFT kennen.

Eine kleine Ostrockrunde fehlte auch nicht. Den Anfang machte „Jede Stunde“ von KARAT. Hier zeigte Rose auch sein Können an der Mundharmonika.
CITYs legendärer Hit „Am Fenster“ elektrisierte das Publikum förmlich und Youngster Robert Simon zeigte allen mal was eine Stahlsaiten-Harke ist und wie man mir ihr „geigen“ kann. Das war schon großes, großes Ohrenkino. „Weißes Boot“ von den ROTEN GITARREN war zwar nicht so mein Fall, aber die Männer brachten die Nummer mit einem kräftigen Augenzwinkern an den Mann bzw. die Frau.

Aber langsam rannte den Leuten die Zeit davon, denn die Mugge war lediglich bis 22:00 Uhr genehmigt. Aber für ein traditionelles irisches Volkslied reichte es auf jeden Fall noch. Natürlich rede ich hier von „Whiskey in the Jar“, welches durch die DUBLINERS bekannt wurde, und unter anderem von THIN LIZZY gecovert wurde. Die vier rockenden Rosen orientierten sich aber mehr an der METALLICA-Version des Titels.

Für mich war an dieser Stelle dann aber Schluss und ich rückte ab zu meinem CEEDrik-Mobil, um die Heimfahrt nach Ostsachsen anzutreten. Es war eine freie und problemlose Fahrt. Nur in der Ferne leuchteten ab und zu die Gewitterblitze. Diese schaurig-schöne Himmels-Lichtorgel begleitete mich fast die ganze Strecke.

Gruß Kundi

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RE: FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 17.06.2020 08:34
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

Fotos Teil 2.

Gruß Kundi

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#3

RE: FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 17.06.2020 08:44
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

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#4

RE: FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 17.06.2020 08:59
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

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#5

RE: FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 17.06.2020 09:08
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

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#6

RE: FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 22.06.2020 09:19
von genitiv64 | 187 Beiträge | 430 Punkte

Ich habe es z.B. auch nicht mitbekommen, dass da am 13.06.2020 "Four Roses" gespielt haben. In dem Wald hinter dem Bürgergarten war die alte Freilichtbühne von Döbeln. Dort habe ich in den 1970´ern mal CRB - Cäsars Rock Band erlebt. Oder war es Anfang der 1980´er, das weiß ich nicht mehr so genau. Was ich noch genau weiß, ich bin mit dem Fahrrad hingefahren und hatte kein Schloß am Fahrrad. Da habe ich es hinter einem Busch abgestellt, in der Hoffnung, das es da bleibt. Und das Fahrrad war noch da.

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#7

RE: FOUR ROSES am 13. Juni 2020 open air am "Bürgergarten" Döbeln

in Konzertberichte 2020 22.06.2020 11:12
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

Lieber Andreas,

das von dir angesprochene Konzert von CÄSARS ROCKBAND kann frühestens im Jahr 1983 gewesen sein.
Bis dahin war er nämlich noch Mitglied von KARUSSELL.

Gruß Kundi


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