#1

PIGS ON THE WING 21.04.17 Langebrück

in Konzertberichte 2017 08.05.2017 20:48
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich möchte euch meine Gedanken und Eindrücke rund um ein sehr schönes Konzert am 21. 04. 17 im Bürgerhaus Langebrück nicht vorenthalten.
Es spielte die Band PIGS ON THE WING aus Dresden. Wer sich ein wenig in der großen Musikwelt auskennt, weiß eventuell, dass es einen gleichnamigen Song in zwei Teilen auf dem 1977er Album "Animals" von PINK FLOYD gab. Genau zu dieser gigantischen Band und ihrer Musik sollte unsere musikalische Ausflugsreise an diesem Abend gehen.

Die britische Band PINK FLOYD hat die Historie der modernen Rockmusik einige Jahrzehnte mitgestaltet und bereichert. Sie waren und sind eine riesige Hausnummer, sowohl musikalisch, als auch kommerziell. Ich möchte das hier nun nur mit ein paar wenigen Sätzen etwas unterfüttern. PINK FLOYD sind für mich ein Beispiel dafür, dass man auch mit anspruchsvoller Rockmusik sehr erfolgreich werden kann. Im Laufe ihrer Geschichte hat diese Combo mehrmals ihre musikalische Ausrichtung geändert. Dabei haben die Musiker auch deutlich Grenzen überschritten und dadurch ihren unverwechselbaren Sound geschärft. Bei PINK FLOYD findet man irgendwie von der psychedelischen Phase, über den Progressive Rock und den Artrock, weiter über Blues- und Jazz-Einflüsse bis hin zum modernen stadion- und radiotauglichen klassischen Rock nahezu alles. Dabei waren sie nicht die Männer von der musikalischen Dampframme- oder Vorschlaghammer-Gilde, sondern eher die Jungs mit der musikalischen (Wunder- und Ideen-) Feder.

Die Musiker waren auf ihre Art auch Pioniere der Rockmusik. Sie gingen neue musikalische Wege, tüftelten und experimentierten mit Stilen und Sounds. Das musikalische Chamäleon
PINK FLOYD war immer für Überraschungen geht. Neue Ausdrucksmöglichkeiten wie Geräusche in die Musik einzubinden und/oder solche auch künstlich mit Synthesizern zu erzeugen, war ein Merkmal, welches das britische Ensemble prägte. Ganz banale Alltagsgeräusche wie zum Beispiel das Rascheln von Papier, Radioklänge, das Klingeln einer Kasse, die Laute eines Uhrwerkes oder das Geräusch eines Weckers wurden im Rahmen einer Album-Produktion zum künstlerischen Ausdrucksmittel. Man möchte ja fast sagen, sie wurden de facto zum Instrument.

Denkt doch mal an diese Hubschraubergeräusche auf dem "The Wall"-Doppelalbum. Wenn man das über eine gute Anlage mit entsprechender Lautstärke und vielleicht sogar noch über Kopfhörer hört, da stellt sich doch der eigene Haarkamm ganz von allein in die "Achtung! -Position und die Haut macht auch sofort jeder gerupften Gänseschar Ehre. Das Gitarrensolo bei "Another Brick in The Wall" hat DAVID GILMOUR zum Beispiel direkt ins Aufnahmemischpult eingespielt. Der Puls- bzw. Herzschlag am Anfang und Ende der Aufnahmen von "The Dark Side of The Moon" wurde mit Schlegeln auf einer abgeklebten Bassdrum erzeugt.

PINK FLOYD war hierbei nicht auf Klamauk aus. Vielmehr steckte bei der Band oft eine Idee bzw. ein fertiges Konzept dahinter. Mit Schallplatten wie "The Side Dark of the Moon", "Wish You Were Here“ oder dem "The Wall"-Doppelalbum wurde eigentlich der Begriff Konzeptalbum erst so richtig salonfähig. Ein Thema beherrscht eine ganze Langrille und die entsprechenden Künstler setzen sich mit dem Grundgedanken künstlerisch auseinander - das kann man grob gesagt unter einem Konzeptalbum sehen.

