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DRIFTWOOD HOLLY 07.04.17 Tante Ju Dresden

in Konzertberichte 2017 19.04.2017 15:41
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Heute möchte ich euch hier noch einen kurzen Nachzügler-Konzertbericht vorlegen. Am 07. April 17 machte der Tross von DRIFTWOOD HOLLY in Dresdens bestem Liveclub Tante Ju Halt und da dieses Gastspiel wollte ich mir unbedingt anschauen. DRIFTWOOD HOLLY ist zu allererst der Künstlername und das Projekt von HOLGER HAUSTEIN aus Oberwiesenthal. Der englische Begriff driftwood bedeutet übersetzt in unsere Sprache ja so viel wie Treibholz und Holly ist so eine Kose-/Spitzname des Vornamens Holger. Das ist ein ziemlich passender Name für den Oberwiesenthal-Kanadier HOLGER HAUSTEIN, der einst auszog in der weiten Welt sein Glück zu machen. In der kanadischen Goldgräberstadt Dawson-City scheinen er und seine Familie ihr persönliches Paradies gefunden zu haben.

DRIFTWOOD HOLLY ist aber auch Sänger, Gitarrist und Songschreiber und er hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg in der Livemusiksparte hingelegt. Natürlich führten ein paar glückliche Umstände sowie auch die Zusammenarbeit mit Musikern wie JÄCKI REZNICEK und PAVEL OSVALD dazu, dass DRIFTWOOD HOLLY bei den Fans auf so viel Gegenliebe stieß.
DRIFTWOOD HOLLY wurde von Anfang an aber auch massiv von der schreibenden Musikszene unterstützt. Das war in diesem Fall auch sehr hilfreich.

Vor allem Grit Bugasch machte sich da ganz stark. Sie schrieb eine ganze Reihe Konzertberichte, Rezensionen und Interviews für ein vereinsbetriebenes, bekanntes Internet-Musikjournal. Grit begleitete beispielsweise die Entstehung des Albums "Aura Borealis" mit einer kompletten Serie. Die ganzen Beiträge von ihr enthielten umfangreiche Informationen über Künstler und Werk mit Hintergründen aus erster Hand. Außerdem schrieb die junge Frau mit sehr viel Herzblut. Grit verstand es damit bei den Lesern, auch bei mir, die Neugier zu wecken. Kleiner Tipp am Rande von mir: Wenn ihr irgendetwas über DRIFTWOOD HOLLY wissen wollt, lest in den Beiträgen von Grit Bugasch nach.

Im Vorfeld des Konzertes hatte ich den Liveclub Tante JU als viel zu groß für DRIFTWOOD HOLLY empfunden. Heute gebe ich gerne zu, dass ich mich da mal richtig verspekuliert hatte. Tante JU war für einen Freitagabend außerordentlich gut besucht. Wenn die Entwicklung so anhält, ist Dresdens bester Liveclub bei einer künftigen Mugge bestimmt ausverkauft. Einige Konzerte dieser 2017er "Jetzt tanz` ich Tour`" durch Deutschland waren ja schon „sold out“.

2 Alben ("Little Lilly Mammoth Hair", 2014 und "Aura Borealis", 2015) stehen schon auf der Haben-Seite. DRIFTWOOD HOLLY hat sich damit und mit den Konzerten schon zahlreiche Fans erspielt. Einige Anhänger begleiteten und unterstützten HOLLY und die Band sogar auf mehreren Gigs dieser Tour.

Doch jetzt schreibe ich noch ein paar Zeilen zur erlebten Livemusikdarbietung von DRIFTWOOD HOLLY in der Tante JU zu Dresden. Die Instrumente und Mikrofone waren so aufgebaut, dass die Musiker im vorderen Bereich der Bühne sitzen konnten. Die Sitzpositionen bildeten fast eine Art Halbkreis und die Akteure konnten sich immer gegenseitig in die Augen bzw. auch auf die Finger schauen. Wenn ich mal Vergleiche heranziehen darf, dann erinnerten mich die Musik und das tiefenentspannte, lockere Gebaren der Musiker um DRIFTWOOD HOLLY an diesem Abend irgendwie an eine fröhliche Runde an einem Lagerfeuer. Es ging nach meinem Empfinden eine seltsame menschliche Wärme und Vertrautheit von der Bühnenrunde auf das Publikum über.

Den Vergleich mit dem Lagerfeuer fand ich gar nicht mal so schlecht, denn was mir an diesem Abend musikalisch zu Ohren kam war zu großen Teilen schon eine Mischung aus Folk, Akustikrock, Liedermacherei wie man sie in lauen Sommernächten an einem Strand, auf einem Zeltplatz oder in einem großen Garten im Schein der lodernden Flammen auch hören könnte. Da störte mich auch nicht, dass die Instrumentierung mit Schlagzeug und Lap-Steel-Gitarre (oder ist es eine Pedal-Steel-Guitar?) ehr untypisch für Lagerfeuerromantiker war. Vielleicht lag es auch an der Lap-Steel-Gitarre, dass ich manchmal auch Country-Klänge und Bluestöne zu hören glaubte.

