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BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

in Konzertberichte 2018 08.04.2018 14:03
von Kundi | 2.422 Beiträge | 5499 Punkte

Ostern stand vor der Tür und am Gründonnerstag tobte das Vorfeiertagsverkehrshaos auf der Bundesautobahn 4. Insbesondere für die Richtungsfahrbahn in Richtung Osten im Abschnitt Berbersdorf - Ottendorf-Okrilla (Strecke ca. 50 Kilometer lang) wurde ein stundenlanges, stockendes und stehendes Blechlawinenheer vorausgesagt. Oder sollte man orakelt sagen? Auf jeden Fall lagen diese Stimmen recht nahe an der Realität, wie die Meldungen des Verkehrsfunks am Nachmittag und frühen Abend zeigten. das hatte erheblichen Einfluss auf meine Muggenpilgerpläne an diesem Tag, denn ich wollte größeren Stress bei Hin- und Rückreise vermeiden. Freiberg kam daher diesmal für mich nicht mehr in Frage. Nachts mehr als 2 Stunden über Landstraßen schleichen, war mir dann doch zu fett.

Ich entschied mich also kurzfristig um. Ich sattelte also mein befreundetes und motorisiertes Blechhuhn CEEDrik und schwirrte ab in einen staatlich anerkannten Erholungsort, in welchem zum Beispiel der beliebte Schauspieler Peter Sodann seine Kindheit verbrachte. Ganz grob kann man die Lage der Ortschaft auch mit inmitten des Dreiecks Meißen - Moritzburg - Dresden gelegen beschreiben. Die Rede ist von Weinböhla. Etwas mehr als 10000 Menschen sind in der Gemeinde Zu Hause.

Mit dem um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erbauten Zentralgasthof hat Weinböhla einen schönen Veranstaltungsort von überregionaler Bedeutung. Auch eine Gaststätte beherbergt der Gasthof dessen markantes Gebäude den Ortskern mit prägt.
Tagungen, Festveranstaltungen, Bälle, Lesungen, Präsentationen sowie größere und kleinere Konzerte können im Zentralgasthof abgehalten werden. Die Räumlichkeiten von Ballsaal und Foyer können hierbei flexibel entsprechend der Art der Veranstaltung und der Anzahl der entsprechenden Besucher vorbereitet und genutzt werden. Der unbestuhlte Saal ist für ca. 550 Besucher geeignet, das Foyer bietet etwa 100 Gästen Platz.

In den vergangenen 15 Jahren traten hier bekannte Bands und Künstler wie CÄSAR & DIE SPIELER, HANS DIE GEIGE, RENFT, SILLY, CITY, FALKENBERG oder die PUHDYS auf.
Fans dieser Künstler und weiterer Künstler nahmen und nehmen weite Wege auf sich, um ihre Idole zu erleben. Auch das erklärt die überregionale Bedeutung des Hauses. Aber man sollte dabei auch die schmucken, gepflegten Räume nicht vergessen. Sie bieten Künstlern und Gästen gleichermaßen beste Bedingungen und eine beispielhafte Atmosphäre. Insbesondere der Ballsaal mit der Galerie (dort hat man einen schönen Blick von oben auf Bühne und Saalbereich) ist eine Augenweide.

Übrigens war der Bau von 1982 an geschlossen und verfiel. Bis sich die Gemeinde 1996 ein Herz fasste, das Objekt kaufte, sanierte, modernisierte und um das neue Foyer erweiterte. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde neu eröffnet und Weinböhla hatte nach Jahren der Stille sein beliebtes und renommiertes Haus zurück.

Die Plakate in der Umgebung verkündeten schon bei der Anreise sichtbar, dass am Gründonnerstag des Jahres 2018 die Band BUDDY JOE wieder im Zentralgasthof rocken würde. Die Veranstaltung der Band kurz vor Ostern in diesem Saal hat mittlerweile auch schon den Traditionsstatus. An diesem 29. April im Jahr des Herrn 2018 fanden immerhin ca. 300 Musikbegeisterte den Weg in die unheiligen aber schönen Ballsaal des Zentralgasthofes. Aber immerhin war ja mit der evangelischen St. Martins-Kirche heiliger Boden und heiliges Bauwerk in unmittelbarer Reichweite des Zentralgasthofes. Für mich gottlosen Muggenpilger, Konzertnomade und Konzertgänger reichte jedoch auch der Saal des Gasthofes.

Die freiwillige Vereinigung (hard-)rockmusizierender Musiker aus dem Elbtal mit dem Gruppennamen BUDDY JOE hat sich auch heuer wieder Gäste eingeladen, welche den Abend als Vorband eröffneten.

