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DIE OSSIS & Gäste am 06. Juni 2009 zum Spitzenfest im Parktheater Plauen

in Konzertberichte 2018 und älter 01.06.2020 21:32
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

Bevor ich mich aktuellem Missionsmaterial zuwenden kann, möchte ich gerne noch diesen Vorgang hier abschließen.
Ich habe bei meiner Stöberei noch Bericht und Fotos eines Konzerts im Parktheater Plauen gefunden. Es ist wieder eine für mich besondere Seite aus meinem persönlichen Muggenpilgerbuch. Wir begeben uns dabei gedanklich in das Jahr 2009 zurück und zu einer Mugge der OSSIS mit 3 Gastsängern.

Damals lebte Beathoven noch. Ich hatte ihn seit dem Jahr 2005 immer wieder bei den OSSIS gesehen und gesprochen. Ab 2009 konnte man ihn auch wieder mit ROCKHAUS erleben. Carsten „Beathoven“ Mohren war ein sympathischer Mensch und ein begnadeter Musiker. Leider war seine Lebensuhr bereits am 31. Januar 2017 abgelaufen. Carsten Mohren hatte den Kampf gegen den Krebs verloren.

Auch Gastsänger Michael Barakowski (23.12.1954 - 18.Januar 2018) weilt leider nicht mehr unter uns. Bei einem Kankenhausaufenthalt mit Operation wurde er mit multiresistenten Keimen (sogenannte Krankenhauskeime) infiziert. Den Keimen war mit ärztlichen Mitteln nicht beizukommen und Michas Körper hatte auch keine Kraftreserven, um diese Keime zu besiegen. Es kam zum Organversagen und zum Exitus.

Ich habe Michael Barakowski ein paar Mal in meinem Lebenl ive gesehen und habe ihn auch gesprochen. Am Rande einer Mugge der OSSIS in Spremberg kam er zum Beispiel von einem Auftritt in der Nähe vorbei, um den OSSIS zu lauschen und mit ihnen in der Pause auch ein paar Worte zuwechseln. Das muss im Jahr 2008 gewesen sein. Der Mann mit der markanten Reibeisenstimme gab in seinem Leben Bands wie PERL, SMOKINGS ROCKSHOW, BARAKOWSKI & FREUNDE ein Gesicht und eine unverwechselbare Stimme.

Durch das Hervorkramen dieses Berichtes möchte ich euch diese beiden Musiker auch wieder mal ins Gedächtnis rufen bzw. damit auch zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

Bitte beachtet bei den Zeitangaben im Text, dass sie den unveränderten Stand von damals haben. Auch wenn dieser Bericht sich etwas unbeholfen liest und die Fotos ebenfalls nicht so toll sind, so sind es doch genau solche Erlebnisse, Gefühle und Eindrücke, die unbedingt zu meinem Muggenpilger-, Konzertnomaden und Konzertgänger-Leben gehören. Vielleicht mögen sich ja auch einige Leserinnen und Leser mit mir erinnern.


Das Wetter war nicht gerade einladend, als wir gestern auf der Autobahn Richtung Plauen fuhren.
Strömender Regen begleitete uns nämlich auf unserer Reise. Doch es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter sondern höchstens unzweckmäßige Kleidung und wir hofften insgeheim auch ein wenig auf Besserung.Wir sollten da auch nicht enttäuscht werden, denn als wir in der vogtländischen Spitzenstadt ankamen schlossen sich die Himmelsschleusen.

Natürlich hatten wir am falschen Ende geparkt, sodass wir erstmal das Gelände des Parktheaters fast umrunden durften bis wir den Eingang zur Parkbühne im Stadtpark fanden.
Da wir keine Festplakette für das Plauener Spitzenfest unser eigen nennen durften löhnten wir pro Nase an der Kasse erstmal 5 Euro Eintritt.
Die Parkbühne selbst bot sich uns als kleine Arena mit vielleicht 2000 bis 2500 Sitzplätzen und einer großen Freifläche dar.
Die Ossis waren gerade beim Soundcheck und wie wir noch auf der obersten Treppenstufe der Treppe standen und den Anblick des Freilichttheaters auf uns wirken ließen, wurden wir von der Bühne her von Bert Eulitz, dem Ossi- Bassisten mit den Worten die Ostrock-Familie ist ja auch hier persönlich begrüßt.

Wie immer waren die Musiker beim Abstimmen ihrer Instrumente und der Anlage sehr gründlich. Auch die 3 Gastsänger beteiligten sich eifrig am Check.
Da ein Monitor den Herren etwas Probleme machte, zog sich die ganze Sache etwas hin.

