#1

Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 24.06.2018 09:10
von SN-Nittel | 329 Beiträge | 724 Punkte

Die Stones sind zurück - der Rock´n´Roll lebt noch.

Endlich, nach 23 Jahren habe ich die Rolling Stones wieder live erlebt. Damals war es für mich schon in Prag bei Sommerhitze und mit 120.000 Zuschauern ein Erlebnis.
Ein Megaevent, aber nicht das beste Konzert zu dieser Zeit.
2018 muss ich kurz sagen… Die Mannen waren besser, glaubwürdiger und die Musik perfekt in Szene gesetzt. Es ging einfach um gute Musik...,
Erinnerungen, Lebensgefühl und der Bluesrock lebte auf. Ich muss das Konzert besonders loben.

Drei Wochen nach dem Sounddebakel von Guns ´N Roses im Olympiastadion war ich gespannt und etwas verhalten optimistisch.
Noch so eine Pleite wollte ich nicht erleben. Mick Jagger und Co sollen bei mir ja in guter Erinnerung bleiben. Vorfreude war da und ab ging es nach Berlin.
Das Wetter spielte zum Glück mit und nach der Ankunft ging es zum Vorglühen und Einstimmen in den Biergarten.
Zungen T´Shirts waren überall zu sehen und man wusste, das Stadion wird voll. 67.000 Besucher sollen dort gewesen sein,
aber einzelne Tickets unter Normalpreis gab es noch auf dem Markt. Die Ticketpreise waren ja enorm, trotzdem begehrt und ich möchte mich nicht negativ dazu auslassen.
Einen Vorteil hat das Ganze schon. Man überlegt zweimal, ob man zum Konzert geht und somit ist dann auch viel Fachpublikum da.
Das vermisse ich bei Stadtfest Muggen, um die ich mittlerweile einen großen Bogen mache.

Zum Konzi:
Die Massen strömten friedlich zum Stadion und man konnte alle Altersklassen entdecken, jedoch waren die Ü50 eindeutig in der Mehrheit und die Erwartung bei mir groß...
"The Kooks“ als Vorband machte ihre Sache ganz gut, passte auch zum Abend und zu den Stones.
Das ist bei Vorbands nicht immer so. Ein wenig hab´ ich auch hingehört, doch meine Aufmerksamkeit ging eindeutig zu den älterer Rockern.
Auf den vier riesigen Videoleinwänden prangerte die Stones Zunge auf gelbem Hintergrund. War das die Ruhe vor dem Sturm ?
Kurz vor 21 Uhr konnten wir erkennen, dass zwei schwarze Vans mit getönten Scheiben hinter der Bühne angefahren kamen.
Wir saßen etwas seitlich und wussten, es wird gleich losgehen. Pressefotografen bezogen Stellung, etwas Bühnennebel stieg auf.
Endlich war es soweit… Die vier Ü70 Rocker betraten die Bühne. Jubel hallte durch die Arena und es ging einfach los.
Erste Erleichterung macht sich breit… Der Sound war besser und die Stimmung im weiten Rund absolut gut.
Vom ersten Song an: „Street Fighting Man“ wurde einfach nur auf der Bühne gerockt.
Mick Jagger zeigte sich in absolut guter Verfassung und strotzte vor Energie.
Keith und Ron ließen es etwas ruhiger angehen, waren aber ebenso voller Spielfreude und boten ehrlichen Gitarrenrock.
Drummer und Gentleman Charlie zeigte solides Handwerk und nicht vergessen werden dürfen die Tourmusiker, die teilweise seit vielen Jahren die Band begleiten,
sie unterstützen und die Live-Klänge besser machen. Die Setlist ließ keine Wünsche offen…


Street Fighting Man
It’s Only Rock ’n‘ Roll (But I Like It)
Tumbling Dice
Just Your Fool
Like a Rolling Stone
She’s a Rainbow
You Can’t Always Get What You Want
Paint It Black
Honky Tonk Women
Slipping Away
Before They Make Me Run
Sympathy for the Devil
Miss You
Midnight Rambler
Start Me Up
Jumpin‘ Jack Flash
Brown Sugar
Gimme Shelter
(I Can’t Get No) Satisfaction


