#1

Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 17.11.2013 19:19
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Wo fange ich nur an? Wir sind mit einer Vielzahl an Eindrücken heute morgen um 04.00 Uhr aus Leipzig zurück gewesen. Ich denke, es wird ein paar Tage dauern, das Erlebte zu verarbeiten und auch das Fotomaterial zu ordnen. Sehr es mir bitte nach, aber ich setze mich da auch nicht unnötig unter Zeitdruck. Es ist ja "nur" ein Hobby und es soll vor allem auch Spaß machen
Die Konzerte für die Kinderhilfe Afghanistan im Leipziger "Anker" finden seit dem Jahr 2008 immer an einem Abend im November statt. Man kann also schon von einer Tradition sprechen. Gestern ging diese Veranstaltung in die 6.Runde. Diese Muggen sind eine reine private Initiative von Benjamin Weinkauf. Benjamin ist beruflich Zeitungsreporter. Privat ist er ein absoluter Musikfan und hier beginnt auch die Geschichte der "Afghanistan-Muggen". Die Keimzelle der Konzerte für die Kinderhilfe Afghanistan waren eigentlich die jährlichen Geburtstagsfeiern von Benjamin. Befreundete Musiker musizierten bei diesen Feiern und es wurde dort auch schon Geld für die Kinderhilfe Afghanistan gesammelt. Ab dem Jahr 2008 wurden es dann die öffentlichen Konzerte und mit dem legendären "Anker" fand Benjamin auch einen zuverlässigen Partner. Wer sich umfassend über die Geschichte der Konzertreihe informieren möchte, dem / der empfehle ich die Webseite www.konzert-fuer-afghanistan.de .
Lissi und ich hatten übrigens bereits das erste Konzert für Afghanistan am 02.November 2008 besucht und wir waren damals schwer beeindruckt. Dass es nun ein paar Jahre gedauert hat bis wir wieder dabei sein konnten, hat sehr viel mit dem Terminchaos von uns Muggenpilgern, Konzertnomaden bzw. Konzertgängern zu tun. Auch gestern mussten wir uns erst demokratisch auf diese Mugge einigen, denn der Terminkalender war voll und einige Muggen waren sogar fast vor unserer Haustür. Lissi lehnte aber ganz galant meine ganzen Vorschläge ab bis wir beim "Anker"-Termin waren und da sagte sie ganz deutlich ja. Ich wusste sofort, was die Glocke geschlagen hatte. Weitere Diskussionen meinerseits wären sinnlos gewesen

---wird Stück für Stück fortgesetzt. Habt bitte etwas Geduld---


Fotos Volly Tanner, Robert Weinkauf und seine Kinder, Savio Rego, Kati Huhn und Steffen Lukas(beide Radio PSR)

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zuletzt bearbeitet 17.11.2013 22:50 | nach oben springen

#2

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 17.11.2013 22:10
von Peggy | 320 Beiträge | 669 Punkte

Schön, Kundi und Lissi!
Freu mich auf Eure Berichte! Logisch, lasst Euch die Zeit, die das Ganze braucht. Wir warten geduldig.


"Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse ..."

https://www.facebook.com/peggy.jacob.391?ref=tn_tnmn
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#3

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 17.11.2013 22:18
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos Markus Siebert sowie Moderatorenpaar Kati Huhn (Radio PSR) und Alex Huth (TV-Sender KIKA)

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 17.11.2013 22:21 | nach oben springen

#4

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 09:12
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos Christian HAASE

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 18.11.2013 09:15 | nach oben springen

#5

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 10:53
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos Kati Huhn und Alex Huth,
Ralph Schüller (Gesang, Gitarre),
Frizz Feick (Gesang, Klarinette, Saxophon),
Jaan van de Kaast (Schlagzeug), George Kochbeck(Keyboard)

Gruß Kundi

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#6

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 12:49
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos unter anderem von Sven Panne und Markus Siebert

Gruß Kundi

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#7

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 14:23
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos Robert Mau (Gesang, Keyboard) Tobi Hillig (Gitarre) und Andreas Bayless (Gitarre), Robert Weinkauf

Gruß Kundi

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#8

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 17:24
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Die KINDERHILFE AFGHANISTAN ist eine private Initiative der Regensburger Familie Dr. med. Reinhard und Annette Erös. Auf den Fotos sieht man die erwachsenen Töchter bei ihren Ausführungen über die Kinderhilfe und Familienoberhaupt Reinhard, der Benjamin Weinkauf als Dank für sein Engagement mit einer Pakol (das ist die traditionelle Kopfbedeckung der Paschtunen) zum "Ehren-Paschtunen" befördert.