Wie erfolgreich PINK FLOYD wurde, belegen auch ihre Verkaufszahlen und damit verbundenen Auszeichnungen. Mehr als 260 Millionen Tonträger gingen von der Band bisher über die Ladentische und zwar weltweit. Dafür heimsten die Ausführenden nicht nur Ruhm und Ehre sondern auch 89 Goldene Schallplatten, 361 Platin-Auszeichnungen sowie 17 Diamant-Schallplatten ein. Dass die Musiker, Texter, Komponisten usw. dafür auch den einen Geldschein in Euro, Britischen Pfund oder Dollar verdienten, dürfte auch klar sein und ist kein Makel.
Lasst euch alleine diese Verkaufszahlen mal durch den Kopf gehen:
"The Dark Side of The Moon" - 50 Millionen Alben,
""The Wall" - 33 Millionen,
"Wish You Were Here" - 7,5 Millionen,
"The Division Bell" - 17 Millionen Tonträger.

Noch Fragen bis hierher?
Die Musik von PINK FLOYD in all ihren Schaffensphasen hat ihre Fans rund um die Welt und das schon in mehreren Generationen. Ich bedauere, dass ich die Bands niemals live erlebte. Aber ich erinnere mich noch gerne wie ich ungefähr im Jahr 1980 an einen Abend gegen 22:00 Uhr im DDR-Rundfunk erstmals das komplette Doppelalbum „The Wall“ hören und mitschneiden konnte. Könnte in der Sendung Trend – Forum populärer Musik gewesen sein. Mir glühten vor Aufregung und Begeisterung die Ohren. Man musste außerdem beim Umdrehen bzw. Auswechseln der Musikkassetten höllisch aufpassen und wieselflink reagieren damit man auch wirklich alles im Kasten hatte.
Für mich persönlich war PINK FLOYD in der Besetzung Nick Mason, Roger Waters, Richard Wright und David Gilmour maßgeblich. Für die "Steve Barrett-Zeit“ war ich einfach zu jung.

Bands die sich an PINK FLOYD versuchen, gibt es heute viele und zwar rund um den Erdball. Einige davon sind sehr bekannt (zum Beispiel: THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW, FLOYD DIVISION, ECHOES, usw.
Sie arbeiten mehr oder weniger ähnlich:
- möglichst genau am Original klingend,
- großer Show auf großer Bühne,
- Einsatz von viel Technik.
Das kann man verstehen und auch super finden, sich sogar durchaus auch live antun.
Aber gerade die kleinen, unbekannten Bands warten manchmal mit eigenen Umsetzungsideen und ungewöhnlichen Sounds auf. Gerade solche "kleinen Geschichten" sind für wahre und nach mehreren Seiten offene Musikfans oft interessant und entzücken diese auch.

So eine kleine Band ist PIGS ON THE WING aus Dresden. Die Musiker sind tatsächlich Fans von PINK FLOYD und sie bedienen sich eben auch nicht großer Technik und Produktionen. Vielmehr spielen sie ihre Lieblingssongs mit ihren Mitteln, ihrer musikalischen Phantasie und ihrem Herzblut. Eine Handvoll Leute kann den Traum von PINK FLOYD eben doch auch in eine kleine Hütte bringen, wie nicht nur dieser Abend zeigte. Man könnte auch sagen, PIGS ON The WiNG bringt so einen Hauch der großen, weiten PINK FLOYD-Musikwelt bis in die kleinste Stube. Der Saal des Bürgerhauses Langebrück war mit schätzungsweise 80 - 100 Konzertbesuchern sicher nicht ganz ausgelastet, aber diese Gäste gingen nach den mehr als 2 Stunden mit leuchtenden Augen, einem sympathischen Lächeln und mit absolut toller Musik im Ohr nach Hause. Dafür verantwortlich waren die Protagonisten des Abends auf der Bühne.

Ein Intro stimmte die Zuhörer schon leise und durchdacht auf den Abend ein. Es waren die bekannten Geräusche zu hören, die jeder PINK FLOYD-Fan kennt. Genau die, welche ich weiter oben im Text schon erwähnte, den Herz- bzw. Pulsschlag, das ablaufende und klingelnde Uhrwerk, die Registrierkasse usw. Songs wie „Money“ oder Time begannen sich in meinem Gehirn zu melden und zu schwingen. Ich war für die Mugge bereit, die Kapelle war es auch und die Helden des Abends nahmen ihre Plätze ein.

Die Musiker von PIGS ON THE WING sind:
UWE KOTTECK (Gesang, Akustikgitarre, Bassgitarre),
RÜDIGER WEISHEIT (CELLO, Gesang, Bassgitarre),
RÜDIGER FREUND (Akustikgitarre, Akkordeon, Gesang),
NICO ALBANIS (E-Gitarre, Lap-Steel-Gitarre) und
JÖE KOTTECK (Schlagzeug).

