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Ray Wilson - Markuskirche Chemnitz, 29.10.2017

in Konzertberichte 2017 01.11.2017 20:00
von ove | 91 Beiträge | 213 Punkte

Gemeinsam mit Kollegen und Freunden habe ich es nach langer Zeit geschafft, ein Konzert von der ersten Reihe aus zu erleben. „Bühnenrand“ ist wirklich ein hervorragender Begriff dafür – stand Ray Wilson doch nur etwa einen Meter hautnah von uns entfernt. Hatten wir das dem trüben und regnerischen Wetter an diesem Tag zu verdanken? 90 Minuten vorm Einlass hatten sich in den vergangenen Jahren vorm Kirchentor Schlangen oder Grüppchen gebildet. Diesmal waren wir die ersten Fans und behaupteten den Platz an der Torklinke bis zum Einlass. Gesprächsstoff gab es zur Genüge, warm eingepackt waren wir so wie so. Die Wartezeit verging wie im Fluge, der Einlass verlief reibungslos und völlig ungewohnt - ich hatte mich schon darauf vorbereitet - ohne Sicherheitskontrollen.

Bis zum Konzertbeginn um 19:00 Uhr war noch eine Stunde Zeit. Zeit für ein Glas Wein oder Saft. Die Mitarbeiter der Kirche (Sagt man das so?) geben sich immer sehr viel Mühe, in flüssiger Form zu moderaten Preisen für das Wohl der Gäste zu sorgen, bestimmt aber nur bei den Konzerten, die übers Jahr hier auf unserem Sonnenberg angeboten werden: CITY, die Gregorians, Ute Freudenberg, Veronika Fischer, die PRINZEN, Gaby Albrecht, die Simon & Garfunkel-Revival-Band, auch Ray Wilson u.v.m. sind hier Stammgäste. Wirklich sensationell, was in dieser Kirche abgeht, was jungen und älteren Menschen, Gläubigen und solchen, die es vielleicht werden wollen, geboten wird. Herzlichen Dank dafür.

Äußerst pünktlich begann Ray Wilson und seine Band (das sind Mario Koscel am Schlagzeug, Kool Lyczek an diversen Tasteninstrumenten - von Ray bei der Vorstellung als Jean Michel Jarre benannt,


Steffi Hoelk mit ihrer Violine,


Ray's Bruder, Steve, an verschiedenen Gitarren und mitverantwortlich für den Gesang


sowie ein wirklicher Multi-Instrumentalist, der geniale Marcin Kajper am Bass, Saxophon, Querflöte... wer weiß, was er sonst noch alles spielen kann)



das Konzert.

Die Setliste war alles andere als geordnet. Einige Titel davon wurden nicht gespielt, andere dafür hinzugenommen, Titel getauscht... Warum sie dennoch auf dem Boden klebte kann ich nicht sagen. Hauptsache die Band war sich über die Titelfolge einig.


Der erste Titel war „Another Day“ Ein Song aus dem Jahr 2011 vom Album „cut_‎– Millionairhead“. Völlig richtig, einen eigenen Titel auszuwählen. Ray Wilson hat so einen reichlichen Fundus an hervorragenden melodisch-rockigen Titeln, dass er mit Genesis nicht unbedingt beginnen muss. Fehlen dürfen sie natürlich auch nicht.


In Your Eyes“ von Peter Gabriels Album „So“ (1986) hab ich von Ray Wilson noch nie gehört. Wie schön, dass er seine Fans mit Perlen des Rock und Pop aus der Ära Genesis, Gabriel und Mike & the Mechanics überrascht.

Dazu gehört auch „Entangled“ (Genesis „A Trick Of The Tail“ 1976). Auf dem neuen Live-Album von Ray Wilson „Time & Distance“ ist er komplett vertreten. Im Konzert wurde leider nur der Refrain gespielt, der dann in „Ripples“, einem Titel der gleichen LP überging:

Wunderbar auch „Home by The Sea“ vom zwölften Album von Genesis, welches nach der Band selbst benannt und 1983 veröffentlicht wurde:

„Change“ ist wieder ein echter Wilson-Hinhörer, der Titelsong seiner 2003 erschienenen gleichnamigen LP. Auch „Another Day“ war auf dieser LP in einer etwas melancholischeren Version vertreten.

Die LPs „Song For A Friend“ und „Makes Me Think Of Home“ waren ursprünglich als Doppel-LP angedacht. Man entschied sich jedoch, diese zu trennen und einzeln zu veröffentlichen. Die erste mit ruhigen, die zweite mit eher rockigen Titeln. Beide Titelsongs habe ich mitgeschnitten:


Mike & The Mechanics veröffentlichten 1995 das Album „Beggar On A Beach“. Daraus stammt der Titel „Another Cup Of Coffee“, den Ray Wilson immer wieder in seinen Konzerten regelrecht zelebriert. Dieser gehört meiner Meinung nach in die Sammlung „Musik für die Ewigkeit“ und nun auch in meine: „Konzertmitschnitte“

Zwei Klassiker von Genesis „Land of Confusion“ und Phil Collins „In The Air Tonight“ hab ich auch noch im Wilson-typischen Style. Erinnern kann ich mich an eine interessante „LOC“-Version mit Saxophon und Gesang (Link auf einen meiner Mitschnitte von 2013:
https://www.youtube.com/watch?v=w7B0R8XZTj0
ab 20:30, auch erste Reihe und ein ebenso geniales akustisches, total anderes Konzi. Komplettes Ansehen lohnt sich). Aber heute kamen die Titel so rüber:


Ray Wilson ist schon Perfektionist. Wenn irgend etwas nicht so richtig funktioniert, wie er es sich vorstellt, gibt es schon mal Gesten des Unverständnisses Richtung Technik oder Band. Trotzdem ist es eine Truppe, die hervorragend harmoniert. Jedes Bandmitglied für sich ist für mich ein Grund der Freude. Mit dieser Truppe wird es nie langweilig. Es gibt immer Überraschungen. Kein Konzert gleicht dem bisher Gesehenen. Und wenn es das zum Abschluss gespielte „Knocking On Heaven's Door“ in einer zum Ende rockig und schneller gespielten Version war, die die Fans noch einmal richtig aufpeitschte.
Egal was Ray anpackt, er macht es perfekt, rundum stimmig, einfühlsam, mitreißend und... geduldig. Am Ende der Show nahm er sich unendlich viel Zeit, seinen Fans Autogramme zu schreiben, sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Immer freundlich und zu einem Smalltalk bereit. Das alles macht ihn sehr sympathisch und hegt den erneuten Wunsch, dass er auch 2018 den Weg in die Markuskirche auf dem Chemnitzer Sonnenberg findet.

Nach Hause ging ich bepackt mit der neuen CD, zwei Schallplatten und einem T-Shirt. Nicht alles für mich. Für einen Einkauf am reichlich bestückten Fanstand war ich vorbereitet – Plastiktüte! Wäre doch schade, wenn die signierten LPs dem Regen zum Opfer fallen würden!

Einige Bilder hab ich noch:

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 01.11.2017 21:05 | nach oben springen

#2

RE: Ray Wilson - Markuskirche Chemnitz, 29.10.2017

in Konzertberichte 2017 02.11.2017 05:17
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Deine Berichterstattung ist sehr eindrucksvoll und sie weckt meiner Meinung nach auch das Interesse der Lesenden mal so ein Konzert zu besuchen, lieber Ove.
Herzlichen Dank dafür.

Gruß Kundi


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