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PUHDYS 26.05.12 Hutbergbühne Kamenz

in Konzertberichte 2013 und älter 29.04.2013 21:21
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Ich möchte euch heute mal als Einleitung (m-)eine kleine PUHDYS-Geschichte erzählen. Sie reicht weit zurück bis in die Kindertage Mitte der siebziger Jahre Die PUHDYS und ich – das war bei weitem keine Liebe auf dem ersten Blick. Als Steppke interessierte mich die Kapelle nämlich überhaupt nicht, ja ich schlug mich sogar auf die Seite der älteren Jugendlichen, die Maschine & Co. belächelten oder ablehnten. Heute bin ich mir ziemlich sicher, dass ich damals einfach nur genauso cool sein wollte, wie die Großen. Nun ja, richtig geschadet hat mir das nicht, sondern eher geholfen das ganze Spektrum von Blues- und Rockmusik kennen und vieles davon lieben zu lernen. Ich bin heute sogar unheimlich dankbar dafür, dass ich so nicht auf eine PUHDYS- Fan-Einbahnstraße geriet. Auf Dauer wäre mir das wohl zu wenig gewesen. Meine Zimmerwände schmückten allerlei Poster und Bilder von Musikern und Bands, die ich mochte. Von den PUHDYS war keins dabei. Trotzdem waren sie allgegenwärtig in Radio, TV und Zeitschriften Man kam irgendwie nicht an ihnen vorbei. Als ich dann regelmäßig Konzerte besuchte, machte ich um die PUHDYS immer noch 2 oder 3 Jahre einen großen Bogen.

Mit dem eines Tages im TV übertragenen Jubiläumskonzert aus dem Friedrichstadtpalast im Jahr 1979 und der Doppel-LP „PUHDYS live“ begann dann ganz allmählich meine persönliche Annäherung zur heute gern als Kultband des Ostens betitelten Band. Es dauerte dann aber noch bis zum September 1980 bis ich mein erstes PUHDYS-Konzert erlebte. Das war die größte Mugge, die ich bis dahin erlebt hatte. Die PUHDYS spielten open air auf dem Nebenplatz des Bautzener Stadions Müllerwiese und es mögen ungefähr 10000 Menschen dabei gewesen sein. Ich stand in Reihe 1 rechts vor den riesigen aufgetürmten Lautsprecherboxen und ich war am Ende total begeistert und heiser vom Mitsingen. Außerdem war ich anschließend ein oder zwei Tage halb taub von der Lautstärke, die mir beim Konzert direkt aus den Boxen um die Ohren wehte. In den 32 Jahren von damals bis heute habe ich die Band in über 100 Konzerten von Auerbach bis Zittau erlebt. Ich habe Kilometer geschrubbt, im Laufe der Zeit meinen Eintritt mit 3 verschiedenen Währungen bezahlt und bin mit den PUHDYS älter geworden. 1980 dachte ich nicht im Traum daran, dass diese Beziehung so lange halten würde. Es hängen eine ganze Menge persönliche Erinnerungen daran, denn es war und ist immer wieder ein Abenteuer unterwegs zu sein.

Es sind so viele kleine Episoden oder besondere Stunden, die man dabei erlebt und nie mehr aus dem Gedächtnis verliert zum Beispiel:
- die Doppelkonzerte (17.00 Uhr und 20.00 Uhr) in der Bautzener „Krone“
- die brennende Bühne 1983 im Dresdner DYNAMO-Stadion,
- Maschine in der „Jungen Garde“, wie er erst auf der Bühne ausrutscht und sich aus Solidarität mit den Fans anschließend einen Eimer Wasser über den Kopf gießt,
- unsere Glatteis-Fahrt im Dezember 1996 nach Sohland an der Spree,
- mein damaliger Chef aus den alten Bundesländern, wie er begeistert an der Stadthalle Görlitz sein Feuerzeug schwenkt,
- Quaster, wie er im Löbauer Stadion „"Liebe kleine Schaffnerin" trällert,
- die vielen Menschen, die man bei den Muggen kennen gelernt hat,
- das Konzert auf der Bautzener Müllerwiese, bei dem die PUHDYS ohne Lichtshow spielten,
- Familienmitglieder, Freunde und Arbeitskollegen, die ich zu ihren ersten PUHDYS-Muggen geschleppt habe,
- das Hochwasser-Benefiz im Jahr 2002 auf dem Dresdener Theaterplatz,
- Quaster ließ in der Sparkassenarena Jonsdorf im Jahr 2003 als „Der letzte Kunde“ die sprichwörtlichen Puppen tanzen. . Ich glaube mich zu erinnern, dass die PUHDYS das Lied nur bei ein oder zwei Muggen live gespielt haben.
- Bimbo im Rollstuhl auf der Bühne in Plauen,
- 20000 Leute im strömenden Regen im Jubiläumsjahr 2004 in Berlin-Treptow
- die Eröffnung des Jubiläumsjahrs 2009 in der O2- Arena
- KLARtext als Vorband der PUHDYS in Kamenz und Rammenau
- wie wir in Braunsdorf 2009 mit Maschine das AC/DC-Konzert ausgewertet haben
- …..und immer wieder Kamenz.