Die im Herbst 2010 gegründete Rockband JESS sollte den (Tanz-)Boden für die nachfolgenden BUDDY JOE's bereiten. JESS, der Name könnte sonst etwas bedeuten. Zum Beispiel könnte sich dahinter eine YES-Coverband verbergen. Aber die Erklärung ist ganz einfach. Die Gruppe stammt aus der zur Gemeinde Niederau gehörigen Ortschaft Jessen, also praktisch gleich um die Ecke in Richtung Großenhain vom Zentralgasthof. Das soll die Erklärung für den Bandnamen sein. Übrigens ist dieses Jessen nicht mit anderen Ortschaften gleichen Namens, wie beispielsweise Jessen/Elster, zu verwechseln.

Die Männer teilen sich mit BUDDY JOE den Proberaum und Schlagzeuger Peter bedient zudem noch die Technik bei BUDDY JOE, wenn die Zeit es zulässt. Man kennt sich also untereinander ziemlich gut. Aus diesem Grund haben die Musiker beider Kapellen ihre Setlisten für den Abend abgestimmt. Das war auch notwendig, denn JESS und BUDDY JOE
covern bekannte Rock- und Hardrock-Perlen der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Da gibt es durchaus auch einige Überschneidungen in den einstudierten Songs. Aber die Protagonisten des Abends von Band 1 und Band 2 haben durch sorgfältige Abstimmung und Vorbereitung Doppelungen in der insgesamt 4 stündigen Musikfolge vermieden.

Auch bei JESS standen gestandene Musiker auf der Bühne, auch der Sound dieses Ensembles ist nicht von schlechten Eltern gewesen. Spielfreude, und Musikalität waren reichlich vorhanden. Im vergleich zu BUDDY JOE spielten die Jungs allenfalls etwas weniger druckvoll JESS ließ es von der Action her auf der Bühne ebenso etwas ruhiger angehen. Das mag vielleicht zumindest zu einem Teil auch daran liegen, dass Basser Ingo Schneider zugleich Hauptsänger von JESS ist. Auch die Mentalität der Herren kann da eine Rolle spielen. Den Laden heizten die Männer trotzdem ziemlich gut für BUDDY JOE an.

Zu den bereits genannten Herren der Rhythmusgruppe (Bass/Gesang und Schlagzeug) gesellen sich bei Jess noch Keyboarder Christian sowie die Gitarristen/Backroundsänger Stefan Alban und Hanno.

Zu hören waren unter anderem Songs von ZZ TOP ("Sharp Dressed Man", "Gimme all Your Lovin'") und THE CREAM (White Room"). Aber auch die Songs von NEIL YOUNG, TOM PETTY, ERIC CLAPTON oder den ROLLING STONES waren den Männern nicht fremd.

Ein Mann im Publikum forderte mehrmals laut "Africa" von TOTO. Darauf verzichtete die Band, aber sie hatte andere Leckerbissen für die Rocker-Ohren im Gepäck. Etwas Southern Rock von der Band mit den 4 Y im Bandnamen, LYNYRD SKYNYRD (unter anderem "Call Me The Brezze"), der GARY MOORE-Klassiker "Still got the Blues" und der grandiose AC/DC-Blues "The Jack" wurden frisch aufbereitet und wohlklingend serviert.

Ich glaube, dass die Band alles in allen ungefähr eine Stunde spielte. Dann bauten sie sofort ihre Technik ab, stellten sie gesammelt ungefähr auf Bühnenmitte ab. Mit dem äußerst praktischen versenkbaren Boden als Lastenfahrstuhl ging das Zeug gleich eine Etage tiefer. Eine Minute später war die Bühne schon bereit für den Hauptact des Abends. Das Loch des Aufzuges war längst wieder geschlossen.

Die Platzhirsche BUDDY JOE betraten ihr Weinböhlaer „Wohnzimmer“ und schon startete ein wunderbarer Reigen kunterbunter Hardrockmelodien. Dieser musikalische Ringelreigen mit den Instrumenten und Gesangsstimmen einer Rockband sowie den vielen großartigen Songs der Hardrockgeschichte wurde erwartungsgemäß ein stimmungsvoller Auftakt für das verlängerte Osterwochenende.

Von den ersten Tastentönen des DEEP PURPLE Klassikers "Perfect Stranger" an legten Band und Fans den Schalter auf Rockparty um. BUDDY JOE spielte locker, frei und mit voller Energie. Das Hardrockgewitter der von Frontmann Andy Richter angeführten Musikergang ließ selbst manche über 60-Jährige im Publikum nicht kalt. Na ja, es heißt ja auch nicht umsonst „Never too old to Rock“. Der ehrwürdige Ballsaal des Zentralgasthofes erlebte wieder mal eine kleine Sternstunde mit Musikern aus der Region. Es müssen ja auch nicht immer die Stars aus Berlin, Halle oder noch entfernteren Orten sein.

BUDDY JOE hat sich längst in die Herzen der Leute gespielt. Viele Fans haben das wechselvolle Auf und Ab der Truppe inklusiver der entsprechenden Besetzungswechsel mitgemacht und halten treu zu BUDDY JOE.