Der Mann von den Höhen des Erzgebirges, der seine Lebensmittelpunkt-Zelte dauerhaft am Yukon-River aufgeschlagen hat, hat sich eine exzellente und einzigartige Band gebastelt. Durch die Bank weg sind mir die Kerle menschlich alle sehr sympathisch. Über ihre musikalischen Fähigkeiten und Fertigkeiten kann man auch nicht genug Loblieder singen. Was dabei jedoch ganz wichtig dabei ist, ist die menschliche Komponente, auch die muss passen. Was wir bei diesem Konzert in Dresden auch sehr eindrucksvoll erleben konnten.

Mit dem Bass-Professor JÄCKI REZNICEK und dem sich in jedwede Musik einfühlende Geiger PAVEL OSVALD begleiten HOLGER HAUSTEIN schon seit einigen Jahren zwei absolute Meister ihrer Instrumente. Diese Zusammenarbeit funktioniert erstaunlicherweise auch über den großen Teich hinweg. Mit BASTI REZNICEK am Schlagzeug und ADRIAN DEHN an Lap-Steel-Gitarre (oder Pedal-Steel-Gitarre?) und E-Gitarre wird das musikalische Gerüst der Songs noch breiter, abwechslungsreicher und stabiler.

Man kennt das ja, aus der eigenen Jugendzeit, wenn in so einer Runde einander wildfremde Menschen sich plötzlich näherkamen, weil sie einfach auf einer Wellenlänge lagen. Lebenslange Freundschaften und sogar lebenslängliche Liebesbande können in derartigen Stunden und diesen Kreisen entsprungen sein.

Ich strapaziere das Bildnis von der Lagerfeuerrunde noch ein wenig weiter, den die Truppe um DRIFTWOOD HOLLY verzichtete auch auf die eingefahrenen Gleise einer festen Liedfolge/Setlist. Es mag da sicher einen Rahmen gegeben haben, welche Lieder unbedingt dabei sein müssen, aber es gab auch die Augenblicke, wo sich die Musiker gegenseitig fragten, welches Lied wollen wir denn jetzt spielen. Fakt war auch, dass Musik und Lieder Herzen und Seelen der Zuhörer ähnlich erwärmten wie ein Lagerfeuer den Körper.

DRIFTWOOD HOLLY hatte ja eigene Lieder in deutscher und auch in englischer Sprache im Programm. Dazu kamen noch 2 – 3 Cover-Nummern. Mich persönlich berührten die deutschsprachigen Songs wie “Dein König“, das Schlüssellied“, „Die wilden Jahre“, „Rattenlied“ und insbesondere das stark an das bekannte Kinderlied angelehnte „Kommt ein Vogel geflogen“ besonders. Für mich ist es einfacher, die Texte in meiner Muttersprache aufzunehmen und mich dann gefühlsmäßig in diese Netze aus Worten fallen zu lassen.

Das Rockerherz machte bei solchen Klassikern wie „Rockin‘ in a Free World“ und „Like A Hurricane“ von NEIL YOUNG sowie „All Along the Watchtower“ von BOB DYLAN vor Freude beinahe Purzelbaum-Schläge. Letztgenanntes Lied wurde ja seinerzeit in der Version von JIMI HENDRIX sehr populär. Die DRIFTWOOD HOLLY-Band verrockte diese Klassiker wirklich ordentlich und mit absoluter Klasse. Herausheben möchte ich hier den ca. 20 Jahre alten ADRIAN DEHN, welcher auf der E-Gitarre tatsächlich richtig irre und famose Töne erzeugte. Da könnten sogar in Ehren ergraute Gitarren-Helden vor Begeisterung mit der Zunge schnalzen.

Manchmal wurden sich an Lagerfeuern auch Geschichten erzählt. Während das zu unseren Zeiten der reinen Unterhaltung dient, hatte das bei den Naturvölkern zusätzlich den Zweck die Geschichte des eigenen Volkes, die Legenden von ihren größten Helden und Erfahrungen an die nachfolgende Generation und auch an andere Sippen, Familien weiterzugeben. So wurden diese Geschichten im Land verteilt. Das fiel mir auch ein als der Oberwiesenthal-Kanadier zwischen den Liedern seiner Geschichten erzählte. Herrlich fand ich die Geschichte von den unzerreißbaren Gitarrensaiten, die auf den Markt kommen sollen. HOLLY erzählte ganz genüsslich davon, wie er diese Saiten bei -40 Grad testen würde und er stellte sich gleichzeitig die Frage, ob diese dann nicht besser mit Fell bekleidet werden könnten, denn das wäre besser für die Finger.

