#1

Monokel Kraftblues am 4.4.14 in Dresden

in Konzertberichte 2015 und älter 05.04.2014 18:58
von Tina mit Hut | 290 Beiträge | 647 Punkte

Gestern Abend spielten meine Lieblings-Kraftblusen in Dresden im Veranstaltungshaus Tante Ju. Dort war ich das erste Mal vor 7 Jahren und genau an dieser Stelle habe ich die Band Monokel-Kraftblues das erstmals gesehen. Seit 7 Jahren liebe ich diese Band nun
Und gestern hab ich das erste Mal mein Lieblingslied "Monokel" live gehört! Möchte Ohne Not Ohne Kummer Ewig Leben!
Hier mal eine kleine Auswahl von meinen Fotos

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zuletzt bearbeitet 06.04.2014 20:00 | nach oben springen

#2

RE: Monokel Kraftblues am 4.4.14 in Dresden

in Konzertberichte 2015 und älter 05.04.2014 18:59
von Tina mit Hut | 290 Beiträge | 647 Punkte

noch ein paar :-)

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#3

RE: Monokel Kraftblues am 4.4.14 in Dresden

in Konzertberichte 2015 und älter 05.04.2014 19:01
von Tina mit Hut | 290 Beiträge | 647 Punkte

ok dann ist aber schluß

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#4

RE: Monokel Kraftblues am 4.4.14 in Dresden

in Konzertberichte 2015 und älter 06.04.2014 00:06
von Kundi | 2.431 Beiträge | 5518 Punkte

7 Jahre ist das schon wieder her? Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.

Ich war nicht nur damals bei Tinas MONOKEL-Premiere dabei, sondern auch gestern.
Unsere geliebte Kraftblues-Brigade war gestern wieder sehr gut aufgelegt und das übertrug sich auch auf das Publikum. MONOKEL kochte ein deftige Portion Kraftblues für die bluesrock-hungrige Meute in Dresdens besten Liveclub. Gute Laune gepaart mit Spielfreude und musikalischen Könne waren die ersten Zutaten in der Kraftblues-Suppe des gestrigen Abends. Dazu kamen weiterhin ein ordentlicher Sound und eine sehr schöne Lichtuntermalung. Gewürzt wurde der ganze Sud mit den bekanntesten MONOKEL-Liedern und ein paar internationalen Klassikern.

Als Sahnehäubchen würde ich die beiden selten gespielten Songs "M.O.N.O.K.E.L - Möchte ohne Not oder Kummer ewig leben" und "Das Lumpenlied" bezeichnen. Jedenfalls waren das sicher nicht nur für mich die absoluten Leckerbissen. Neben "Bye bye Lübben City" gehört "Das Lumpenlied" (Was gehn euch meine Lumpen an, da hängen Freud und Tränen dran. Was kümmert euch den mein Gesicht. Ich brauche euer Mitleid nicht...) zu den legendärsten Songs von MONOKEL und der ostdeutschen Bluesszene überhaupt. Was uns das Servicepersonal der MONOKEL Kraftblues-Küche gestern servierte, war heiß und wirklich lecker.

Fotos gibt es jetzt auch von mir. Mal sehen, ob ich in den nächsten Tagen auch einen kleinen Bericht klöppeln kann

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 06.04.2014 00:10 | nach oben springen

#5

RE: Monokel Kraftblues am 4.4.14 in Dresden

in Konzertberichte 2015 und älter 06.04.2014 19:41
von Kundi | 2.431 Beiträge | 5518 Punkte