Der oft beim Aufstieg verfluchte und doch innig geliebte Hutberg in Kamenz ist mein persönliches PUHDYS-Wohnzimmer und seit Jahren gibt es für mich kein Pfingsten mehr ohne die PUHDYS. An keinen anderen Ort habe ich die Band häufiger gesehen. Egal, ob es regnet oder brennend heiß ist, ich muss einfach immer wieder auf diesen Berg.

Im Jahr 2012 hätte ich erstmals Pfingsten mit den PUHDYS fast ausfallen lassen und das völlig freiwillig. Ich sah mich in einer verdammten Zwickmühle und wäre auch gerne in eine andere Richtung zur Mugge gefahren. Meine Geschwister Lissi und René sprachen kurz vor Ultimo dann zum Glück ein kleines Machtwort und dafür sage ich ihnen hier noch mal gerne DANKE .Wir waren ja auch seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr als Trio unterwegs. Höchstwahrscheinlich hat das dann auch den Ausschlag gegeben.

Das traditionelle Gipfeltreffen am Pfingstsonnabend auf der Hutbergbühne zog wieder tausende Besucher aus nah und fern auf den heiligen Berg der PUHDYS-Fans. Altbekannte, vertraute Gesichter konnte man zu Dutzenden in der Menge entdecken. Kamenz ist im Laufe der Jahre ja irgendwie auch ein Familientreffen der Fans geworden. Rund um die Mugge konnte man mal wieder ausgiebig miteinander schwatzen, Neuigkeiten austauschen und gemeinsam Spaß haben. Doch man konnte auch endlich Menschen persönlich kennen lernen, die man bisher nie getroffen hat und nur aus dem Netz kannte. In Kamenz ist immer so viel los, dass man es gar nicht schafft mit allen Bekannten ein paar Worte zu wechseln. Die vielen fröhlichen Fans sind für mich immer das Salz in der Suppe dieses traditionellen PUHDYS-Konzert's.

Die in Kamenz übliche Bespaßung des Publikums mit einem Moderator und Musik von der Konserve bis zum Konzertbeginn kann uns Hutberg-Veteranen überhaupt nicht mehr erschüttern. Interessant wird es ja manchmal erst bei der Vorband. Dieses Jahr warteten viele besonders gespannt, denn es hatte sich CONSIN( http://www.consin.de )aus Berlin zum Anheizen angesagt. Die Band gründete sich bereits im Jahr 2006 und den jungen Musikern eilt der Ruf voraus es live ordentlich krachen zu lassen. Außerdem kann man von der dritten PUHDYS-Generation sprechen, denn Drummer Tom Groß ist der Sprößling von Jana Groß und Hendrik „Henne“ Röder von Bell, Book & Candle. PUHDYS-Keyboarder Peter „Eingehängt“ Meyer ist der Opa von Tom. Damit möchte ich es aber bei den verwandtschaftlichen Beziehungen bewenden lassen. CONSIN und ihr Kamenz-Auftritt sprechen nämlich für sich selbst. Mit Mut, innerem Feuer und Leidenschaft starteten sie ihr Band-Abenteuer Hutberg 2012. Die satten Gitarren, das deftige Rhythmus-Fundament und die eingängigen Melodien blieben mir sofort im Ohr haften. Modernen Rock mit alternativem Einschlag nenne ich das Ganze jetzt mal ganz einfach. Die Musiker hatten Spaß auf der großen Bühne und das merkte man ihnen ganz deutlich an. Der Frontmann fegte immer wieder an den Bühnenrand vor und suchte den Kontakt zum Publikum. Die Gitarristen und der Basser bewegten sich auch sehr rege. Da war schon ordentlich Action auf der Bühne. Mit ihrer rockigen, treibenden Version des Bell, Book & Candle-Hit’s „Rescue me“, ihren eigenen Songs sowie ihrer frischen Spielweise eroberten sie sich das Kamenzer Publikum. CONSIN wurde sogar in die Verlängerung( Zugabe) gerufen und das hatten die Berliner sich auch völlig verdient.

Am Tag der Geburt seiner Tochter Kimberley stand Quaster abends strahlend in Kamenz auf der Bühne. Es war ja Pfingstsonnabend und da sind die PUHDYS bekanntlich immer in Kamenz. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Unglaublich, wie die Jahre vergehen.
Letzten Sonnabend hatte Kimberley bereits Jugendweihe und ihr Papa schickte ihr von der Bühne aus mit dem Smartphone als Gruß ein paar Eindrücke von der traumhaften Kulisse im weiten Rund.

