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Mein JAHRES-RÜCK-BLICK 2013

in Bands, Musiker, Musikstile 30.12.2013 18:13
von HH aus EE | 832 Beiträge | 2031 Punkte

Keep On Running – mein Jahresrückblick 2013 (30.12.2013)

Wieder geht so ein Jahr vorüber, wieder endet ein Stück Leben, das sich in 12 Monaten abgespielt hat. Des Menschen Gewohnheiten sorgen dafür, dass er einen Blick zurück riskiert, manchmal jedenfalls, und dass er sich fragt, was gut und was weniger glücklich gelaufen ist. Das alles will ich hier jetzt nicht aufblättern, sondern nur noch einmal die Konzerte hervorheben, die vielleicht meine ganz persönlichen Höhepunkte im gealterten Jahr 2013 waren:

Sie kamen wie die Shooting-Stars mit ihrem Clip „Morgens immer müde“ scheinbar aus dem Nichts. Nur selten kommt so ein Mini-Filmchen bei mir wirklich an, aber die Ladies von LAING trafen mitten ins Schwarze und am 13. März hatte ich Gelegenheit, mich in der „Scheune“ von Dresden davon zu überzeugen, dass sie es auch live können. Und wie! Die vier Berliner Gören boten mit ihrer Mischung aus Sixties-Pop, Retro-Chick und Elektronic-Sounds eine überzeugende Show, die den Hauch von echter Besonderheit in einer Flut von Beliebigkeit ausstrahlte. Das war schlicht Klasse.

Der 8. April war ein historisches Datum, denn die STERN COMBO MEISSEN nahm an diesem Tag, nach über 40 Jahren, in Berlin ihre erste Live - DVD im Stage-Theater auf. Vor einem nahezu voll besetzten Haus lieferte die Band eine akustische und optische Glanzleistung ab, die eigentlich alle Zweifler verstummen lassen müsste. Die Combo aus (ehemals) Meissen zeigte sich in Höchstform und auf der Höhe der Zeit. Vielleicht kaufen wir im Januar 2013 ein historisches Bild- und Tondokument, einmalig in jeder Hinsicht.

Am 24. April konnte ich mir endlich einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Im Zwickauer „Alten Gasometer“ erlebte ich die irische SANDS FAMILY, die schon in tiefen DDR-Zeiten zu begeistern wusste, mit einer kleinen Auswahl ihrer schönsten Folksongs. Es war ein leises, bewegendes und sehr emotionales Konzert mit Musik, die sich fernab vom Mainstream den Weg in die Ohren und Herzen ihrer Zuhörer sucht. Diese noch immer so ergreifende Schlichtheit ist nur noch sehr selten zu finden und allein schon deshalb besonders.

Im gemütlichen Ambiente des Kunsthof Gohlis stand am 12.5. der ehemalige Liedermacher aus DDR-Zeiten, BERND RUMP, mit seiner Wanderklampfe auf der Bühne und ließ dort sehr intime Einblicke in das Seelenleben vieler „wie meiner- und unsereiner“ zu. Das war echt berührend, frech, nachdenklich und manchmal auch schmerzlich, aber immer ehrlich und verdammt optimistisch. Der „Alte“ hat es noch immer drauf und eigentlich gehört er viel öfter auf die Live-Bühnen, um die allgemeine Schläfrigkeit zu vertreiben.

Als am 19. Mai eine zierliche dunkelhaarige Frau auf die Bühne kam, war die Tante Ju bis in die hinteren Ecken gut gefüllt. TANITA TIKARAM lieferte mit ihrer Band ein flockiges Lieder-Konzert der Extraklasse ab und begeisterte mit ihrer einzigartigen Stimme, einer wirklich zauberhaften Leichtigkeit und ihrer natürlichen Erscheinung die Fans. Die Mischung aus neuen Songs und alten Hits wird mir noch lange in der Erinnerung haften bleiben. Gegen eine Wiederholung hätte ich nichts einzuwenden.

Als BOB GELDOF mit LIVE-AID weltweit Geschichte schrieb, hätte ich niemals geglaubt, mir mal von ihm persönlich ein Autogramm auf meinen Live-Aid-Kalender von 1986 holen zu können. Der Mann lieferte mit seiner Band am 20. Juni in der Tante Ju ein Rock’n’Roll – Feuerwerk ab, das die Bühnenbretter stöhnen ließ. Die blanke Power, ungestüme Musiker und vom Schweiß nasse Gesichter fegten über die Bühne. Ein Weltstar zum Anfassen, zum Fotografieren in jeder Pose und ein musikalischer Hitzesturm, wie man es nur noch selten erlebt. Keine Show, nur Musik und Spaß. Weltklasse!