Natürlich musste die Setlist bei dem riesigen Angebot reduziert werden, denn die Band hatte über Jahrzehnte viel Song Material angereichert.
Fakt ist, der Blues gewinnt bei den Stones immer mehr an Bedeutung… Muddy Waters Erinnerungen ließen grüßen und auch Bob Dylan wurde geehrt.
Mick Jagger machte sich an diesem Abend beim Publikum mit zwei, drei Anekdoten in deutscher Sprache noch beliebter.
Die Show, die eigentlich keine war, wurde getragen von Musik pur, von Hits und Legenden. Die Leinwände zeigten die Rocker in groß,
ungekünstelt und in ihrer größten Freude beim Spielen. Mir hat es, auch wie das Konzert bildlich vorgetragen wurde - schlicht, nüchtern und trotzdem musikintensiv in groß präsentiert, sehr gut gefallen.
Es erinnerte mich stark an "Aerosmith" und zeigte, dass der Rock´n´ Roll im Vordergrund steht. Dagegen ist Lindebergs Show Kasperletheater.

Egal bei welchem Song, es kribbelte im Bauch, Emotionen schossen durch den Körper, das Auge blickte gebannt zu den Leinwänden, und ein Stück Leben spielte sich wie ein Film bei einem Musikfreak ab.
Es war richtiges Leben auf der Bühne mit einer Bandbreite von Songs, die Rockevergreens sind und die eigentlich fast jeder kennt.
Man ist die Zeit vergangen und auch die Dauer des Konzerts war viel zu kurz.
Beim Blick in die Schüssel des Stadions wurde mir beim Konzert klar, dass die Fans zufrieden waren und begeistert.
Sie sangen und hüpften einfach mit…, genau so hatte ich es mir gewünscht, und ähnlich empfand ich es auch. Mir fällt es schwer, Lieblings Songs hervorzuheben, aber vielleicht fesselte mich „Jumping Jack Flash“ am meisten. Immer wieder war Jagger in Action..., Woods und Richards grinsten ins Publikum. Leider ging dann kurz vor 23 Uhr die astreine Konzi Mugge mit einer Maxiversion von "Satisfaction" und Feuerwerk zu Ende.
Das Publikum war begeistert und ich selbst auch. So eine starke, glaubwürdige Mugge hatte ich von den alten Herren nicht erwartet und ich denke, sie waren besser als je zuvor.
Der Rock lebt Dank Rolling Stones, und die zerfurchten Gesichter mit ihrem gelebten „wilden“ Leben gehören einfach dazu.
Dann verstummen die Boxen… Die Band verabschiedet sich und die Stones Zunge leuchtete brav in der Arena, wie auch bei Tausenden Fans auf der Brust.

Ein sehr emotionales, starkes Konzert ist nun Geschichte. Ich konnte bei späteren Gesprächen mit anderen Fans keine Enttäuschung heraushören.
Berlin und die Rolling Stones waren die Reise wert. Wie viele Bands gibt es denn noch, die über Jahrzehnte fast in gleicher Besetzung spielen, die so viele Höhen und auch Tiefen erlebt haben ?
Stones, das ist eine lebende Legende der Rockmusik, die heutzutage nicht mehr geboren wird.
Auf dem Heimweg war große Freude im Herzen und auch etwas Wehmut… Die großen Bands müssen irgendwann alle gehen..., ihre Songs aber bleiben.
Was kommt dann ??? Wer noch nach Stuttgart oder Prag möchte … Es lohnt sich.





Angefügte Bilder:
Stones4.jpg
zuletzt bearbeitet 24.06.2018 09:16 | nach oben springen

#2

RE: Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 24.06.2018 19:45
von Frank | 483 Beiträge | 1025 Punkte

Sehr schöne Bilder und auch der Bericht ist sehr gut geschrieben, einfach Klasse.
Bei sovielen Fans kann man nicht auf alles achten , aber Hut ab vor den Veranstalter der dieses ins rollen gebracht hat.
Es werden bestimmt einige Prominente unter den vielen dabei gewesen sein, ich denk da an MASCHINE und Fritze von City
und einige mehr. Echt schade das es die PUHDYS nicht geschaft haben mit den Rolling Stones auf einer Bühne zu stehn.