Die Band MONOKEL KRAFTBLUES zieht mit ihrer musikalischen Mischung aus Blues und Rock sowie dem unverkennbaren Saitenspiel der beiden Ausnahmegitarristen Bernd "Kuhle" Kühnert und Michael "Lefty" Linke mittlerweile schon Generationen von Fans an. Auch unsereiner zählt ja schon seit Jahrzehnten zu den Bewunderern der Kraftblues-Brigade. Für die ältere Generation ab Mitte 40 ist MONOKEL aber auch mehr als "nur" eine geile Liveband. Da spielen bei manchem viele Erinnerungen und Emotionen mit. Der Blues mit all seinen Facetten und Spielrichtungen spielte in der untergegangenen DDR eine sehr wichtige Rolle. Blues hatte eine gewisse Ventilfunktion. Besonders in den 70er Jahren und frühen 80er Jahren übten diese Musik und Bands wie ENGERLING, KERTH, FREYGANG, HANSI BIEBL Band und einige andere eine unheimliche Anziehungskraft auf die Jugend aus. Mit Jeans, Parka, Klettis oder Jesuslatschen und langen Haaren zogen damals an den Wochenenden hunderte Jugendliche über Land und reisten als Tramper oder per Bahn den Bands hinterher. Mit ihrem Aussehen und oft total alkoholisiert waren die Blueser, Tramper oder Kunden auch prima als Bürgerschreck für den stinknormalen Bürger geeignet. Das reizte die Jugendlichen natürlich auch. Das ging so weit, dass diese Szene letzlendlich die bekannteste, langlebigste und vielleicht auch wichtigste Gruppierung der Jugendkultur in der DDR war. Aber, dass diese Bewegung ein Hort des Widerstands war und zwar ausschließlich ist eine Legende aus der heutigen Zeit. Vielmehr waren diese unorganisierten Horden ein Querschnitt der Gesellschaft und speziell der Jugendlichen.
Natürlich war ich auch bei den Bluesbands zu finden, aber nicht nur. Ich wollte einfach nur gute Livemugge hören und was erleben. Wenn keine bekannte Band im Umland war, taten es auch Disko, Jugendtanz auf den umliegenden Dörfern oder eine Fete mit Freunden. Wir wollten einfach richtig Spaß haben und wir haben uns oft mit diversen geistigen Getränken das Licht ausgeschossen. Dabei steckte ich in der Blues-Szene gar nicht so tief drin. MONOKEL - das war damals auch eine Kapelle für diese Unangepassten, für die Verweigerer staatlich organisierter Wochenendunterhaltung und auch für die Leute, die am Wochenende einfach nur aus dem vorgegebenen Rahmen des Alltags ausbrechen wollten.

Ich habe es heute noch in den Ohren, wie mein Alter Herr oft schimpfte, "du siehst aus wie ein Gammler", wenn ich in Jeans, Fleischerhemd und Jesuslatschen am Wochenende auf Tour ging. Das war für mich wie eine Auszeichnung und ich fühlte mich als siegreicher Kämpfer gegen die Spießer. Spiel, Satz und Sieg ging also an mich. Jetzt, also Jahrzehnte später, bin ich immer noch an den Wochenenden unterwegs und das hat immer noch auch etwas mit Ausbrechen aus dem Alltag zu tun.


Nun stand ich also wieder neben Tina und Mary in der ersten Reihe am Bühnenrand bei MONOKEL Kraftblues und als die Band zum "Berliner Luft" -Intro zur Bühne marschierte, stieg mein Puls voller Freude bestimmt deutlich an. Die Musiker legten sofort die Schalter um, griffen zu ihren Instrumenten und mit "Bla, bla bei Nacht" ging es gegen 21.30 Uhr los. Die Kraftblues-Turbine lief an und wie, denn gleich der zweite Titel war mit "Das Monster vom Schilkinsee oder der Bär, der Frohsinn bringt" ein Fanfavorit. Das merkte man an den begeisterten, zustimmenden Reaktionen im Saal. Da dachten einige sicher wieder an diverse Erlebnisse ihrer Jugendzeit *g*;-).

Egal, ob die hochprozentigen Getränke vom VEB Schilkin Berlin, VEB Bärensiegel Berlin, VEB Nordbrand Nordhausen, VEB Weinbrand Wilthen, VEB Likörfabrik Zahna, VEB Weinbrennerei Meerane oder anderen Schnapsbuden abgefüllt waren, Hauptsache war, dass es ordentlich drehte. Was haben wir alles für abenteuerliche Getränke durch unsere Kehlen gejagt. Es ist ein Wunder, dass wir nicht erblindet sind *grins*, denn manches war wirklich fürchterlicher Fusel. Ich erinnere mich zum Beispiel an "Kreuz des Südens", "Wilde Sau" (beide Liköre gab es sehr selten und nur unter dem Ladentisch), "Mocca Edel" (hieß bei uns Kommodenlack) "klarer Juwel" (im Volksmund blauer Würger), Pfefferminzlikör( auch Schlüpferstürmer genannt) oder Apricot Brandy. Alleine das Bier wäre ja auch zu trocken gewesen *feix*. Die möglichen Gefahren des Alkohols spielten damals noch nicht so eine Rolle,soweit ich mich erinnern kann.
Ich schweife heute wieder ganz schön ab, das ist aber keine Absicht. Also wollen wir mal flugs mit dem Bericht fortsetzen. Michael "Lefty" Linke trug, wie immer seinen Zylinder auf den Kopf. Er ist ja mit dieser Kopfbedeckung in guter Gesellschaft, denn berühmte Kollegen wie Steven Tylor (Aerosmith), Alice Cooper oder Slash wurden auch schon mit Zylinder gesichtet. ich glaube, Neumi von NRC hatte auch so einen Deckel auf. Ich erinnere mich bei diesen seltsamen Hüten auch immer wieder an Zirkusdirektoren. Na ja, so weit hergeholt ist das nicht, denn wie ein Zirkusdirektor führte auch der Herr Linke das Publikum durch den Abend. Seine Ansagen sind ja immer sehr speziell und ein Quell der Heiterkeit. Manchmal möchte einem das Lachen aber auch im Hals stecken bleiben, wenn er sich seine Gedanken über den verurteilten Straftäter Uli H. oder andere Personen des öffentlichen Lebens macht. Anderseits sind wir hier wieder bei der angesprochenen Ventilfunktion für uns selbstständig denkenden Staatsbürger und ironische Seitenhiebe haben sich diese Leute auch ganz einfach selbst verdient.

"Oh Well" von Fleetwood Mac war dann schon der erste internationale Klassiker. Er wurde 1969 veröffentlicht und stammt aus der kompositorischen Feder von Leadgitarrist und Sänger Peter Green. Bei MONOKEL KRAFTBLUES übernimmt Bernd "Kuhle" Kühnert für diesen Song die Rolle des Leadsängers.
Lefty und Kuhle zauberten auch am Freitag in der "Tante Ju" wieder knallharte Riffs, furiose Solos und spielerische Melodien aus ihren Handgelenken und ihren Instrumenten. Beiden Saiten-Hexern stand dazu jeweils ein Arsenal von 4 - 5 Gitarren zur Verfügung. Natürlich standen diese elektrischen Gitarren nicht zur Zierde auf der Bühne, sondern sie kamen wechselseitig zum Einsatz. Sehr schön finde ich immer wieder die Ausflüge der beiden Gitarristen in andere Sparten. Da erkennt man zum Beispiel schon mal Riffs von AC / DC wieder. Aber auch Abstecher in die klassische Musik kann man bei MONOKEL KRAFTBLUES erleben. Das ist der absolute Hammer, wenn Kuhle auf der E-Gitarre die wunderbare Melodie "Die Moldau" aus Bedřich Smetanas sinfonischen Zyklus "Mein Vaterland" spielt. Ich liebe diese plätschernde, fließende Moldau-Melodie im Original sowieso und wenn die Kraftblues-Brigade diesen Meilenstein der Musikgeschichte intoniert, treibe ich förmlich auf dem bekannten Fließgewässer des Nachbarlandes dahin.

Sehr geehrte Damen und Herren, bitte schnallen sie sich an, denn wir heben in der "Tante Ju" gleich ab zum "Kindertraum". Mich Linke leitete mit seinem etwa 1 Minute dauernden verträumten Gitarrensolo die Startphase ein, die Kraftblues-Maschine schien dabei auf den Startplatz zu rollen, wurde immer schneller und als Dicki Grimm dann mit den Drumsticks einzählte, hob sie endgültig ab. Das war natürlich wieder ein Schmeckerchen für meiner Mutter Sohn und für die anderen Konzertbesucher sicher auch. Michael "Pitti" Pflüger am Bass und Schlagzeuger Dicki Grimm schafften mit ihrem präzisen und druckvollen Zusammenspiel beste Arbeitsbedingungen für die beiden Gitarristen. Die Herren der Rhythmusgruppe legte also die Grundlage für den typischen MONOKEL-Sound und das taten sie gründlich in bekannter Qualität.

Bei MONOKEL fasziniert mich auch die Geschlossenheit von Melodie und Text. Die Band hat heute sogar noch mehr zu sagen, als vor 30 oder 35 Jahren. Das liegt auch an den Texten, die nicht von Friede, Freude,Eierkuchen handeln, sondern durchaus sehr viele menschliche und gesellschaftliche Probleme beschreiben. Die besten Beispiele dafür sind für mich die Lieder "Kein Engel" und "Schweine nach vorn", die auch gestern Bestandteil der Mugge waren. Die Jungs nehmen kein Blatt vor den Mund und ich finde das sehr gut.