Mit ein wenig Phantasie konnte man übrigens auch den grauenhaften und übertriebenen Bühnennebel in meine kleine Lagerfeuer-Spinnerei einbinden. Solche Feuerstellen haben nämlich oftmals die Angewohnheit ordentlich zu qualmen, wenn das Holz etwas feucht ist.

Mitten Im Konzert gönnten sich die Musiker eine kurze Verschnaufpause und die etwa 16 Jahre alte JEANIE CELINA aus Hannover bekam die Chance ihr Können einem breiten Publikum zu präsentieren. Die junge Frau überzeugte mit einer kräftigen Gesangsstimme und sie begleitete sich selbst mit der Gitarre. Ihr Auftritt kam sehr gut bei den Dresdner Konzertbesuchern an. Im Anschluss spielte sie noch ein oder 2 Lieder mit der kompletten Band.

Sehr toll fand ich auch, dass der Oberwiesenthaler HOLGER HAUSTEIN mit absoluter Hochachtung und Begeisterung von den ihn begleitenden Musikern sprach und dass es für ihn eine Ehre ist mit dieser Band auftreten zu dürfen. Für ihn gehören diese Musiker zu den besten ihrer Zunft und das weltweit.

Auch das größte Lagerfeuer verlöscht mal, auch das schönste Konzert muss irgendwann enden. Das war in der Tante Ju nicht anders. Daran änderten auch die Zugaben nichts. Sie zögerten den Feierabend nur ein wenig heraus. Zurück bleiben nach diesem Konzert-Leckerbissen jedoch viele Emotionen und Erinnerungen. Für mich ist klar, dass es nicht mein letztes DRIFTWOOD HOLLY-Konzert war. Irgendwann werde ich mich wieder an dieses gedankliche Lagerfeuer begeben und der wunderbaren Musik sowie HOLLYs Geschichten lauschen.

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 12.05.2017 09:43 | nach oben springen

#2

RE: DRIFTWOOD HOLLY 07.04.17 Tante Ju Dresden

in Konzertberichte 2017 19.04.2017 15:48
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Fotos Teil 2

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 19.04.2017 15:54 | nach oben springen

#3

RE: DRIFTWOOD HOLLY 07.04.17 Tante Ju Dresden

in Konzertberichte 2017 19.04.2017 15:58
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Fotos Teil 3

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 19.04.2017 16:03 | nach oben springen

#4

RE: DRIFTWOOD HOLLY 07.04.17 Tante Ju Dresden

in Konzertberichte 2017 19.04.2017 16:46
von PMausM | 1.517 Beiträge | 3195 Punkte

Och nee, jetzt wird aber Peggy traurig sein, dass wir es nicht da hin geschafft haben. Du hast es so schön geschildert und es war ein Highlight. Aber ich bin im Moment leider zu ängstlich im Großstadtverkehr und scheide für solche Aufgaben als Fahrerin aus. Aber vielleicht kommen sie mal wieder in unsere ländlichere Gegend, da haben sie ja einige Male gespielt. Und dann kriegen wir es auf die Reihe, versprochen Peggy.


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#5

RE: DRIFTWOOD HOLLY 07.04.17 Tante Ju Dresden

in Konzertberichte 2017 20.04.2017 09:25
von SN-Nittel | 133 Beiträge | 298 Punkte

Man muss das Konzert empfehlen, auch wenn es jetzt erstmal vorbei ist mit der Tour. Irgendwann kommen sie zurück. Auch die CD-Scheibe ist absolut gelungen "Aurora Borealis". Dort ist noch die Stimme von Jana Groß zu hören was einigen Titel sehr sehr gut tut. Danke Kundi für den Bericht. Ich hatte mich aber aus Gründen für Ebersbrunn halt entschieden.

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#6

RE: DRIFTWOOD HOLLY 07.04.17 Tante Ju Dresden

in Konzertberichte 2017 22.04.2017 12:33
von Peggy | 320 Beiträge | 669 Punkte

Mit viel Freude habe ich Deinen gelungenen Bericht gelesen, lieber Kundi! Und auch bei Facebook habe ich aufmerksam das Geschehen rund um die Konzerte von Driftwood Holly verfolgt.

Ja, liebe Petra, ein bisschen schade ist es schon, dass sich keine passende Gelegenheit für einen gemeinsamen Konzertbesuch ergeben hat. Aber mach' Dir keine Sorgen deshalb.
Es gibt ganz bestimmt bei der nächsten Tour die Möglichkeit, das Vorhaben in die Tat umzusetzen! Wir bewahren und steigern einfach bis dahin die Vorfreude!


"Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse ..."

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