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#9

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 19:37
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos u.a. Steffi Breiting, Haase, Sven Panne, Jaan van der Kaast, Kati Huhn
Alex Huth im Gespräch mit dem Schirmherren des Konzerts für Afghanistan Prof. Dr. Thomas Fabian ( Leipzig, Bürgermeister und Beigeordneter für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule)

Der Hutträger sagt mir allerdings nichts, denn kenne ich nicht. Aber er hat einen Hammersong einer legendären Band gesungen. Den Titel hebe ich mir aber auf für den Bericht

Gruß Kundi

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#10

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 20:25
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Dirk Michaelis in Bildern.

Gruß Kundi

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#11

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 20:57
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos Bobo (Bobo In White Wooden Houses)

Gruß Kundi

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#12

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 22:04
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

STEPHAN WEIDNER (Der W) in Leipzig. Ich habe mich riesig gefreut, dass er dieses Konzert durch seinen Auftritt mitgestaltet hat. Das waren für mich Minuten für die Ewigkeit. So nah wie im "Anker" war ich Stephan noch nie.
Lissi, René und ich haben die BÖHSEN ONKELZ seinerzeit mehrmals live erlebt.
Das VAYA CON TIOZ -Festival im Jahr 2005 auf dem Lausitzring war dann das größte und emotionalste Festival, was wir je erlebt haben.

Gruß Kundi

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#13

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 18.11.2013 23:08
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Nach über 5 Stunden Mugge war ich fototechnisch am Ende, sprich das erstete Mal überhaupt war meine Speicherkarte voll. Aber ein paar Fotos von DIRK ZÖLLNER und vom Finale waren gerade noch so drin.Scholle stand übrigens offiziell gar nicht auf der Liste und er kam auf dem Rückweg von einem anderen Auftritt im Anker vorbei.

Und jetzt die gute Nachricht: mit Fotos vom Konzert für Afghanistan 2013 sind wir jetzt durch Ab Morgen versuche ich mich dann an einem kleinen Bericht.

Gruß Kundi

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#14

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 19.11.2013 22:08
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Da wollen wir mal versuchen etwas über den Abend im „Anker“ zu schreiben.
Die Aufgabe ist gar nicht so leicht. Ich kann aber schon jetzt so viel schreiben, dass es keinen kompletten Programmablauf von mir geben wird. Das ist bei der Vielzahl der Künstler und bei der Länge der Veranstaltung schlicht und einfach gar nicht möglich. Mehr als 5 Stunden wurde rezitiert, gesprochen und musiziert. Auf der Bühne war auch ein ständiges Kommen und Gehen. Viele Künstler tauchten im Verlauf des Konzertes mehrmals auf. Wer welchen Titel mit welchen Begleitmusikern gesungen hat, muss ich euch also schuldig bleiben.

Wir kamen sehr zeitig am „Anker“ an und das war auch gut so. Der Saal war zwar noch geschlossen und man hörte, dass dort noch kräftig gesoundcheckt wurde, aber in die Gaststube durften wir schon. Draußen war es ja auch unangenehm frisch. Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Einlass auf angenehme Weise mit Gesprächen, einem gutem Schluck und betrachteten nebenbei auch noch die Schallplattenhüllen an der Decke der Kneipe. Lissi’s Lieblings-LP-Hülle war übrigens die von der Goldenen Stimme aus Prag.

Als sich die Türen der legendären Konzerthalle endlich öffneten, wechselten wir natürlich sofort an den Bühnenrand. Bekanntlich ist da wo wir stehen immer vorne und wir gaben unsere Plätze auch nicht mehr auf. Wir waren ja schon beim ersten Konzert für Afghanistan am 02.November 2008 dabei, aber diesmal war der Publikumsandrang bedeutend größer und für Stehtische war auch kein Platz mehr. Der „Anker“ war diesmal zu Konzertbeginn richtig voll und es hätten nur noch wenige Gäste reingepasst.

