#1

Scharfschwerdts Neuland 20.12.19 Kesselhaus Berlin

in Konzertberichte 2019 21.12.2019 16:53
von PMausM | 1.764 Beiträge | 3741 Punkte

An dieser Suppe wurde lange gekocht. Zwei Jahre schon brodelt sie im Kessel, nun wurde sie im Kesselhaus in Berlin serviert.
Als Teilnehmerin der Kochshow kann ich euch versichern, es wurde nichts aufgewärmt und auch nichts zerkocht. Aber mit einem Löffel konnte man die Suppe nicht essen, man benötigte schon eine Pommesgabel. Es hat unheimlich Spaß gemacht, das Kochteam bei der Arbeit zu beobachten.

Das Rezept wurde gemeinsam kreiert, gemixt und gerührt wurde von den Fachkräften Klaus Scharfschwerdt (ehemals bei den Puhdys als Schlagzeuger beschäftigt) , Hans Wintoch (besser bekannt als Hans die Geige) , Sylvia Eulitz (Cellistin) und Thomas Glatzer (Gitarrist).

Wie kann es da anders sein, herausgekommen ist ein feuriges Mahl und keine Hausmannskost.
Die Vier servierten im Kesselhaus deutschsprachige Rockmusik mit einem Hauch Metal. Zwei Streicher, ein Schlagzeuger und ein Gitarrist betraten Neuland. Auch mit insgesamt 125 Jahren Bühnenerfahrung kann man Neues wagen. Das bewiesen die drei Herren und die eine Dame gestern eindrucksvoll.

Ihre CD „Made in Europe“ wurde brillant in Szene gesetzt. Auf der Bühne fackelten die Vier ein Feuerwerk der Extraklasse ab.
Die Rollenverteilung war klar, Klaus trommelte sich die Seele aus dem Leib, es war wie in alten Zeiten. Hans hielt den Bogen straff und ging in seiner neuen Rolle als Frontmann auf. Auch wenn er immer gern damit kokettiert, nicht singen zu können, war seine rauchige, markante Stimme das Salz in der Suppe.
Sylvia und Thomas sind die perfekte Ergänzung, da sie beide Meister an ihren Instrumenten sind und auch viel Showtalent mitbringen. Es war den Zuschauern eine Freude, diese Künstler zu beobachten, mit wie viel Leidenschaft sie ihre Musik zelebrierten.

Die Show wurde eröffnet von Klaus Scharfschwerdt, der verschiedenen Unterstützern des Projekts dankte und die Gäste begrüßte. Zwei seiner ehemaligen Kollegen waren gekommen. Quaster und Peter Meyer gaben sich die Ehre. Sie wollten bestimmt wissen, was ihr langjähriger Kollege nun so treibt. Es war nicht zu überhören.

Die erschienenen Puhdysfans rauten sich am Bühnenrand zu: „So viele zusammenhängende Sätze haben wir von Klaus noch nie gehört.“ Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.

Dani Wintoch kündigte dann die Vorband an. Praktischer Weise hatte Sylvia Eulitz eine Mitspielerin eingeladen, mit der sie musikalisch unterwegs ist. Diana Tobien ist eine Keyboarderin und Sängerin. Gemeinsam sind sie das Duo „Gloomy Monday“ und brachten internationale Poppmusik in ungewöhnlicher Instrumentierung. Cello und Piano, das hatte was.

Dann brach ein musikalischer Hurrikan über die Zuschauer herein. Klaus, Hans, Sylvia und Thomas betraten die Szene und wurden von den Zuschauern stürmisch begrüßt. Ohne große Vorrede ging es von Hit zu Hit. Alle Nummern auf der neuen Scheibe wurden von den drei Herren komponiert und arrangiert, sie schrieben auch die Texte. „Was dann?“ und „Wenn die Nacht kommt“ stammen von Hanno Bruhn. Das ist ein Berliner Bluesmusiker, Hans die Geige hatte früher schon mal mit ihm gespielt.
Der Opener war der Titel „Pegasus“, die Besucher konnten sofort die brillante Lichtshow bestaunen. So aufwändig wurden die Titel nicht mal zu Puhdys besten Zeiten in Szene gesetzt. Dort stimmte alles. Der Lichtdesigner hatte für jedes Lied ein thematisch passendes Bühnenlicht und entsprechende Effekte. Lobenswert, es gab keinen „Bodennebel“.
Die Akteure wurden sehr vorteilhaft in Szene gesetzt, die Fotografen freute es.

