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Promo-CD LATERISER - "Trailer Jams" (2014)

in CD-, DVD- und Buchveröffentlichungen 20.02.2015 18:05
von HH aus EE | 846 Beiträge | 2063 Punkte

Lateriser „Trailer Jams“ (Demo-CD, Lateriser, 2014) (20.02.2015)

1. Smokin’ Evil Eye
2. Backseat Blues
3. Fire (Jimi Hendrix)


Wenn einer wie ich an deutschen Blues denkt, dann fallen ihm entweder Namen aus Berlin oder aus Thüringen ein. Auch die beiden Sachsenmetropolen Dresden und Leipzig haben einiges beizutragen. Aber niemals wäre ich auf die Idee gekommen, in diesem Zusammenhang an das Erzgebirge, konkret an das dortige Oelsnitz, zu denken. Dennoch ist es so, dass mir die Post von genau jenem Ort eine Promo - CD einer Blueskapelle in den Briefkasten gesteckt hat. LATERISER, etwa Spätaufsteher bzw. Langschläfer, ist darauf zu lesen. Diesen Namen hatte ich nie zuvor gehört.

Auf dem Silberling kann man drei Stücke hören, um sich Appetit für das kommende Album zu holen. Schon das erste Häppchen, „Smokin’ Evil Eye“, kommt als rockender Boogie daher gestampft. Vom ersten Moment an geht mir eine treibende Gitarre ins Ohr, die sich über einem kräftig groovenden Boogie-Rhythmus im Stil der allseits bekannten Altmeister austobt. Das kurze Stück nimmt mich auf Anhieb mit, weil es ohne die oft langweiligen zusätzlichen Instrumental-Mätzchen auskommt. Hier wird effektiv, kräftig sowie zupackend und ohne Kompromisse gerockt und zum Ende hin dürfen sich die Saiten noch kurz austoben. Der Sänger zeigt, wie er die Kombination Rock und Boogie stimmlich auszufüllen vermag und das passt gut zum Sound der Instrumente. Heiße Hummer! Noch eine Zacken schärfer, mit mehr Swing und Dynamik im Gepäck, kommt der „Backseat Blues“ daher. Sowohl Bass, als auch Drums steppen ein druckvolles Klangfundament in die Gehörgänge und eine Gitarre rotzt ihre trockenen und dreckigen Riffs und Akkorde hinterher. In den knackigen dreieinhalb Minuten zeigt das Trio LATERISER, wie gute handgemachte Rockmusik klingen kann, nur hätte ich mir gewünscht, man hätte den Mut gehabt, vielleicht für diese Nummer auf die englische Sprache zu verzichten. Ansonsten gibt es nichts zu „meckern“.
Eine Coverversion von „Fire“, frei nach Jimi Hendrix, findet sich ebenfalls auf der Scheibe. Sicher will man zeigen, welches Potential an instrumentalen Fertigkeiten in der Band musiziert. Das ist ganz ohne Zweifel gelungen, der gesangliche Vergleich mit Hendrix allerdings lässt dann doch einige Wünsche an lasziver Lässigkeit und Authentizität offen. Der Spaß und die Freude allerdings am treibenden Spiel der Hendrix – Vorlage ist deutlich zu spüren und überträgt sich auch auf den Hörer. Doch gesanglich vermisse ich dann doch wieder das Volumen und die Eleganz des Originals, aber das ist schon eine sehr persönliche Empfindung.

Die drei Musiker von LATERISER, Martin Fankhänel (Gitarre, Gesang), Martin Rudolph (Bass) und am Schlagzeug Benjamin Nagel sind ganz offensichtlich auf einem guten Weg, ihre eigene Version vom Blues und Rock’n’Roll zu finden. Der Sound der Band kommt trocken und voll aus den Boxen und das Spiel mit Fellen, Becken und Saiten lässt kaum Wünsche offen. Da bin ich angenehm überrascht und auch ein wenig froh, eine weitere Band kennengelernt zu haben, die (ost)deutsche Bluestraditionen in die Zukunft tragen könnte. Was ich ganz persönlich, auch im Fall von LATERISER, schade finde, dass dabei zunehmend auf Lyrik in deutscher Sprache (bewusst?) verzichtet wird und das typisch Kantige, das unsere Muttersprache bietet, irgendwann, wenn sich das fortsetzt, mit Blues unterlegt, nicht mehr zu hören sein wird. Dabei bietet ja gerade der Blues die einmalige Chance, ihn sehr authentisch sogar in Mundart singen zu können und sogar in polnischer Sprache kann das ganz unverwechselbar den Blues transportieren (höre Nalepa). Das wäre doch einmal ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal: Blues’n’Arzgebirgsch!

Nichts desto trotzdem macht die kleine Promo-CD Appetit auf mehr und wenn das ganze Album mit diesem Sound daher kommt und LATERISER sich keine auffälligen Fehltritte darauf leistet, dann darf die Band guter Hoffnung und der Blues-Fan wird glücklich sein.

Angefügte Bilder:
www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
zuletzt bearbeitet 21.02.2015 07:44 | nach oben springen

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RE: Promo-CD LATERISER - "Trailer Jams" (2014)

in CD-, DVD- und Buchveröffentlichungen 01.06.2015 10:19
von HH aus EE | 846 Beiträge | 2063 Punkte

Manchmal geschehen Dinge, mit denen man selbst nicht ernsthaft gerechnet hat. Wenn man dann aber mitbekommt, dass Anregungen aufgegriffen und verarbeitet werden, darf man auch mal stolz sein, ein Aktiver und Mitgestalter im Hintergrund gewesen zu sein. Hier ein Konzertbericht vom Blueser, die Band LATERISER in Biesdorf betreffend:

http://www.blueser54.de/385.html


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