Der Mann schrieb wirklich Rock-Geschichte: STEVE WINWOOD. Er war die Power und der Blues der SPENCER DAVIS GROUP, das filigrane Spiel von TRAFFIC und der geniale Absturz von BLIND FAITH. Er war und ist aber vor allem immer er selbst mit seiner zerbrechlichen Lyrik und der fein und verzwickt gesponnenen Musik, die er am 12. Juli im Admiralspalast von Berlin, oftmals weit ausufernd, live zelebrierte. Dort standen wirkliche Größe und geniale Zurückhaltung auf der Bühne und das alles in Person eines bescheiden gebliebenen großartigen Musikers. Wenn es ein absolutes Highlight auszuwählen gäbe, dann dieses Konzert mit STEVE WINWOOD.

Bis dahin waren fast genau 35 Jahre POND vergangen, als am 11. Oktober 2013 „Paule der FUCHS“ endlich einmal wieder mit seinem ehemaligen Partner „Manne“ Hennig im Dresdener Theater „Wechselbad“ als Duo auf der Bühne stand. Eine musikalische Zeitreise durch die lange Bandgeschichte, ein multimediales Laserabenteuer und eine Menge Überraschungen erlebten leider viel zu wenige Zuschauer. Die aber gekommen waren, durften sich an einer perfekten Elektronik – Inszenierung, die man in dieser Art wahrscheinlich nicht mehr live zu sehen bekommen wird, erfreuen.

In diesem Jahr 2013 war ich beinahe 50 Mal „in Sachen Bühnenrand“ irgendwo unterwegs, um Spaß zu haben, mir lang gehegte Wünsche zu erfüllen, Neues zu erfahren und auch, um ein wenig Zeit- und Musikgeschichte zu konservieren. Ich war sogar in einem Berliner Kino, um mir noch einmal „Meinen Sommer 88“ als Vor-Premiere vorführen zu lassen.

Zu den Höhepunkten des ausklingenden Jahres gehört unbedingt auch meine Bekanntschaft mit der Musik des Holländers JOHAN MEIJER, dessen beide CD’s „Hondsdraf – Meijer zingt Gundermann“ (2008) und „Europeana – Zeitenwechsel“ (2013) einen feinsinnigen, aber auch scharfen Beobachter einerseits und einen sensiblen Musiker und Interpreten andererseits erleben lassen. Seine Art, die Lieder anderer neu entstehen zu lassen, hat mich tief in meinem Innern berührt und aufgewühlt.

Nicht alles war 2013 möglich und nicht immer reichte die Kraft, um jedes Highlight, das mir zunächst vorschwebte, auch wirklich mitzunehmen. Doch es wird ja ein nächstes Jahr geben und wenn die Gesundheit mitspielt, auch noch viele Stunden mit müden Beinen, aber auch mit einer aufgetankten Seele und mit einem glücklichem Herz, vor irgendwelchen Bühnen. In mir schlummern noch immer viele unerfüllte Wünsche und deshalb bin ich zuversichtlich, noch einige schöne Erlebnisse vor mir zu haben.

Ich wünsche JEDEM einzelnen von Euch einen Riesenpacken GESUNDHEIT und viel Kraft, damit wir uns alle im kommenden Jahr gesund und munter vor einer Bühne treffen und sehen können - passt bitte auf Euch auf !!

Bilder gibt's hier zu sehen: http://www.mein-lebensgefuehl-rockmusik....ghlights%202013


Angefügte Bilder:
CIMG2301.JPG

www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
zuletzt bearbeitet 30.12.2013 18:48 | nach oben springen

#2

RE: Mein JAHRES-RÜCK-BLICK 2013

in Bands, Musiker, Musikstile 31.12.2013 08:48
von PMausM | 1.505 Beiträge | 3170 Punkte

50 Konzerte im Jahr? Bei dir ist es ja nicht damit getan mit hingehen oder fahren und genießen, du schreibst ja fleißig deine Eindrücke auf und das ist zeitintensiver als das eigentliche Konzerterlebnis. Danke sagt PM.


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#3

RE: Mein JAHRES-RÜCK-BLICK 2013

in Bands, Musiker, Musikstile 04.01.2014 11:50
von Mary | 194 Beiträge | 436 Punkte

Danke Hartmut, ein wunderschöner und interessanter Rückblick!
Ich habe meine Konzerte noch nie gezählt und als "Jahresganzes" betrachtet.
Bin aber gerade dabei vieles "aufzuarbeiten", was 2013 einfach "liegen geblieben" ist.
Den Wunsch für Gesundheit gebe ich Dir und allen Freunden vom Bühnenrand von en zurück!!!


"Ihr lacht weil ich anders bin. Ich lache, weil Ihr alle gleich seid."
Kurt Cobain
zuletzt bearbeitet 04.01.2014 11:50 | nach oben springen


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