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CRAZY BIRDS & FREUNDE 30.04.18 Rathaus-Innenhof Ortrand

in Konzertberichte 2018 19.05.2018 21:20
von Kundi | 2.836 Beiträge | 6409 Punkte

Wir schrieben Montag, den 30. April 2018. Da der nachfolgende 1.Mai in Deutschland bekanntlich Feiertag („Tag der Arbeit“, früher in der DDR „Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen“) ist, stand einem Ausflug zu einem abendlichen kulturellen Vergnügen nichts im Wege. Man konnte ja am folgenden Tag ausschlafen. Möglichkeiten gab es ja viele, denn der 30. April ist nicht nur ein sogenannter Vorfeiertag, sondern er hat hier in der Oberlausitz auch noch eine traditionelle Bedeutung für die Brauchtumspflege. Für die Tanz-Wütigen gibt es an einigen Orten den Tanz in den Mai, vielerorts gibt es dagegen den Brauch des Hexenfeuers.

Das Abbrennen dieser großen Holzhaufen geht auf das 18. Jahrhundert und den Aberglauben der Bevölkerung zurück. Mit der reinigenden Wirkung des Feuers sollten die bösen Wintergeister vertrieben werden. In einigen Dörfern wurde und wird dazu auf dem Holz zusätzlich eine selbstgebastelte Puppe verbrannt. Diese Hexe versinnbildlichte die bösen Geister. Heute hat das Hexenbrennen eher Volksfestcharakter. Die Leute versammeln sich an diesem Abend am Feuer um gemeinsam zu feiern und den dörflichen Zusammenhalt zu pflegen. Dazu wird bis tief in die Nacht beim Schein der Flammen gegrillt, das eine oder andere geistige Getränk genossen, gequatscht, gescherzt und auch mal getanzt. Die letzten Leute verlassen diese Veranstaltungen gewöhnlich erst wenn der Haufen komplett niedergebrannt ist und der neue Tag angebrochen ist.

Wie auf Bestellung schien in diesem Jahr am 30. April die Sonne und das deutete darauf hin, dass am Abend die entsprechenden Veranstaltungen in der Region gut besucht sein würden. Das bestätigte sich auch als ich im Schein der Abendsonne mit meinem von 100 rassigen koreanischen Motor-Mustangs angetriebenen Fortbewegungs-Kumpel CEEDrik gemütlich über Land- und Dorfstraßen meinem Ziel entgegenfuhr. Selbst im kleinsten Kaff strömten die Menschen aus ihren Häusern und dem am örtlichen Fest- bzw. Sammelplatz Scheiterhaufen zu. Einzelne Gemeinden errichteten zudem in mühseliger Handarbeit mit Stangen gerade ihren Maibaum.

Mich focht das ganze Brauchtum diesmal gar nicht an, denn ich wollte an diesem Abend lieber gute Mugge genießen. Meine benzingetränkten Pferde trabten also fröhlich weiter in Richtung einer ca. 2150 Seelen-Kleinstadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf der für mich anderen Seite der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze. Endlich passierte ich das Ortsschild auf dem Ortrand stand.

Die ca. 780 Jahre alte Stadt feiert nun schon seit 15 Jahren Anfang Mai ihr Stadt- und Musikfest. Da kann man auch schon von Tradition sprechen. Dieses Jahr wurde der 30. April in Ortrand auf den Ankündigungsplakaten und im Programm als Stadtfest-Vorabend ausgewiesen. Zu diesem Zwecke lud man die örtliche Bevölkerung und die Gäste zur Livemugge auf den Hof des Rathauses ein.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und dieser muss bekanntlich auch nicht immer kompliziert, überdimensioniert und teuer sein. Auf dem Hof waren für diesen Abend eine kleine überdachte Bühne, Getränkestand und Grillstation aufgebaut worden. Dazu wurden noch ein paar Biertischgarnituren aufgestellt.

Unsere geliebten CRAZY BIRDS & FREUNDE waren die erste Wahl der Ortrander Organisatoren für dieses musikalische Stadtfest-Vorglühen. Aus meiner Sicht war das natürlich eine sehr gute Entscheidung der Verantwortlichen. Außerdem sollte vor und nach dem Gig sowie in den Pausen ordentliche und passende Konservenmusik aufgelegt werden. Das erledigte ein in Ortrand ansässiger und weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannter und beliebter Diskjockey. Dieter Bunzel, der als DJ Bunzel seit Jahren in der Musikszene aktiv ist tatsächlich bekannt wie ein bunter Hund, denn er legt bei den open air’s / Festivals hier im Osten (z.B.: open air Audigast, open air Oettersdorf, Rock im Wald Gehren usw.) und in den einschlägigen Veranstaltungshäusern (Real Music Club Lauchhammer, Kuhstall Tanna, „Zum Löwen“ Ebersbrunn, Wotufa Neustadt/Orla usw.) auf. Er umrahmte auch diese Veranstaltung wieder abwechslungsreich und unterhaltsam mit feinen Songs aus Rock, Oldies und Blues.

Der Zulauf an Besuchern war für so eine Kleinstadt recht ordentlich. Gut gelaunt harrten sie der Dinge, die da kommen sollten. Zunächst kam erstmal der Bürgermeister (oder war es einer seiner Stellvertreter?) und sprach ein paar salbungsvolle Worte zur Eröffnung. Zum Glück hielt er sich kurz.