Doch ein paar Minuten nach 20.00 Uhr schallte das bekannte Ossi-Intro mit dem Nachrichtensprecher durch die Arena. Man hörte die Titelmelodie der „Aktuellen Kamera“ des DDR-Fernsehens und ein paar leicht abgewandelte Politikersprüche bzw. Parolen wie „die Beatmusik in ihrem Lauf hält weder Ochs’ noch Esel auf“ (frei nach dem Spruch des Saarländers Erich H. „den Sozialismus in seinem Lauf…“) oder „es lebe der Bassismus-Gitarrismus “. „Bitte begrüßen sie die verdiente Kapelle des Volkes – die OSSIS.“ Ja, dieses Intro hat was, ich finde es sogar Klasse und sehr witzig.

„Jede Stunde“ von KARAT war für meinen Geschmack nicht so ganz heiße und mitreißende Mugge. Aber ich nahm es als Aufwärmphase für die Jungs und das Publikum.
Mit „Hallo Erde, hier ist Alpha“ starteten DIE OSSIS dann aber ordentlich durch und das knapp 3 Stunden dauernde Konzert nahm seinen Lauf. Mit dem BERLUC-Song heizten DIE OSSIS den Kessel des Parktheaters tatsächlich richtig an. Das ging schon mal sehr gut los. Acki Noack, Bert Eulitz, Carsten „Beathoven“ Mohren, Michael „Heinz“ Haberstroh und Henryk „Henne“ Körbs überrollten mit ihrem traumhaften Ostrockgewitter ganz Plauen.

Leider war Veranstaltung nicht ganz ausverkauft. Sie hätte es aber eigentlich verdient. Die Ossis hatten sich für diese Mugge mit 3 Gastsängern verstärkt und diese 3 Herren waren beileibe keine unbekannten Mitglieder der Ostrock-Zunft.

Aber erstmal bereiteten DIE OSSIS in ihrer bekannten publikumsnahen und rockigen Art das Feld für ihre Gäste vor.

Werther Lohse war der erste Gast auf der Bühne und zusammen mit den Ossis präsentierte er die größten Hits von Lift wie “Nach Süden“ „Am Abend mancher Tage“ und natürlich „Wasser und Wein“. Werther Lohse betätigte sich bei letztgenannten Song auch hervorragend als Chorleiter des Parktheaterpublikumschor. Er gab nicht eher Ruhe, bis die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher im weiten Rund laut singend zu vernehmen waren.

Die Musiker der OSSIS überzeugten wieder mit einer erfrischenden Spielfreude und mit Witz. Frontmann Acki Noack unternahm auch wieder ausgiebige Ausflüge ins Publikum.
Das kam bei den Gästen sehr gut an und steigerte die Stimmung deutlich. Natürlich sind die Ossis eine Cover-Band und die ganzen Titel demzufolge auch „geklaut“, aber sie spielten die ganzen Hits wie „Alles nur geklaut“ von den PRINZEN mit Liebe und der gebotenen Achtung. Die Musiker sind alle Vollprofi’s, die schon vor langer Zeit in Bands wie Rockhaus oder Scirocco ihr Handwerk gelernt bzw. verfeinert haben. Das sind Männer, die ihre Instrumente beherrschen und die auch reichlich Bühnenerfahrung besitzen.

Als Ostrock-Nachspielkapelle spielen DIE OSSIS die Songs von PUHDYS, CITY, KARAT, SILLY & Co. mit ganz viel Herz sowie dem gewissen Augenzwinkern. Ohne Zweifel gehört diese Band zu den besten Ostrock-Coverbands des Landes. Mir fallen da nur noch SPLiTT und eventuell P70 ein, die auf ähnlich hohem Niveau agieren. Wobei ich P 70 noch nicht live erwischt habe, aber ich arbeite dran.

Die Ossis griffen wieder tief in die unerschöpfliche Schatzkiste des Ostrocks und brachten viele Perlen aus unserer Jugendzeit wie Casablanca“ von CITY, „Alt wie ein Baum“ von den PUHDYS oder, „Isolde“ von PANKOW zutage.

Sänger Acki erzählte in einer Anmoderation augenzwinkernd von seiner ersten persönlichen Begegnung mit der unvergessenen SILLY-Frontfrau Tamara Danz. Er war damals Sänger von ROCKHAUS. Von 1994 bis 1996 stand er bei den ROCKHAeUSern am Gesangsmikrofon. Tamara hatte das Potential von Acki Noack wohl erkannt, denn sie soll damals gesagt haben „der Kleene (bzw. Dicke) gefällt mir“.

Der zweite Gastsänger der Show war dann Michael Barakowski. Der Ex-PERL-Sänger stellte zunächst solo und mit Halbplayback Lieder neueren Datums wie „Bettler oder König“ oder „Ich klaue Dir alle Sterne aus der Fahne von Amerika“ vor. Später spielte er mit den OSSIS natürlich auch noch seinen größten Hit „Zeit, die nie vergeht“. Das Lied war seinerzeit insbesondere bei den Soldaten der Nationalen Volksarmee, die das Ende ihrer Armeezeit herbeisehnten, sehr beliebt. Außerdem war die Nummer im Jahr 1985 auch Hit des Jahres der Wertungssendungen des DDR-Rundfunks.