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#3

RE: Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 24.06.2018 20:01
von Drachenuli | 1.023 Beiträge | 2222 Punkte

Frank, wie soll denn das gehen?
Die Puhdys gibt es schon lange nicht mehr.
Da hätten diese sich vor Ihrer Auflösung mal drum bemühen müssen. Die Chance war einige Male gegeben, in Leipzig z. B. 3mal seit der Wende.

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#4

RE: Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 24.06.2018 23:45
von Günthi | 202 Beiträge | 450 Punkte

Mit großer Begeisterung habe ich Deinen Bericht über das ,, Stones-Konzert " gelesen. Vielen Dank dafür, Steffen, und auch für die schönen Fotos von diesem einzigartigen Konzert. Ich hatte ja bereits im letzten Jahr zum Tour-Auftakt zur ,, No Filter " Tour das Vergnügen dieses Konzert auf der großen Festwiese im Hamburger Stadtpark zu erleben. Sicher, der Eintrittspreis war sündhaft teuer, aber mir hatte es nicht leid getan. Nach Hamburg werden die ,, Stones " nicht wieder kommen.

Acht Konzerte von 1973 bis 2017 hatte ich bisher besuchen können. Im Berliner Olympiastadion habe ich sie 1995 bereits einmal gesehen. Ansonsten nur in Hamburg, Hannover und ein Konzert in Kiel.

Ich kann es mir leider nicht verkneifen mal was zu dem Wunsch zu äußern, das ja mal die ,, Puhdys " im Vorprogramm der ,, Stones " hätten auftreten können. So lange es ein Wunsch ist, ist auch nichts dagegen ein zu wenden. Den Wunsch eine deutschsprachige Band im Vorprogramm der ,, Stones " zu haben, hat es nur einmal gegeben, und das wurde der größte Reinfall, den es wohl je gegeben hat. Ich habe es selbst miterleben müssen. Da hatte sich der damalige Veranstalter wohl keine Gedanken darüber gemacht.

Damals war Fritz Rau der Veranstalter, der als erster die ,, Rolling Stones " 1965 nach Deutschland holte.Er hatte das richtige Feeling mit dieser Band umzugehen.Er gewann das Vertrauen von ,, Mick Jagger " , und war fortan derjenige, der diese Band regelmäßig in Deutschland präsentierte. Fritz Rau wurde zum persönlichen Freund von ,, Mick Jagger " .

Fritz Rau war auch später dann der Veranstalter von ,, Peter Maffay " , mit dem er sich auch schnell anfreundete. Bis Ende der 70er Jahre traten die ,, Stones " nur in größere Hallen mit bis zu 10 000 Besuchern auf. In Deutschland begann dann ab 1981 das Jahr, wo die ,, Stones " zum ersten Mal auf Open-Air Konzerten zu sehen waren.Am 6.und 7. Juni traten sie zum ersten Mal in Hannover im Niedersachsenstadion auf.

Es sollte ein sehr langer Tag werden, mit Temperaturen von über 30° im Schatten. Im Vorprogramm sollten um 13 Uhr die amerikanische ,, J.Geils Band " auftreten. In Deutschland waren sie nur wenigen Fans bekannt, da sie zu dieser Zeit mit ,, Centerfold " einen einzigen Hit hatten. Um 16 Uhr sollte dann ,, Peter Maffay " zum ersten Mal vor so vielen Fans auftreten. Das war auch für ihn absolutes Neuland, denn bisher trat er nur in kleineren Hallen oder Discotheken auf. Es kam wie es kommen musste, denn von den 65000 Besuchern kamen auch viele Fans aus dem Ausland angereist, und die wollten natürlich die ,, Stones " sehen, und nicht eine einheimische deutsch singende Band sehen. Die Musik von ,, Peter Maffay " kam nicht gut an, und als er dann nach einer halben Stunde die ,, Sieben Brücken " anstimmte, war die Geduld der Fans endgültig zu Ende.Mit Schimpf und Schande wurde ,, Peter Maffay " aus dem Stadion gejagt. Angeblich sollen auch Eier und Tomaten geflogen sein, aber davon hatte ich nichts gesehen. Ich saß auch zu weit weg.

