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STEINLANDPIRATEN spielen GUNDERMANN am 15. Mai 2010 in Friedersdorf

in Konzertberichte 2018 und älter 28.04.2020 12:56
von Kundi | 3.241 Beiträge | 7315 Punkte

Momentan bleiben uns nur die Erinnerungen an vergangene Muggen und manchmal findet man in den digitalen Aufzeichnungen Berichte von außergewöhnlichen Projekten bzw. Bands.
Kaum jemand weiß heute noch, dass es die ersten STEINLANDPIRATEN bereits im Jahr 2010 gab. In dieser Besetzung gab es die Band nur kurze Zeit. Nach wenigen Konzerten löste sich die Truppe damals auf.
Zum Glück habe ich die STEINLANDPIRATEN damals erlebt. Deshalb kann ich euch heute diesen Rückblick zeigen.

Bitte beachtet bei den Zeitangaben im Text, dass sie den unveränderten Stand von damals haben. Auch wenn dieser Bericht sich etwas unbeholfen liest und die Fotos auch nicht so toll sind, so sind es doch genau solche Erlebnisse, Gefühle und Eindrücke, die unbedingt zu meinem Muggenpilger-, Konzertnomaden und Konzertgänger-Leben gehören. Vielleicht mögen sich ja auch einige Leserinnen und Leser mit mir erinnern. Es ist aber auch gut möglich, dass die Existenz der ersten STEINLANDPIRATEN für einige von euch auch neu ist.


Dank Dietmar Meixner von http://www.deutsche-mugge.de erfuhren wir unlängst von der Gründung der Steinlandpiraten. Meine Neugier war mehr als geweckt, denn die Steinlandpiraten wollten in fremden Gewässern fischen. Ganz konkret wollten sie sich gemeinsam an das Liedgut von Gerhard GUNDERMANN wagen und ich bin ja ein glühender Gundi – Verehrer. Wenig später waren die Piratinnen und Piraten auch mit einer eigenen My Space – Seite http://www.myspace.com/steinlandpiraten präsent. Alles gut und schön, doch meine Neugier konnte das nicht befriedigen, denn es gab noch keine Hörproben auf der genannten Seite. Doch bei den Konzertterminen wurde ich fündig, denn die Steinlandpiraten segelten am vergangenen Wochenende zu 2 Auftritten nach Sachsen. Am Freitag spielten sie in Chemnitz und gestern in der „Grenzschänke“ Friedersdorf.

Vorsichtshalber rief ich am Mittag in der Schänke an, ob denn für uns noch 2 Plätzchen frei wären. Dazu muss man wissen, dass diese Gaststätte sehr klein ist und bei Konzerten nur etwas über 60 Sitzplätze vorhanden sind. Von der Neugier getrieben machten wir uns auf dem Weg ins deutsch– tschechische Grenzland. Das erste was uns am Veranstaltungsort anlachte, war das Konzertankündigungsplakat und als ich darauf las, wer dieses Konzert präsentiert, habe ich mich fast weggeschmissen vor Lachen. Es handelt sich bei diesem Sponsor um die Firma „Becherovka“. Der kultige Schnaps aus Tschechien, der hierzulande auch als Karlsberger Becherbitter bekannt ist, als Sponsor von Musikern, das konnte ja heiter werden. In der Grenzschänke selbst wurden wir dann den ganzen Abend über hervorragend bewirtet und wir konnten das Konzert der Steinlandpiraten wirklich genießen. Familiäre Atmosphäre, nette Wirtsleute und ein angenehm aufmerksames Publikum waren der richtige Rahmen für diese Mugge. Es war ja erst der 3. Auftritt überhaupt, den die Musiker unter dem Namen Steinlandpiraten hatten. Da die Musiker aus ganz Deutschland kommen und auch noch in anderen Formationen wirken, ist es sicher nicht so einfach mit gemeinsamen Probenterminen und bei einem neuen Projekt muss sich ja auch erstmal alles einspielen.

Die Musiker habe ich rund um die Mugge als aufgeschlossene und herzliche Menschen erlebt, die sich sehr für die Steinlandpiraten engagieren. Innerhalb der Band scheint alles auch menschlich zu passen und hinter den Kulissen haben sie mit Elmar Werner einen gewieften Organisator im Team. Doch nun wollte ich die Steinlandpiraten endlich hören.
Ich fand sehr gut, dass Elmar die Band und die beteiligten Musiker dem Publikum erstmal mit ein paar Worten vorstellte. Auch ein paar Gedanken, wie es zum Projekt kam fehlten nicht.
Im Laufe des Konzertes erzählte er auch noch ein paar Anekdoten aus Gundi – Zeiten.
Mit „Gras“ wurde es dann endlich musikalisch und ich tauchte für die nächste Zeit tief hinab in die mir so vertraute und ans Herz gewachsene Musik von Gerhard GUNDERMANN.

Patricia „Patti“ Heidrich von UNBEKANNT VERZOGEN und Jan Lauschus( lange Jahre bei QuadroTango und Querbeat) wechselten sich im Laufe des Abends als Hauptsänger ab und schon dadurch kamen verschiedene Farbtupfer ins musikalische Gundi-Gewässer. Wohltuend war zu sehen, dass in der Band das Team der Star ist. Da möchte sich keiner in den Vordergrund stellen oder irgendwelche Extrawürste auf der Bühne haben. Wer bei dem Namen Lauschus was im Hinterkopf hat, täuscht sich nicht, denn es gibt noch einen aus DDR - Zeiten bekannten Bruder von Jan. Matthias Lauschus spielte früher mit Dirk Zöllner, Tino Eisbrenner und anderen Musikern der DDR-Szene zusammen. Natürlich hab ich Jan nach dem Konzert gefragt, was den Matthias jetzt so treibt. Der verdient seine Brötchen heute im Berliner Kabarett „Distel“.