Frontmann Andy Richter gefällt mir immer besser. Gesanglich ist der Kerl ja schon immer mehr als überzeugend gewesen, aber jetzt stimmt nach meiner Auffassung auch das Drumherum. Seine Ansagen bringen es auf den Punkt und sie sind mittlerweile auch frei von manchem unnötigen Gebrabbel. Mit seiner wandelfähigen Rockerstimme verleiht er allen Liedern sein eigenes und tolles Gesangsprofil. Hut ab, Meister Richter – das kam wieder gut in Weinböhla.

Das Schlagzeug in so einer Band zu spielen ist ein knüppelharter und schweißtreibender Job. Stimmt’s, lieber Axel „Axl“ Müller? Aber auch wenn das salzige Nass in Strömen über Kopf und Körper fließt, ein Trommeltier wie Axel kennt keinen Schmerz, sondern haut immer wieder drauf. Der Drummer knüpft zusammen mit Bassist Joachim „Buller“ Rietz einen starken und haltfähigen Rhythmusteppich auf dem die Bandkollegen beruhigt und mit Schmackes aufbauen können.

Übrigens gefällt mir an BUDDY JOE auch, dass auf der Bühne immer Bewegung ist, da wechseln Gitarrist, Sänger und Bassist immer mal die Plätze. Selbst Keyboarder Jens „Taste“ Brömßer kann bei dem tollen Sound von BUDDY JOE und der Dynamik der Musik an seinem Instrument nicht stocksteif und stille stehen. Der Mann spielt nicht nur vortrefflich die weißen und schwarzen Tasten, sondern er geht dabei richtig mit und sogar aus sich heraus. Er animiert das Publikum auch ständig zum Mitklatschen und Mitmachen.

Gitarrist Jens Uwe „JUB“ Berg machte den Abend auch für die Liebhaber der elektrisch verstärkten Gitarren zu einem Fest. Was der Typ für Solos spielt, ist schon die Wucht in Tüten. Aber JUB spielt trotzdem sehr banddienlich. Außerdem geigte er uns auch noch „AM Fenster“ von CITY so schön.

Bei der Auswahl der Songs für diese Mugge hat sich die Gruppe BUDDY JOE auf bewährtes material gesetzt. Für mich war das auch okay. Ich höre diese Lieder meiner Jugend gerne mal so konzentriert in einem Gig. Ich will da heute auch gar nicht so sehr auf der Setlist herumreiten. Damit sich neue Leser aber mal ein Bild über den Programminhalt machen können, nenne ich wenigstens einige meiner Lieblingsstücke der Show, die da wären: „Rockin‘ in the Free World“ von NEIL YOUNG, der FREE-Klassiker „Allright Now“, „Davy’s on the Road again“ von MANFRED MANN’s EARTH BAND oder auch „Black Night“ aus dem Hardrocklegendenhause DEEP PURPLE. Das war schon wirklich astreine Mugge.

„Kann sich eigentlich jemand „Lokomotive Breath“ von JETHRO TULL entziehen? Oder gar dem ostdeutschen musikalischen Kunstwerk „Die Tagesreise (u. a. einst von der HORST-KRÜGER BAND gespielt)? Ich denke mal nein, denn dieses rhythmische, mitreißende musikalisches Gebräu bewegt uns schon seit Jahrzehnten immer wieder. Vermutlich schüttele ich sogar beim Schreiben dieser Zeilen mein greises Haupthaar in den entsprechenden Takten.

Jedenfalls verging die Zeit im Zentralgasthof am Gründonnerstag wie im Flug und Mitternacht war viel zu schnell erreicht. Aber ich kann mir so eine Fest immer wieder mal gönnen, denn BUDDY JOE rockt ja nicht nur einen Gig im Jahr. Man muss nur ab und zu die Termine der Kapelle auf der Webseite checken. Wenn man dort fündig wird und der Termin auch noch in die eigene Planung passt, steht dem nächsten Rock-O(h)rkan mit BUDDY JOE nichts im Wege.

Gruß Kundi

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RE: BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

in Konzertberichte 2018 08.04.2018 14:10
von Kundi | 2.422 Beiträge | 5499 Punkte

Fotos Vorband JESS Teil 2.

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RE: BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

in Konzertberichte 2018 08.04.2018 14:14
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RE: BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

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RE: BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

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RE: BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

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RE: BUDDY JOE und JESS 29.03.2018 Zentralgasthof Weinböhla

in Konzertberichte 2018 09.04.2018 22:40
von Mary | 245 Beiträge | 547 Punkte

Da war mir noch nicht nach Konzertbesuchen...
Schön, dass Du dort warst


"Ihr lacht weil ich anders bin. Ich lache, weil Ihr alle gleich seid."
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