Ein paar bekannte Basstöne kündigten den nächsten Hit des Ostens an. Es war „Der blaue Planet“ von KARAT. Dieses Friedenslied aus den 80er Jahren ist heute leider immer noch aktuell. Doch die Menschen sehnen sich nach weltweiten Frieden. Somit geht bei jedem Konzert mit diesem Lied eigentlich eine Botschaft mit dem Ruf nach Frieden rund um den Erdball.

Wenn bei den OSSIS Gitarrist Henne Körbs, das Instrument von Gitarre zu Geige wechselt und Acki Noack das CITY-Tuch aufsetzt, dann ist es Zeit für „Am Fenster“ von CITY. Natürlich war das auch für die Plauener gestern eines der Highlights.

Einige Musiker der Ossis sind momentan sowieso auf dem Rockhaus-Trip. Schlagzeuger Heinz und Keyboarder Beathoven stecken ja schon in den Vorbereitungen der Rockhaus-Tour, die uns dieses Jahr endlich wieder ins Haus steht. Die Vorfreude drauf ist ihnen deutlich anzumerken, Beathoven trug an seiner Uniformjacke der Deutschen Volkspolizei zum Beispiel auch einen Rockhaus-Button. Das war aber gegen die Dienstvorschrift der Deutschen Volkspolizei, lieber Herr Mohren

Was lag bei dieser ROCKHAUS-Freude näher als „Bleib cool“ zu spielen? Dabei blieb vom Publikum aber niemand cool, ganz im Gegenteil, die Plauener gingen ordentlich mit.

IC Falkenberg war dann der dritte Gastsänger des Abends. IC spielte zu DDR – Zeiten schon bei der Stern Combo Meißen und er war damals als Solokünstler zusätzlich der Schwarm junger Mädchen von Rostock bis Suhl. Nur ich mochte ihn damals absolut nicht. Wie die Stammleser ja wissen, hat sich das in den letzten Jahren bei mir geändert.

Mit einer starken Band im Rücken ist IC immer besonders motiviert. Da er in Plauen kein Instrument spielen brauchte, konnte er vom Gesang und von der Bewegung her voll aus sich herausgehen. Das sah gut aus und mit seinen Hits erreichte er die Leute sowieso. Diese Lieder kennen sie und sie können diese Hits aus einem Land vor unserer Zeit auch mitsingen. Lieder wie „Wir sind die Sonne“ oder „Wunderland“ sind einfach auch Kulturgut und sie gehören für viele Menschen meiner Generation einfach zur Musik ihres Lebens.

Henne Körbs, der in seiner Vita auch die Band SCIROCCO als Musikerstation stehen hat, trat dann natürlich bei „Sagen meine Tanten“ ans Gesangsmikrofon. Dieses Lied aus der Beat-Ära ist immer noch eine mitreißende und gern gehörte Melodie in unseren Breiten. Aber das gilt (mehr oder weniger) für alle Lieder des an diesem Abend in Plauen gespielten Programms.

Einen weiteren großen Song von ROCKHAUS hatte sich die Band mit „I. L. D.“ ausgesucht. Diese Ballade haute die Leute fast von den Socken. DIE OSSIS zelebrierten dieses Knaller aber auch unglaublich stark und authentisch. Das war reinste Gänsehautmusik. So verwunderlich ist das aber auch nicht denn mit Axel „Acki“ Noack, Carsten „Beathoven“ Mohren und Urgestein Michael „Heinz“ Haberstroh spielen und singen bei den OSSIS ja 3 Männer mit ROCKHAUS-Erfahrung. Heinz und Beathoven sind ja bis heute bei ROCKHAUS aktiv.

Bei einem PUHDYS-Titel (War es „Wenn ein Mensch lebt“?) setzte sich Basser Bert Eulitz die Harry Jeske-Gedächtnis-Perücke auf. Das sorgte natürlich für Heiterkeit in der Arena.

Punkt 23.00 Uhr war dann nach knapp 3 Stunden Feierabend, weil das Feuerwerk einsetzte.

Wir quatschten dann anschließend noch ein wenig mit Beathoven über Neuigkeiten von Rockhaus. Lissi und ich entflohen dann der Stadt Plauen wieder in Richtung Autobahn, die an den Wochenenden ja fast unser Zu Hause ist.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 01.06.2020 22:19 | nach oben springen

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RE: DIE OSSIS & Gäste am 06. Juni 2009 zum Spitzenfest im Parktheater Plauen

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Fotos Teil 2.

Gruß Kundi

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