#1

Dirk Zöllner Big Band in Dresden am 18.11.12

in Konzertberichte 2013 und älter 30.04.2013 20:52
von Tina mit Hut | 277 Beiträge | 615 Punkte

Dirk Zöllner mit Big Band im MTZ des Uniklinikums Dresden, da musst ich dabei sein und es war ein klasse Abend!

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#2

RE: Dirk Zöllner Big Band in Dresden am 18.11.12

in Konzertberichte 2013 und älter 01.05.2013 00:27
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Der damalige Bericht zur Mugge:


Ich habe gesündigt und das war lange Zeit vor Dirk ZÖLLNER’s 7 Sünden Projekt. Deshalb möchte ich jetzt beichten, aber nur diesen Dirk ZÖLLNER-Fakt. Eine echte und vollständige Beichte würde bei mir wohl zu lange dauern. Es war etwa 1989 da bekam ich regelmäßig Kopfschmerzen, wenn im TV oder Radio der Titel „Kopfschmerzen“ lief. Das war für mich keine Musik, sondern musikalisches Umweltverschmutzung
Ich erinnere mich, dass es auch so etwas wie einen Videoclip von dem Song gab, der in einschlägigen Jugendsendungen vorgestellt wurde. Immer wenn das Lied lief, hechtete ich zum Fernsehgerät und drückte sofort auf ein anderes Programm. Das Ding ging mir gehörig auf die Eier. Ich konnte mit DIE ZÖLLNER überhaupt nichts anfangen, steckte sie in die Schublade „nicht anhörbar“ und ich machte Jahre einen Bogen um sie. Das war wirklich eine Sünde, denn durch meine damalige Engstirnigkeit und Voreingenommenheit blieb mir das Wirken des charismatischen, stimmgewaltigen Sängers Dirk ZÖLLNER lange Zeit verborgen. Die Annäherung ging ganz allmählich voran, ich hörte im Radio manchmal den einen oder anderen Song und ich begann Scholle’s Stimme irgendwie zu mögen. Es brauchte aber noch einer Initialzündung und diese verdanke ich diesem Forum und ganz speziell der lieben Sandra. Sie rührte hier die Werbetrommel für das erste Club der toten Dichter-Projekt und stellte auch aktuelle Termine ein. Ich wurde neugierig…

Am 09.März 2007 hatte ich dienstlich in Berlin zu tun und just an diesem Tage fand eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg-Stiftung statt bei der Reinhardt „Maxs“ Repke. Dirk Zöllner, André Gensicke und Matze Mantzke mit ihrem Heyne –Programm auftraten Lange Rede, kurzer Sinn – nach diesem Konzert war ich angefixt von Herrn ZÖLLNER und fortan gehörten Muggen von Scholle mit seinen Projekten zu meinem ganz persönlichen Tourplan. Wenn es terminlich sowie örtlich passt und mir danach ist, stehe ich (oder sitze ich) also manchmal bei Dirk Z. vor der Bühne.

Am Sonntag, den 18.11.2012 spielten DIE ZÖLLNER in Big Band-Stärke (also inklusive der ZÖLLNER HORNS) im MTZ des Uniklinikums Dresden. Obwohl die Veranstaltung an einem Sonntag war und außerdem die Eintrittskarten auch nicht gerade billig waren (29,- Euro) war die Mugge für meine Begriffe sehr gut besucht und ich konnte auch viele bekannte Gesichter in der Menge entdecken.

DIE ZÖLLNER haben dann zur „Tele-Lotto-Zeit“ (zur Erklärung: Tele-Lotto gab es sonntags, 19.00 Uhr im DDR-TV 1) losgelegt. Die Töne des Intros erinnerten mich ganz entfernt an ein Sonargerät, das den Ozean nach U-Booten abtastet. Das Geräusch kennt man ja aus diversen Filmen. Ich mag solche Einstiege in ein Konzert. Die aktuelle CD von DIE ZÖLLNER trägt ja den Titel „Uferlos“. Irgendwie klingen diese Piepser aber auch nach einem EKG und auch da erkenne ich für mich den Zusammenhang zum Lied „Schwerelos“, welches dann auch das erste Stück des Abends war. Diese Pieptöne durchdringen ja auch den gesamten Song. Zunächst spielten DIE ZÖLLNER ohne die Bläser-Fraktion.