Von den 65000 Fans waren sicher auch einige ,, Maffay-Fans " anwesend, aber die gingen durch die Überzahl der ,, Stones-Fans " völlig unter.
Wenn man nun unbedingt die ,, Puhdys " im Vorprogramm der ,, Stones " hätte haben wollen, gab es in all den langen Jahren sicher Gelegenheiten genug, denn die ,, Stones " sind in Berlin öfter aufgetreten, als in Hamburg. Nach dem Vorfall in Hannover hatte es auch nie wieder ein deutschsprachiges Vorprogramm bei den ,, Stones-Konzerten " gegeben. Dabei hatte es Fritz Rau damals sicher nur gut gemeint, aber hiermit hatte er sich selbst keinen Gefallen getan.

Nun stellt euch mal vor, wie es vielleicht mit den ,, Puhdys " geworden wäre, wenn sie dann den ,, Alten Baum " gebracht hätten. Wem nützt es was wenn einige Tausend Fans auch die Musik der ,, Puhdys " hören, aber 50000 aus aller Herren Länder kommen, von weit her angereist, um ihre ,, Stones " zu sehen.. Da hätten die ,, Puhdys " keine Chance, das Konzert zu Ende zu spielen. Bei solchen deftigen Eintrittspreisen kann es sich kein Veranstalter heute leisten, sich auf Abenteuerreise zu begeben, und eine regional begrenzte Band einzuladen, die nur hier in Deutschland ihre große Fangemeinde hat.

Das Konzert der , Stones " damals in Hannover wurde zum Glück nicht gecancelt. Es wurde nur zur Freude der Fans um zwei Stunden vorverlegt, damit die Fans bei glühender Sonne nicht noch fünf Stunden auf ihre Idole warten mussten. Eigentlich sollten sie erst um 21 Uhr auftreten, und da ,, Maffay " sofort abgereist war, durften die ,, Stones " bereits um 19 Uhr auftreten. War auch völlig in Ordnung, denn ich hatte ja auch noch locker zwei Stunden zu fahren.

Sicher wäre ich auch gerne diesmal wieder gerne in Berlin dabei gewesen, aber das packe ich heute nicht mehr. Und diese weiten Strecken möchte ich heute auch alleine nicht mehr fahren. Für mich war es im letzten Jahr in Hamburg wohl wirklich das letzte Mal, und so behalte ich es auch sicher in guter Erinnerung.

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#5

RE: Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 25.06.2018 05:24
von Kundi | 3.250 Beiträge | 7335 Punkte

Herzlichen Dank für diesen kurzweiligen und aussagekräftigen Bericht, lieber Steffen.
Ich habe diese Zeilen wirklich verschlungen.

Ebenso danke ich Dir für Deinen geschichtlichen Rückblick, lieber Günther.
Übrigens war MAFFAY nicht der einzige deutschsprachige Act im Vorprogramm der ROLLING STONES.
In Hannover 2003 standen die BÖHSEN ONKELZ vor MICK & Co. auf der Bühne und die schlugen sich ganz achtbar.
Ich weiß noch, dass es damals viele Vorbehalte in den Medien gegen die ONKELZ gab, aber der Veranstalter hat an der Band festgehalten.

Wir Leipzig-Besucher der 2003er STONES-Tour bekamen im Juni 2003 übrigens AC/DC als Vorband der STONES serviert. Besser geht es nicht ;-9

Gruß Kundi


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#6

RE: Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 25.06.2018 10:08
von SN-Nittel | 329 Beiträge | 724 Punkte

Danke für die Episoden mit den Vorbands.....ich kannte sie vom Hören und Lesen und freue mich das da einige von unseren "Muggenpilgern" dabei waren.
Ich denke, im Nachhinein, waren manche Vorbands schon ziemlich skurill, mittlerweile auch kaum noch vorstellbar.
Ich weiß auch nicht ob die Puhdys sich einen Gefallen damit getan hätten.