Übrigens wurden für das Konzert keine Eintrittskarten verkauft, sondern jeder Besucher steckte beim Betreten des Saales einen ihm genehmen Betrag in die Spendenbox. Auch während der Mugge kreiste eine Box durch das Publikum und im Laufe des Abends habe ich zwei Mal gespendet. Ich habe das gerne getan und ich hoffe, dass wird man auch aus meinem Bericht herauslesen. Obwohl ich nicht gerade Rockefeller bin, gebe ich gerne Bedürftigen etwas ab. Es gibt viele Menschen auf der Welt, denen es bedeutend schlechter geht als mir. Spenden hat für mich aber auch viel mit Vertrauen zu tun! Ich überlege mir genau welche Projekte ich mit meinen bescheidenen Mitteln unterstütze. Die ganze groß aufgezogene „Spenden-Industrie“ mit flächendeckenden Verwaltungs- und Werbestrukturen ist mir suspekt. Da wird Geld in Größenordnungen für Vorstände, Gebäude, Werbung und sonst was verpulvert. Außerdem wird bei solchen Institutionen oft ohne Sinn und Verstand nach dem Gießkannen-Prinzip „geholfen“ ohne die Betroffenen richtig einzubinden.

Die Kinderhilfe für Afghanistan (www.kinderhilfe-afghanistan.de) der Familie Dr.med. Reinhard Erös und die Konzertreihe Konzert für Afghanistan von Benjamin Weinkauf scheinen mir da um vieles seriöser und ehrlicher. Mir gefällt besonders der Ansatz, dass Dr. Erös bei allen seinen Projekten vor Ort in Afghanistan die örtliche Bevölkerung richtig einbindet und auch örtliche Ressourcen nutzt. Das erhöht dann auch die Akzeptanz bei den Betroffenen. Die Kinderhilfe Afghanistan ist heute ein größerer Arbeitgeber als die Bundeswehr am Hindukusch. Dr.Erös bleibt an seinen Projekten dran und lässt die Menschen auch nach abgeschlossenen Maßnahmen nicht im Stich. Diese Hilfe ist nachhaltig. Mehr als 1500 Afghanen beziehen ein regelmäßiges Gehalt von der Kinderhilfe Afghanistan. Die ganze Familie Erös (die Eltern und die 5 erwachsenen Kinder) arbeitet übrigens ehrenamtlich.
Dass Dr. Erös Oberstabsarzt der Bundeswehr a.D. ist, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Während des Konzertes sprachen sowohl die Töchter als auch Herr Dr. Erös über ihre Arbeit. Das war für mich alles greifbar, nachvollziehbar und hat mich auch bewegt. Wenn man hört, dass jeder Euro in Afghanistan ungefähr den 50-fachen Wert hat, wird auch deutlich, dass selbst unsere Kleinspenden dort Großes bewegen können.

An Benjamin Weinkauf schätze ich seine Bescheidenheit und viele seiner Gedanken, die man im Internet auch nachlesen kann. Der Mann ist kein Selbstdarsteller und selbst bei den Konzerten sieht man ihn kaum, da er sich viel im Hintergrund aufhält. Mir kam es fast schon vor als wäre es im etwas peinlich im Mittelpunkt zu stehen. Es gab am Sonnabend eine sehr schöne Szene als Dr. Erös Benjamin auf die Bühne bat und ihn als Dank für sein Engagement mit einer schwarzen Pakol (das ist die traditionelle Kopfbedeckung der Paschtunen) zum "Ehren-Paschtunen" beförderte. Der Oberstabsarzt a.D. erzählte dazu noch, dass es da für Benjamin Weinkauf in der Zukunft noch Befördungschancen gibt, denn es gibt solche Kopfbedeckungen auch in anderen Farben und diese haben ihre Bedeutung.

Ich werde jetzt einige Programmpunkte des Abends herausgreifen. Leider kann ich nicht alle Lieder und alle Künstler hier erwähnen. Ich bekomme ja nicht mal mehr die Reihenfolge der ganzen Auftritte zusammen. Das würde mich schlicht überfordern. Verdient hätten sie es freilich alle.
Durch den Abend führten die Radiomoderatorin Kati Huhn von Radio PSR und der TV-Moderator Alex Huth vom Kinderkanal (KIKA). Das haben die beiden sehr gut gemacht. Besonders als am späten Abend einige W-Fans „Wir wollen den Weidner sehn“-Gesänge anstimmten. Übrigens freute ich mich auch auf den Auftritt von STEPHAN WEIDNER, aber ich fand diese Gesänge bei dieser Benefizveranstaltung unpassend und ungehörig den anderen Künstlern und dem Publikum gegenüber.