Als die Schar „verrückte Vögel“ und ihre Freunde die Bühne in Beschlag nahmen und laut zu rocken begannen, war selbstverständlich Rockparty-Alarm angesagt. Wenn das Licht auch spärlich war sowie der Ton besonders am Anfang zeitweise breiig war, CRAZY BIRDS & FREUNDE zogen alle Register und ließen es ordentlich krachen. Am lautesten war wieder mal die einzige Dame des Ensembles, das ist aber normal, sie ist ja die Schlagzeugerin, welche ordentlich auf Trommeln, Becken usw. haut. Sie legte den rhythmischen Grundstein für den fetten Klang der CRAZY BIRDS, welcher durch das exzellente Bassgitarrenspiel von Tom Vogel zu einem stabilen, tragfähigen Rhythmusfundament erweitert wurde.

Es ist ja kein Geheimnis, dass sich in der Produktionsgemeinschaft mitreißender Rockmusik aus dem sächsischen Elbtal mit dem Namen CRAZY BIRDS handwerklich sehr begabte, spielfreudige Musiker zusammengefundenen haben, die mit dem Herzen bei der Sache sind und die auch ihr Publikum begeistern können.

Die um ebenso hervorragende musikalische FREUNDE erweiterte Band verbreitete folgerichtig auch in Ortrand von Anfang an wieder gute Stimmung und sie bereitete den Zuhörer-Ohren einen klanglichen Festschmaus. Die Zutaten dieses Ohrenschmauses bestanden aus einigen der schönsten Rocksongs des Osten und einigen internationalen Highlights.

Gisbert Koreng brillierte wieder als Sänger des Liedgutes von electra („Einmal ich, einmal du, einmal er“; „Nie zuvor“, „Alter, Alter, Dankeschön“, „Frau im Spiegelbild“), REFORM („He, Schwester küss mich“, „Wenn die Blätter fallen“) und von GARRY MOORE („Still got the Blues“).

Außerdem teilte er sich mit dem ebenfalls herausragenden Sangesknaben H.C. Schmidt die Gesangsparts bei Liedern wie „Tritt ein in den Dom“ (electra) und “All for Love“ (STING; ROD STEWART, BRIAN ADAMS). Auch die großartige „Tagesreise“ (HORST KRÜGER BAND, LIFT) wäre mit nur einer Stimme nur halb so schön.

Hans Christian Schmidt konnte seine rauchige Stimme und seinen leidenschaftlichen Gesang bei "Tom Traubert's Blues" (besser bekannt als "Waltzing Mathilda") von TOM WAITS, bei "Never too old" ("To Do What you like“) von MARTIN GERSCHWITZ und bei der LIFT-Ballade „Scherbenglas" voll ausleben. Auch von seiner alten Band ZWEI WEGE waren mit „So komm“ und „Halt mich fest“ wieder zwei schöne Lieder im Programm.

Andreas „Bruno“ Leuschner sang sehr einfühlsam die wunderschöne Ballade „Wind trägt alle Worte fort“ (FRANZ BARTZSCH). Angela Ullrich rockte stattdessen als „Die wilde Mathilde“ von SILLY über die Bühne.

Tom Vogel stellte wieder seine Entertainer- und Programmführer-Qualitäten unter Beweis. Sehr einfühlsam sang er auch noch das von ihm geschriebene Stück ""Lied für Annelie. " Was der Mann auf seinem Instrument so „bass-ierte“ war schon feinste Tiefton-Sahne. Die erdigen und kräftigen Töne fahren einem manchmal herrlich bis ins Mark.

Ecki Lipske und seine filigrane Gitarren-Kunst machen einen guten Teil der typischen CRAZY BIRDS-Mugge aus. Der Mann macht mit seiner Fingerfertigkeit und seiner musikalischen Phantasie auf den 6 Saiten in Ortrand wieder so ein grandioses Ramba-Zamba aus einzelnen Tönen, Melodien und Geräuschen, dass mir die Kinnlade herunterklappte und ich vor Staunen garantiert auch zeitweise fast eine Maulsperre hatte.

CRAZY BIRDS & FREUNDE teilten die Mugge in 3 Musikblöcke auf. Dazwischen gab es Pausen mit Musik von DJ Bunzel. Der Abend war so relativ lang, aber gefühlt immer noch zu kurz.

Das Publikum hatte Spaß. Man sah glänzende Augen, strahlende Gesichter und sich bewegende (Mitsing-)Münder. Dass das am Ende in Zugaben mündete, war so schon lange vorhersehbar. CRAZY BIRDS & FREUNDE ließen sich da auch nicht lange bitten.

Während die Band dann noch ihre Anlage abbauen und im Auto verstauen musste, war ich schon auf der Heimfahrt. Inzwischen hatten wir auch schon den 1. Mai.

Gruß Kundi

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RE: CRAZY BIRDS & FREUNDE 30.04.18 Rathaus-Innenhof Ortrand

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RE: CRAZY BIRDS & FREUNDE 30.04.18 Rathaus-Innenhof Ortrand

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