Jan Lauschus spielte abwechselnd Keyboard, Akustikgitarre und Triola. Dass die Triola während des Konzertes dann den Geist aufgab, war zwar schade, aber kein wirkliches Problem. Lauschus spielte die entsprechenden Stellen von da an eben mit dem Keyboard.
Die Steinlandpiraten-Crew hatte mit „Gras“ „und musst Du weinen“, Linda“ und „Alle oder keiner“ an den Anfang ihres Programms wirklich die bekanntesten GUNDERMANN – Lieder gestellt. Das wunderte mich zunächst, aber es war kein Hindernis, denn sie konnten aus einem reichlichen Fundus von Gundi – Songs schöpfen. Sie hatten auch einige Überraschungen im Gepäck, „Grüne Armee“ und „Kämpfen wie Männer“ hatte ich nämlich gar nicht erwartet.

Im Publikum waren verhältnismäßig viele junge Leute und das hatte seinen Grund in Andreas Bayless, der ja hauptamtlich bei den Söhnen Mannheims und bei Uferlos spielt. Nun bin ich ja kein Söhne Mannheims – Fan, aber Andreas hat mich durch sein Können an den Klampfen wirklich überzeugt. Ob E-Gitarre oder Akustikgitarre, der Mann spielt einfach eine heiße Axt und bei einem improvisierten Solo fiel nicht nur mir die Kinnlade runter, sondern denn Mitmusikern auch. Er war vor dem Projekt auch nicht so vertraut mit dieser Musik von einem Besuch eines Konzertes der Randgruppencombo mal abgesehen. Das hatte für ihn sicher den Vorteil, dass er sich vollkommen unbelastet in die Steinlandpiraten einbringen konnte.

Schlagzeuger Peter Michailow ist natürlich auch eine feste Größe in Rock- und Jazzkreisen.
Er hat schon mit vielen bekannten Musikern gespielt. Lift, Pascal von Wroblewski und die Maffay – Coverband Steppenwolf seien hier nur als Beispiel genannt. Ich glaube, der Peter ist so gefragt und aktiv, dass er bestimmt selbst nicht auf Anhieb alle Bands zusammen bekommt in denen er schon tätig war. Michailow trommelte gestern dezent zurückhaltend, arbeitete viel mit Jazzbesen und streichelte seine Trommeln fast nur. Ein lautes Trommelgewitter hätte auch nicht zu dem kleinen Raum gepasst.

Völlig unbekannt war mir bisher Jana Wachholz, die sonst im Berliner Akustikduo inTEAMSPIEL tätig ist. Sie spielte gestern Bass, Geige und bei den Zugaben auch noch Gitarre. Außerdem unterstützte sie mit ihrer Stimme auch reichlich ihre Sangeskollegen als 3.Kraft aus dem Hintergrund.

Dem Himmel sei Dank, dass die Steinlandpiraten zwischendurch eine Pause machten, denn in der guten Stube war es schon recht warm. Das hatte außerdem den guten Nebeneffekt, dass man das bisher Gehörte erstmal sacken lassen konnte.

Der zweite Teil des Konzertes brachte mit „War dein Freund“ und „Frühstück für immer“ zwei richtig laute und verrockte Kracher. Aber mit „Mein zweitbester Sommer“ und „Leine los“ ging es auch wieder in ganz ruhige Gewässer. Das Publikum taute auf, ging begeistert mit und junge Mädchen begannen sogar zu tanzen.
Eigentlich wollten die Steinlandpiraten uns dann „Nach Haus“ schicken, aber das Publikum ließ sich ohne Zugaben im Leben nicht vertreiben und natürlich kam die Band gerne noch mal zurück. Man merkte zwar, dass den Steinlandpiraten hier und da noch etwas Schliff fehlte, aber diese Bandzusammenstellung ist schon jetzt ein wundervoller Rohdiamant und den letzten Schliff holen sie sich durch die Praxis auch noch. Ich war jedenfalls absolut gefesselt von der Hingabe und musikalischen Energie, die von den Steinlandpiraten ausging.

Nach dem Konzert gab es noch viel zu erzählen und zu lachen. Andreas erfüllte den jungen Mädchen auch endlich einen Wunsch und spielte ihnen am Tisch ein Ständchen aus dem Hause Naidoo namens „Dieser Weg“. Das nenne ich doch mal Service am Kunden *g*;-).
Die Musiker waren natürlich brennend an Meinungen zum Konzert und an weiteren Songvorschlägen interessiert. Natürlich gab ich ihnen meinen Senf nebst 2 Vorschlägen auch noch dazu. Mit so angenehmen Zeitgenossen zu plaudern, macht ja auch wirklich Spaß.

Dem Team der „Grenzschänke“ Friedersdorf und den Steinlandpiraten kann und möchte ich an dieser Stelle nur mit ganzen Herzen danken. Es wäre natürlich schön, wenn die Band auf ihrer weiteren Kaperfahrt irgendwann mal wieder in Friedersdorf anlegt. Ansonsten behalte ich die Crew natürlich im Auge besonders was Konzerte angeht.
Wer auf Gundi steht, sollte UNBEDINGT mal die Steinlandpiraten live erleben.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 28.04.2020 14:03 | nach oben springen


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