Über weite Strecken wurden die ganzen Künstler von der aus diesem Anlass zusammengestellten Band begleitet. Tobi Hillig (unter anderem Gitarrist bei Moods of Ally, Tumbling Dice, Vicki Vomit-Band), Andreas Bayless (Söhne Mannheims, Die Zöllner), Für die tiefen Töne der Bassgitarre war Jörg „Trotter“ Schmidt (Ex-Interzone, Blues Alligators, Mike Harrison Band, The Drivers) verantwortlich.
Am Schlagzeug schaffte sich Jan van der Kaast. Den habe ich vor Jahren schon mal bei Nadine Maria Schmidt’s Nylonsaiten und Saitenstrümpfe erlebt.

Volly Tanner, der Leipziger Autor, Moderator, Journalist und Musiker rezitierte zu Beginn einen längeren Text und die Band unterlegte den Sprechgesang Tanners mit einem leisen und zarten Geflecht aus Tönen. Das war schon ungewöhnlich für meine auf Mugge eingestellten Ohren, aber es war nicht uninteressant.

Christian Haase überraschte die Anwesenden mit „Im Bauch des Riesen“ von Peter „Cäsar“ Gläser. Mein lieber Scholli, da hatte ich doch glatt eine Träne im Auge. Dazu gab es von ihm noch einen launigen Spruch, dass es doch eigentlich mal wieder Zeit für ein Cäsar-Erinnerungskonzert wäre. Da hat er nicht Unrecht. Über so ein Konzert würden sich viele freuen.

Kati Huhn und Steffen Lukas von Radio PSR sangen im Duett. Später legte Kati mit dem wunderbaren „Asyl im Paradies“ von Tamara Danz noch einen drauf. Das war ja das Spannende an diesem Konzert und gleichzeitig auch das überaus Anstrengende, dass man nie genau wusste, was passieren würde. Da spielten Künstler zusammen, die so noch nie und vermutlich auch nie wieder gemeinsam musizieren würden. Wer der Herr mit dem Hut war, der so großartig „Petróleum lámpa“ von Omega interpretierte wusste ich nicht. Das Rätsel ist nun gelöst, es war Zsolt Petery, Bassist, Gitarrist und Sänger des legendären Kammerbeat Ensembles THE BUT (Danke Robert). Der Mann hat aber vortrefflich gesungen. Bei einigen Stellen meinte ich fast Mecky himself zu hören.

Markus Siebert war der einzige Künstler, der mit seiner eigenen Band auftrat. Der moderne und gitarrenlastige Deutschrock der Truppe hat mir ganz gut gefallen. Dirk Michaelis ist ja so mein persönlicher Problemfall. Ich tue mich schwer mit dem Mann, werde mit ihm nicht so richtig warm. Das war schon zu KARUSSELL-Zeiten so. Ich sah in ihm bisher immer einen „Schauspieler“. Manchmal denke ich, dass ich ihm Unrecht tue. Auf jeden Fall hat er wieder sehr professionell agiert und ich nehme diesen Abend zum Anlass meine Vorurteile etwas zu überdenken. Nichts auf dieser Welt ist unmöglich, vielleicht stehe ich ja doch eines Tages bei einem Dirk Miichaelis-Konzert vor der Bühne… Bobo, die Stimme von Bobo In White Wooden Houses, kam ganz allein mit Akustikgitarre auf die Bühne. Sie sang zwei Volkslieder, ganz ruhige Songs und völlig ohne Pomp. Alter Falter – hat die Frau eine tolle und eindringliche Stimme. Da stellten sich die Nackenhaare ganz von alleine auf.