Im Saal des Bürgerhauses spielten sie sich förmlich die Seele aus dem Leib und den sprichwörtlichen Arsch ab und was sie uns musikalisch kredenzten war astreine PINK FLOYD-Mugge in einem ganz eigenen neuen und minimalistischen Gewand. Sie nennen das ja PINK FLOYD Tribute unplugged, aber so ganz stimmt das nicht, denn Schlagzeug und E-Gitarre sind doch eher typische „Laut“-Instrumente. Aber das spielt auch keine Rolle, was zählt ist das Ergebnis und das konnte sich wahrlich hören lassen. Ich schreibe schon jetzt mitten im Text, dass ich diese Reise ins PINK FLOYD-Universum mit PIGS ON The WiNG unbedingt wieder antreten werde. Mir sind vor Ergriffenheit bei den wunderschönen Tönen von Cello, Akustikgitarren, E-Gitarre und Lap-Steel-Gitarre fast die Ohren verglüht und der Verstand war vollkommen weggeflogen. Ein wohliges Gefühl beherrschte mich und in dem musikalisch gewebten Netz von PIGS ON THE WINGS fühlte ich mich warm, sicher und geborgen.

Alleine was NICO ALBANIS auf de seinen beiden Instrumenten für Solos zauberte, wie RÜDIGER FREUND und UWE KOTTECK sich die akustischen Gitarrenbälle zu warfen oder wie die warmen Cello-Töne eines RÜDIGER WEISHEIT durch den Raum schwebten, war phänomenal. Es fügte sich jeder Ton, jeder Takt und jeder Laut zu einem einheitlichen Gesamtkunstwerk zusammen.Auch die Moderationen von UWE KOTTECK waren sehr angenehm. Er erzählte ganz kurz etwas zum jeweiligen Lied und das war nicht lästig, sondern sehr informativ und stimmig. ER sabbelte nicht stundenlang rum, sondern brachte einfach vieles auf den Punkt.

Die gespielten Songs habe ich nicht alle behalten, aber ein paar sind mir in Erinnerung geblieben.
Allgemein kann man zur Liederauswahl so viel sagen, dass die PIGS sich wirklich tief in das PINK FLOYD-Liedwesen gegraben hatten und auch ein paar eher nicht ganz so geläufige Songs wie „St. Tropez“ von der 1971er „Meedle“-Scheibe aus der Tiefe des PINK FLOYD-Ozeans holten.

„Brain Damage“ und Eclipse“ von der „The Side Dark oft the Moon“ waren ebenfalls dabei.
Es ging sogar bis in die neunziger Jahre und dem wunderschon interpretierten „High Hopes“ von der im Jahr 1997 erschienenen „Division Bell“. Ganz bekannte Nummern wie „Learning to Fly“ oder „"Welcome to the Machine" fehlten ebenfalls nicht. Artiger Applaus?“ Fehlanzeige! Es gab stattdessen Standing Ovations mit rhythmischen Klatschen und nicht enden wollenden Zugabe-Rufen aus dem Saal für die Band. Die strahlenden Musiker dankten es dem Publikum mit der exzellenten Nummer „Comfortably Numb“ von „The Wall“. Ich selbst war wie berauscht von den Klängen.

PIGS ON THE WING haben mich angefixt. Ich brauche noch mehr solche Abende.
Das haben die Flügel-Schweine jetzt davon – sie müssen mich vielleicht bald wieder ertragen

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 08.05.2017 21:04 | nach oben springen

#2

RE: PIGS ON THE WING 21.04.17 Langebrück

in Konzertberichte 2017 08.05.2017 21:08
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Fotos Teil 2

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 08.05.2017 21:13 | nach oben springen

#3

RE: PIGS ON THE WING 21.04.17 Langebrück

in Konzertberichte 2017 08.05.2017 21:19
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Fotos Teil 3

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 08.05.2017 21:24 | nach oben springen

#4

RE: PIGS ON THE WING 21.04.17 Langebrück

in Konzertberichte 2017 08.05.2017 21:31
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Nun ist aber genug

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 7 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Kuno
Besucherzähler
Heute waren 7 Gäste online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 2508 Themen und 10793 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 128 Benutzer (14.08.2016 15:50).

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen