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PAUL BARTSCH und Band im Dixiebahnhof Weixdorf am 19.10.18

in Konzertberichte 2019 und älter 07.11.2018 15:56
von Holger | 259 Beiträge | 706 Punkte

PAUL BARTSCH ist als Literaturwissenschaftler, Autor, Hochschulprofessor und Liedermacher ein vielbeschäftigter Mann. Vor allem die letztgenannte Tätigkeit möchte er auf keinen Fall missen. Als Liedermacher ist PAUL schon seit Beginn der achtziger Jahre zu Gange. Im Jahr 2003 hat er eine Band um sich geeint, die nach 15 Jahren immer noch mit viel Herzblut und grenzenloser Spielfreude Musik macht. Das 15jährige Bandjubiläum wird in ihren Konzerten mit einem Querschnitt aus den bisherigen 6 Studio-CDs gefeiert, zuzüglich einiger Songs von der Neuen, die noch vor Weihnachten erscheinen soll.

Da wir im Juni nicht bei den Jubiläumskonzerten in der Hallenser Theatrale dabei sein konnten, ging es am 19.10. in den Dresdner Norden. Im Dixiebahnhof waren PAUL BARTSCH (Akustikgitarre, Gesang) und seine Mitstreiter GERD HECHT (Bässe), RALF SCHNEIDER (Schlagzeug und sonst. Percussion), THOMAS FAHNERT (Gitarren und Geige) und SANDER LUEKEN (Keyboard) zum ersten Mal zu Gast. Eröffnet wurde der Abend mit „Irgendwer“ aus den Anfangsjahren der Band. „Irgendwer muss doch wissen wo`s langgeht, irgendwer hat doch sicher nen Plan“. Bei diese Zeilen wird man an die derzeitige Situation in unserem Land erinnert, nur wer hat einen richtigen Plan. Weiter ging es mit „Irgendwo“, einer Hommage an GUNDIs Lausitz. Dieses wunderschöne Lied über „die staubigen Nester inmitten von Kiefern, Kohle und Sand“ und die „verrostenden sterbenden Giganten“ ist eines meiner ganz großen Favoriten. Von der ersten CD „Bruchpiloten“ gab es auch noch den „Toskana-Blues“. Hier beschreibt der Text „Was braucht der Mensch zum Überleben, was braucht er, um glücklich zu sein – Er nimmt sich von dem, was die andern ihm geben und bringt sich selbst ganz ohne Rückhalt ein“ einen Zustand, der in der heutigen Zeit wohl mehr denn je vonnöten sein wird.
Auf jeder CD hat die Band einen Song verewigt, der mit dem Titel an die Gruppe RENFT erinnert. Auf der letzten war das „Ermutigung“. Genauer gesagt „Ermutigung III“. Diese („Wie ist es möglich Mensch zu bleiben auf diesem kalten, kalten Stern“) ist eine Art Fortschreibung von BIERMANNs Lied aus den 60igern („Du lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit“) und der Version der Gruppe RENFT aus den Anfängen der Siebziger („Manchmal fällt auf uns der Frost und macht uns hart“) in das sehr bewegte Hier und Heute. Auf dem vorletzten Album „Tanzende Hunde“ finden sich 2 wunderschöne Balladen über „Heimat“ und „Diese Kinder“, die im Dixiebahnhof ebenfalls in der Setliste zu finden waren.
Natürlich gab es auch einen Vorgeschmack auf die neue, mittlerweile 7. Studio-CD namens „Liebesland“. Die Musiker zeigen mit den neuen Songs ihre Sichtweise auf das Geschehen der heutigen Zeit. Zu Gehör kamen an diesem Abend „Lebensplan“, „Hans im Glück“, „Supermans freier Tag“ „Alternative für D“ und das Titellied „Liebesland“. Man findet wieder eine breite Palette im Musikalischen vom Tango bis zum Reggae. Wir freuen uns sehr auf die neue Scheibe.
Das Konzert wurde mit einem Klassiker der Band , dem „Klotz am Bein“ beendet. Aber die Zuhörer im Dixiebahnhof, auch wenn es nur knapp 30 waren; erklatschten sich noch mehrere Zugaben. Bei der letzten, dem „Schmiedeblues“ war auch ein starker Chor des Publikums gefordert.

Ein unvergesslicher Abend mit einer Band, der man die Freude am Musizieren während des gesamten Konzertes ansehen konnte. Die sind mit sehr viel Herzblut bei der Sache. Dazu noch ein Beispiel: Schlagzeuger RALF SCHNEIDER ist fest angestelltes Mitglied bei der Staatskapelle Halle und hatte sich nach der Probe allein auf den Weg nach Dresden gemacht, um mit seinen Mitstreitern diesen Abend zu genießen.
Vielen Dank an den Dixiebahnhof. Es war hoffentlich nicht das letzte Konzert mit PAUL BARTSCH & Band. Bei ihrer Liebe zur Musik wollen sie noch ein paar Jahre weiter machen. Dazu passt ein Text von ihrem Lied „Glaubensfragen“ (auch eine Erinnerung an RENFT) „Glaubst du wirklich, es könnte was bringen, darüber gemeinsam zu singen? Glaubst du wirklich, dass man so die Welt ändern kann? Na, wir werden`s ja sehn, ich fang einfach mal an“.



zuletzt bearbeitet 07.11.2018 15:59 | nach oben springen

#2

RE: PAUL BARTSCH und Band im Dixiebahnhof Weixdorf am 19.10.18

in Konzertberichte 2019 und älter 08.11.2018 05:19
von Kundi | 3.250 Beiträge | 7335 Punkte

Herzlichen Dank für dieses eindrucksvolle Lebenszeichen von Paul Bartsch und seiner Band, lieber Holger.
Leider kann man sich nicht teilen. Ich hatte an diesem Wochenende eine andere Entscheidung getroffen.

Ich werde aber nie verstehen, dass so ein großartiger Musiker in Sachsen nur vor 20 oder 30 Zuschauern spielt. Das war ja schon bei 2 Muggen im Club Passage so, welche ich besuchte.

Gruß Kundi


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