Als gegen 21.15 Uhr die PUHDYS mit „Lust auf Abenteuer“ ihre 2012er Pfingst-Konzert eröffneten, kochte der Hexenkessel aus tausenden Fans vor Begeisterung fast über. In Kamenz fahren die PUHDYS ja immer eine besondere Show auf. Angefangen von Videowänden mit Bilder- und Filmeinspielungen über die großartigen Licht- und Laserhows bis hin zur Setlist sorgen sie Jahr für Jahr aufs Neue für Überraschungen.
Diesmal ließen sie es endlich auch mal wieder mit Pyro’s, Flammen- und Rauchsäulen ordentlich krachen. Das hatte ich in den letzten Jahren etwas vermisst. Weiterhin war an die Bühne in der Mitte der Frontseite noch ein zusätzliches Podest angefügt. Das spielte später bei Quasters Gitarren-Solo bei „Bis ans Ende der Welt“ später noch eine herausragende Rolle, denn genau dort spielte er seinen Part und die Nebelmaschine hüllte ihn von unten aus ordentlich in Nebel ein.

Schon von Anfang an sah ich das Glitzern in den Augen von Dieter „Maschine“ Birr und ein ganz leises, unmerkliches Lächeln, wenn er in die Menge vor sich blickte. Für die PUHDYS ist das Abenteuer Hutberg mit der riesigen Fan-Familie sicher auch immer noch was ganz Besonderes.
Die PUHDYS setzten bei dem Konzert auf eine gesunde Mischung aus alten Hits und neuerem Songmaterial. Auch wenn die Lieder „Jeder Ton“ oder „Sei Still“ recht einfach gestrickt erscheinen, so können sie zumindest live die Leute ordentlich mitreißen. Ob das dann für die Aufnahmen der neuen CD zutreffen wird, kann uns nur die Zukunft zeigen.
Ich erwarte von den Jungs ja auch gar nicht, dass sie mit jedem Lied die ganze Welt retten oder andere philosophische Probleme wälzen sollen. Aber dass die CD mal wieder eine richtig krachende Rockscheibe wird, das wünsche ich mir schon. In der Hinsicht stand die 2009er „Abenteuer“, besonders produktionsmäßig, ja etwas auf schwachen Füssen. Das klang mir über weite Strecken einfach zu glatt. Sehr gut gefallen mir bereits jetzt „Unser Schiff“(„Wir gehen nicht von Bord“) und „Wenn ein Mensch stirbt“.

In Kamenz jedenfalls haben die PUHDYS alles richtig gemacht. Es war ein ereignisreicher Abend und eines der besten Konzerte in der langen Geschichte dieser Pfingst-Muggen. Eigentlich stimmte vom Sound, über die optische Umrahmung und die Stimmung bis hin zum finalen Feuerwerk alles. Auch der kleine Akustikteil kam gut rüber. Als Gäste wirkten hierbei Konrad Oleak und Tom Groß mit. Klaus Scharfschwerdt präsentierte sein Schlagzeug vom Aufbau her leicht verändert und auch sein Solo hat er frisch überarbeitet. Für meinen Geschmack trommelt er super. Mich stören jedoch die zeitweise dabei von Konserve beigesteuerten anderen Instrumente etwas. Das soll aber nicht als große Kritik verstanden werden, sondern ist meine ganz persönliche Ansicht. Ich mochte die reinen Drumsolos ganz früher einfach mehr.

Die Fans lieferten bei „Auf nach Kamenz“, „Alt wie ein Baum“, Rockerrente“ oder „Hey, wir woll'n die Eisbärn sehn“ gewaltige Massenchöre. Maschine, Quaster, Eingehängt, Bimbo und Klaus weckten mit balladesken Klassikern wie „An den Ufern der Nacht“ oder „Das Buch“ wieder Emotionen und das Publikum tauchte die Arena dabei wie immer in ein riesiges Lichtermeer aus Wunderkerzen und Leuchtstäben. Das sind die Momente, die ich an den Konzerten in Kamenz ganz besonders liebe und bei denen mein Blick ganz von alleine weg von der Bühne in Richtung Publikum geht. Schöner kann man die Lieder von den Rängen wirklich nicht umrahmen.

Was bleibt noch zu sagen? Pfingsten 2013 – der Berg ruft ;-)

Gruß Kundi

Fotos Fanimpressionen

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RE: PUHDYS 26.05.12 Hutbergbühne Kamenz

in Konzertberichte 2013 und älter 29.04.2013 21:32
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos Vorband Consin

Gruß Kundi

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RE: PUHDYS 26.05.12 Hutbergbühne Kamenz

in Konzertberichte 2013 und älter 29.04.2013 21:47
von Kundi | 2.003 Beiträge | 4584 Punkte

Fotos PUHDYS Hutberg 2012

Gruß Kundi

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