Noch paar Worte zum Konzert:
Ich hatte gewisse Vorbehalte in den letzten Jahren und wollte sie trotzdem nochmal sehen und hören....weil man als Rockfan auch Erinnerungen braucht.
Trotzdem hatte ich immer im Hinterkopf: Die ziehen ihr Ding ab und die ganze Crew mit Band + Veranstalter, Managment wollen nochmal richtig Kohle machen.
Aber ich denke jetzt: Es ist nicht so, ich glaube eher: Im Laufe der Zeit haben die Stones auch erkannt, das sie den Fans auch was zurückgeben möchten und immer noch großen Spaß am Rock und besonders am Blues haben.
Die Titelauswahl mit vielen Klassikern fand ich richtig gut....Ich persönlich bin auch ein Fan der letzten Scheibe , der Cover-Bluesscheibe "Blues and Lonesome". Und da gingen die Meinungen weit auseinander.
Und Ich denke auch: Mick, Keith und Co sind sich ihrer Verantwortung bei dieser langen Tour bewusst und möchten ein Rock N Roll Highlight noch mal präsentieren und den Fans was Geben....und nicht als Fiasko enden.
Für Ü70 Band+Stadion Klangbedingungen war es jedenfalls eine sehr gute Mugge und das bleibt mir in guter Erinnerung.

zuletzt bearbeitet 25.06.2018 10:10 | nach oben springen

#7

RE: Rolling Stones "No Filter" in Berlin 22.06.2018

in Konzertberichte 2019 und älter 25.06.2018 14:22
von HH aus EE | 1.042 Beiträge | 2522 Punkte

DANKE Steffen. Ich habe mir diesen Termin zwar verkniffen, verkneifen müssen, aber es tut gut, die fundierte Meinung eines Kenners zu lesen und die Bilder vom Ereignis zu sehen. Ein Konzert der alten Rocker ist schon etwas ganz besonderes und viel weniger eine Show, als der pure Rock’n’Roll & Blues und die Songs laden Leute wie mich zu einer Zeitreise in die eigene Jugend ein. Gott sei Dank gibt es das bzw. die Stones noch! Sie repräsentieren, neben einigen anderen auch, eine ganze Musikepoche und wenn man sie noch einmal erleben konnte - Black Sabbath, Aerosmith, Ringo Starr, Procol Harum, Donovan, Joan Baez, Manfred Mann, Colosseum oder bald Robert Plant - dann sollte man es tun, je nach eigenem Musikgeschmack.

Und nun lasst uns endlich mal mit dem Aberglauben, die Puhdys hätten jemals eine Chance gehabt, vor den Stones spielen zu können, aufräumen. Internationale Bands oder Künstler wie die Rolling Stones holen sich in aller Regel stilistisch passende Bands als Support oder aufstrebende Nachwuchs aus gleichem Schrot und Korn auf die Bühne. Nur selten haben deutsche Konzertveranstalter etwas anderes riskiert (Maffay und Onkels)! Ich selbst habe die Rolling Stones 1998 im Olympiastadion mit den Schotten Big Country als Vorband erleben dürfen. Bob Dylan holte sich einst sogar Gerhard Gundermann und der war auch nicht gerade eine etablierte Größe, sondern eher ein Geheimtipp. All diese Voraussetzungen haben die Puhdys nie erfüllt und ich denke, dass wussten sie auch. Als Werbe-Gag hat das Ding ja bei den Fans, und nur bei den Fans, funktioniert. Und dann sollte man nicht vergessen, dass die Stones noch immer eine Blues-Kapelle sind und sich den Vätern des Rhythm & Blues verpflichtet fühlen. Doch vom Rhythm & Blues sind die Puhdys so weit entfernt, wie die Milchstraße vom Andromedanebel. Ich stimme außerdem Günther zu, dass die Fans der Rolling Stones die Puhdys ganz sicher nicht besser als Maffay behandelt hätten. Träume sollten erlaubt sein, ein realistischer Blick allerdings auch.


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