Michael "Pitti" Pflüger am Bass und Schlagzeuger Dicki Grimm schafften mit ihrem präzisen und druckvollen Zusammenspiel beste Arbeitsbedingungen für die beiden Gitarristen. Die Herren der Rhythmusgruppe legte also die Grundlage für den typischen MONOKEL-Sound und das taten sie gründlich in bekannter Qualität.
Über zwei Lieder habe ich mich am Freitag ganz besonders gefreut, weil sie in den letzten Jahren sehr selten gespielt wurden. Ich gehe sogar so weit die beiden Songs als Sahnehäubchen dieser flotten Mugge zu bezeichnen. es handelt sich hierbei um "M.O.N.O.K.E.L - Möchte ohne Not oder Kummer ewig leben" und "Das Lumpenlied" . Jedenfalls waren das sicher nicht nur für mich die absoluten Leckerbissen. Neben "Bye bye Lübben City" gehört "Das Lumpenlied" (Was gehn euch meine Lumpen an, da hängen Freud und Tränen dran. Was kümmert euch den mein Gesicht. Ich brauche euer Mitleid nicht...)
Ich kann und möchte auch nicht jeden gespielten Titel hier vorbeten, aber der Abend war insgesamt wirklich wieder ein Fest für Ohren und Seele. Eigentlich war er es auch für die Augen, denn die Lichtshow war ja auch gut und es war auch schön zu beobachten, dass die 4 Musiker mit Leidenschaft, Herz und Spielfreude agierten.

„Donegan’s Gone“ von Mark Knopfler ist im Original für mich eigentlich typische Folkmusik und scheint aus diesem Grund von daher formal gar nicht so zur Kraftblues-Brigade zu passen. Micha Linke verwies in der Ansage darauf, dass es sich bei Mark Knopfler um einen seiner Helden handelt. Das Stück kommt in der Version von MONOKEL live ganz gut rüber. Wenn ich die am Freitag von MONOKEL gespielten internationalen Klassiker bewerten müsste, würde ich mich eindeutig für den Blueskracher "Fool for Your Stockings" vom texanischen Power-Blues-Trio ZZ Top entscheiden. Da passt einfach alles zusammen.

Mit dem „Boogiemobil“ und „Bye bye Lübben City“ wollte MONOKEL KRAFTBLUES scheinbar den Feierabend einläuten. Aber natürlich gab es noch eine Extra-Runde, welche aus 3 Liedern bestand Aus der bandeigenen Text-und Notenschmiede waren das "Wahrheiten und "Glaub nur an dich allein" Der Schlusspunkt wurde dann erst mit dem Instrumentalstück „Albatross“ von Peter Green/Fleetwood Mac gesetzt. Diese langsame Melodie nahm gekonnt die Fahrt aus der Mugge und war gleichzeitig der schöne, stimmungsvolle Abschluss eines tollen Konzertes.

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 06.04.2014 19:57 | nach oben springen

#6

RE: Monokel Kraftblues am 4.4.14 in Dresden

in Konzertberichte 2015 und älter 07.04.2014 21:59
von Mary | 246 Beiträge | 549 Punkte

Leider kann ich mich erst heute wieder hier melden, ich kam einfach nicht mehr ins Forum...
Denn auch ich war an diesem Abend natürlich in der Tante Ju und habe mich riesig gefreut, Tina und Kundi am Bühnenrand zu treffen.
Ein winziges Häufchen der "alten musikverrückten Garde"...
Es müsste schon etwas "Mächtiges" im Weg stehen, wenn ich mir die Kraftblueser so nah vor der Haustür entgehen lassen würde.
Ein herrliches Konzert!
Kundi hat es wunderbar beschrieben, wie immer.
Die voangegangenen Fotos waren ebenfalls wunderbar - ich lade deshalb nur einen kleinen Teil dazu.
Die "Monokler" sind an Spielfreude und Spaß beim Auftritt kaum zu überbieten!
Macht noch lange so weiter!!!

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"Ihr lacht weil ich anders bin. Ich lache, weil Ihr alle gleich seid."
Kurt Cobain
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