Es wird Leute geben, die mir die nachfolgenden Sätze übel nehmen. Dafür kann ich nichts. Ich fühle aber, dass ich mich hier erklären muss, um alle Unklarheiten zu beseitigen. Wer mich kennt, der weiß aber, dass ich alles andere als rechtem Gedankengut anhänge. Ich kenne die Musik der BÖHSEN ONKELZ seit den neunziger Jahren. Für mich sind sie keine Rechtsrockband! Man kann über die Onkelz sicher diskutieren und nicht jeder muss sie Klasse finden, Aber eine Nazi-Band sind sie ganz gewiss nicht. Viele Lieder der ONKELZ behandeln Themen, die mich bewegen und die mich ansprechen. Sie prangern unter anderem Missstände an oder behandeln Lebenskrisen. Ich will das jetzt auch gar nicht alles auswalzen.

Ich habe unter anderem das Abschlusskonzert Vaya Con Tioz der BÖHSEN ONKELZ im Jahr 2005 auf dem Lausitzring erlebt. Ich habe wie viele andere geheult als sich die Jungs vor über 100 000 Fans als Band endgültig verabschiedeten. Übrigens war dieses Festival von der Organisation, den beteiligten Bands und dem Drumherum das beste Festival, was ich je erlebt habe. Auch vom Umgang der Fans untereinander her, war diese Tage auf dem Lausitzring einzigartig. Es waren Tage der Toleranz, des gegenseitigen Respekts und ich würde sogar so weit gehen und sagen es war ein Fest der Menschenwürde. Denn auf dem Festgelände trafen sich Fans aus mehreren Ländern und feierten gemeinsam. Es war das friedlichste Ereignis, das man sich vorstellen kann. Ich habe Konzerte unter anderem auch von den PUHDYS erlebt, da haben sich die Fans gegenseitig das leben schwer gemacht beim Kampf um die besten Plätze. So etwas gab es beim VAYA CON TIOZ nicht. Ganz im Gegenteil, man half sich gegenseitig, wenn mal jemand umfiel. Da rockte der Punk neben dem Stink normalen Rockfan, der Polizist neben dem Fabrikarbeiter und die Verkäuferin neben dem Sparkassenangestellten. Die BÖHSEN ONKELZ hatten und haben ihre Fans in breiten Schichten der Bevölkerung und auch ich mag sie immer noch.

Dass STEPHAN WEIDNER, der Ex-Onkel, auf dem 6.Konzert für Afghanistan auftrat, war sicher für manchen eine Überraschung. Vielleicht haben das einzelne auch nicht verstanden, aber ich habe mich sehr gefreut, dass ich das erleben konnte. Der W kam mit seinem Gitarristen Dirk Czuja. STEPHAN trat ganz bescheiden und gut gelaunt auf, machte zur Begrüßung kurz einen Witz, dass er wohl besser im Vorfeld geübt hätte und legte dann los. Ich denke, so oft wird man das nicht erleben, dass der W so ein schönes Akustikset spielt. Das war wirklich Mugge vom Feinsten. Die beiden Akustik-Klampfen gaben den Liedern „Gespräche mit dem Mond, “Vergiss mein doch”, “Angst”, “Sterne” und “Der Hafen” einen ganz lockeren musikalischen Rahmen.
Aber auch nach dem vermeintlichen Headliner war noch nicht Schluss und es trat der nächste Gast auf. Es war DIRK ZÖLLNER. Scholle war auf den Plakaten gar nicht angekündigt und er kam auf dem Rückweg von einer Mugge im „Anker“ vorbei. Das war einfach Klasse. Zum Abschluss füllte sich die Bühne dann noch mal mit allen beteiligten Künstlern und nach über 5 Stunden ging ein denkwürdiges Konzert dem Ende entgegen. Ich bin mir sicher, dass dieser tolle Abend noch lange im Gedächtnis der Besucher haften bleibt. Am Ende standen mehr als mehr als 6300 Euro an eingenommenen Spenden zu Buche. Ich finde, das ist eine stolze Summe.

Gruß Kundi


zuletzt bearbeitet 22.11.2013 08:50 | nach oben springen

#15

RE: Konzert für Afghanistan 16.11.13 "Anker" Leipzig

in Konzertberichte 2013 und älter 20.11.2013 05:35
von PMausM | 1.524 Beiträge | 3211 Punkte

Da habt ihr ja eine tolle Sache erlebt. Wie diese Afganistan Hilfe konkret organisiert ist, wusste ich bis jetzt nicht. Dein Beitrag hat bei mir wieder mal zur Horizonterweiterung beigetragen, auch wenn ich nicht alles nachvollziehen kann.


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