„Lass es zu“ sang Dirk ZÖLLNER ins Mikrofon. Das klang so ein bisschen wie ein Aufruf an die Menge vor der Bühne sich auf dieses Funk- und Soul-Feuerwerk einzulassen. Die meisten Besucher taten das sowieso und das auch gerne. Bei „Alles oder nichts“ stiegen dann auch die ZÖLLNER Horns mit kräftigen Lungen in das Konzert ein. Dirk ZÖLLNER , der Namensgeber und Kopf der Band, sang sich nicht nur die Seele aus dem Leib, sondern war ganz Dreh- und Angelpunkt der Show. Er legte eine fesselnde Bühnenpräsenz an den Tag. Scholle ist ein charismatischer Frontmann. Alles an ihm wirkt glaubwürdig und natürlich. Dirk quatscht die Leute nicht endlos mit Monologen zu, sondern er streut ganz locker mal eine kurze Anekdote oder Information zwischen den Titeln ein.

Die Band überzeugte durch Leidenschaft und sagenhafte Spielfreude. Die Musiker sind alle gestandene und hervorragende Einzelinstrumentalisten. ZÖLLNER hat da wirklich eine muntere und musikalisch brillante Truppe um sich geschart hat.
Als erstes muss man da natürlich André Gensicke nennen. Scholle und Gensi feiern ja dieses Jahr ihre „Silberhochzeit“. Sie gründeten Ende1987 gemeinsam DIE ZÖLLNER und arbeiten seitdem zusammen. Auch wenn dieses musikalische Traumpaar eine längere Zeit „in Trennung lebte“, sind sie heute beide die Erfolgsgaranten fast aller ZÖLLNER-Projekte.

Den Gitarristen Andreas Bayless hatte ich schon im Jahr 2010 bei den Steinlandpiraten live erlebt. Mir gefällt seine Art Gitarre zu spielen ausgesprochen gut. Mir kommt es so vor, als wenn er sich besonders gut die jeweilige Musik hineinversetzen und praktisch „lesen“ kann,
wie er mit seinem Saitenspiel die Titel mitgestalten kann. Er ist kein „Gitarren-Wichser“, sondern spielt gefühlvoll, band-dienlich und selbst seine Solos fügen sich hervorragend ins Gesamtgefüge ein. Andreas war durch seine eigene Band Uferlos vielleicht auch so etwas wie der Ideengeber für den Titel des aktuellen DIE ZÖLLNER-Albums. Dass er auch bei den Söhnen Mannheims in die Saiten greift, muss ja kein Fehler sein .

Schlagzeuger Ronny Dehn ist seit Jahren eine feste Größe in der Musiklandschaft. Er spielte schon mit Jürgen KERTH, ist Mitglied der East Blues Experience und trommelt außerdem noch bei SILLY. Ronny und Bassist Oliver Klemp lieferten an diesem Abend in Dresden ein sattes, grooviges Rhythmus-Fundament.

Der zweite Keyboarder Marcus Gorstein sagte mir zunächst gar nichts. Doch Dirk ZÖLLNER stellte ihn uns näher vor. Die Musik wurde ihm wohl schon in die Wiege gelegt, denn seine Eltern sind Eva und Arnold „Murmel“ Fritzsch, die einst mit der Gruppe Kreis erfolgreich waren. Wie zu erfahren war, soll es am 22.12.2012 eine kleine Kreis-Auferstehung mit Marcus und seinen Eltern im Rahmen von ZÖLLNER’s Veranstaltung Café Größenwahn in der Berliner Kulturbrauerei geben. Bei dem Lied „Ein Blut“ übernahm Marcus in Dresden den ursprünglich weiblichen Gesangspart. Auf der CD hat ja Bobo (in White Wooden Houses) den Titel eingesungen. Alle Achtung, an dem Mann ist ja fast ein Countertenor verloren gegangen. Die ZÖLLNER Horns unter der Leitung von Posaunist Gerald Meier sorgten für das richtige Funk- und Soul-Feeling: Da zappelte das Publikum fast wie von alleine ordentlich mit. Ich verstehe gar nicht mehr, dass ich als junger Bursche mit dieser Musik nichts anfangen konnte .

DIE ZÖLLNER spielten eine Menge „Uferlos“(-e) Songs, wie Auf der Flucht“, „Sand“, „Rosarote Segel“ und „Lalala“. Der heimliche Hit des Albums, „Idylle im Krieg“, durfte natürlich auch nicht fehlen. Dazwischen versteckten sie auch noch ein paar ältere Lieder wie „Viel zu weit“, „Allein“ und die sündige Schrei-Arie „Rot“. Nach den Zugaben wunde das Ensemble vom Publikum noch frenetisch gefeiert. Das hatten sich die Musiker auch wirklich verdient.


Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 01.05.2013 00:36 | nach oben springen


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