Ich kann hier nicht alle gespielten Titel besprechen, such mir mal raus, was mir besonders gefallen hat. Eine bestimmte Bekanntheit haben inzwischen schon „Neuland“ und „Flieg mit mir“. Letzterer setzt sich gern als Ohrwurm fest, also Vorsicht, wenn ihr den anhört.

Mein Favorit ist „Hoolahoop“. Der kommt locker, leicht und rockig daher und macht gute Laune.
In die Sparte Weltverbesserung gehört „Was dann?“ Die Sorge „Wenn die Welt kein Herz mehr zeigt“ teile ich auch. Hans singt das so, dass es zu Herzen geht.

Richtig toll sind auch die 5 Instrumentaltitel. Das ist eine Spezialität der Band. Hier kommen die Talente von Klaus Scharfschwerdt und von Hans die Geige besonders zum Tragen.
Hans die Geige spielt gern „Queeny“. Klaus steuerte etwas aus seinem früheren Musikerleben bei. Nein, es war kein Puhdystitel. Er spielte aber sein altbewährtes Drumsolo. Die Fans quitierten es mit stürmischem Beifall.

Ein Titel war noch zu hören, der ist nicht auf der CD „Made in Europe“, aber auch neu geschrieben worden. Er heißt „Nur der Wind“ und erzählt von dem Traum von Hans Wintoch, Harley zu fahren. Aber erst muss er noch den Führerschein machen, wie er mit spitzbübischem Lachen bemerkte.

Für den Ton zeichnete Tobias Kanter verantwortlich. Er ist Sound Engineer bei den Lochis und bei Flying Steps.

Leider waren nur die ersten Reihen dicht besetzt. Viele Leute sind im Weihnachtsstress.
Die erschienenen Fans kamen aber aus ganz Deutschland um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Nun kommt es darauf an, dieses musikalische Menü in vielen Ecken und auf vielen Bühnen dieses Landes zu servieren. Ich bin gespannt, ob es genügend Menschen gibt, die diese Spezialität schätzen.
Es ist kein Einheitsbrei geworden, so viel wurde gestern Abend klar.
Hut ab vor den Machern, ich wünsche dem Projekt den Erfolg, den es verdient.




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#2

RE: Scharfschwerdts Neuland 20.12.19 Kesselhaus Berlin

in Konzertberichte 2019 21.12.2019 16:58
von PMausM | 1.764 Beiträge | 3741 Punkte

Bilder

Angefügte Bilder:
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#3

RE: Scharfschwerdts Neuland 20.12.19 Kesselhaus Berlin

in Konzertberichte 2019 21.12.2019 17:51
von Frank | 463 Beiträge | 979 Punkte

Danke Petra , für denTextbericht und die schönen Bilder

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#4

RE: Scharfschwerdts Neuland 20.12.19 Kesselhaus Berlin

in Konzertberichte 2019 22.12.2019 11:52
von AnHi | 67 Beiträge | 147 Punkte

Wunderbarer Bericht, Petra. Dankeschön.
Statt Fotos:
Das Konzertereignis in Ausschnitten (von jedem Stück ein Stückchen):

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#5

RE: Scharfschwerdts Neuland 20.12.19 Kesselhaus Berlin

in Konzertberichte 2019 22.12.2019 12:25
von Kundi | 2.998 Beiträge | 6767 Punkte

Herzlichen Dank für die schnelle, persönliche und umfangreiche Berichterstattung, liebe Petra.
Ebenso danke ich Andreas für seinen Zusammenschnitt vertonter und bewegter Bilder.

Dieser Konzertabend hat viele von uns, auch mich, interessiert. Leider ließen sich am Freitag meine beruflichen
Termine und die Mugge in Berlin nicht unter einen Hut bringen.

Man kann nur hoffen und das wünsche ich der Band auch, dass die Veranstalter im neuen Jahr ihre Türen für Scharfschwerdts Neuland weit offen halten.

Gruß Kundi


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