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Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren: Buchpremiere und LESUNG mit CÄSAR im Anker

in Konzertberichte 2013 und älter 24.03.2017 17:40
von HH aus EE | 846 Beiträge | 2063 Punkte

Auf den Tag genau vor 10 Jahren, am 24.März 2007, stellte CÄSAR im Rahmen einer ersten öffentlichen Lesung seine Autobiografie "Wer die Rose ehrt" vor. Ich war damals im Anker von Leipzig dabei und hatte darüber einen kleinen Bericht geschrieben. Genau diesen Text stelle ich heute, zehn Jahre danach, noch einmal ein (sowie auf meine Homepage http://www.mein-lebensgefuehl-rockmusik....uchpremiere.htm ), um an den Künstler, Musiker, Buchautor und Menschen CÄSAR PETER GLÄSER zu erinnern. Ich denke sehr gern daran zurück und hoffe, einigen anderen wird es beim Lesen ebenso gehen:

CÄSAR – Buchpremiere und Lesung (24.03.2007)

Ich habe einen Spleen! Mein Spleen heißt Rockmusik und ich sammle Vinyl. Bei mir stehen deshalb ein paar Schallplatten mehr herum, als anderswo. Auch Bücher stehen in den Regalen. Neulich nahm ich eines in die Hand. Gleich auf der ersten Seite sprang mir ein Namenszug in die Augen und das Datum 24. März 2007. Heute, vor genau 10 Jahren, war ich im alten „ANKER“ von Leipzig, in der Straße mit den vielen alten Bürgerhäusern. Hier wohnten einst auch meine Großeltern. Doch ich war nicht hier, um das Haus wiederzufinden, in dem Oma und Opa lebten, sondern ich wollte einen ganz besonderen Abend miterleben. An diesem Abend stellte nämlich CÄSAR seine als Buch gebundenen Erinnerungen „Wer die Rose ehrt“ vor. Da wollte ich unbedingt dabei sein.

Im „ANKER“ von Leipzig herrscht irgendwie eine sehr besondere Atmosphäre, als ich zeitig eintrete. Der Saal fast noch leer, vor der Bühne eine Podest und darauf ein Tisch mit Stehlampe. Im Kegel des Lichts steht eine Gitarre, Cäsar’s Gitarre. Im Halbrund aufgestellt davor viele Stuhlreihen, die sich bald füllen werden. Die meisten Besucher, das darf man getrost annehmen, kennen diese Biografie fast wie ihre eigene. Sie haben die meisten Jahre hautnah mit erlebt. Und dennoch, sie wollen vom Lebenslauf des sächsischen Barden aus dessen eigenem Mund hören und natürlich auch ein paar seiner Lieder.

CÄSAR steigt zu Willi Schwabe’s Rumpelkammermusik auf das Podest und spielt einige zaghafte Töne auf einem kleinen Spielzeugxylophon. Holprig und suchend, so wie er es als Kind auch probierte hatte. Und dann beginnt er ungewohnt aufgeregt und leise aus seinem (Rocker)Leben zu erzählen. Er sitzt da und lässt uns alle teilhaben an 40 Jahren Musikantendasein. Ich hab’ die ganze Zeit das Gefühl, als würde auch mein eigenes Leben mit diesen 40 Jahre an mir vorüber ziehen: Schule und Musikschule, Geigenunterricht und Jugendweihe, Lehre, Freunde, meine Gitarre und natürlich die Beat-Schuppen um die Ecke, der in Elsterwerda „Hoppenz“ hieß. Hier sah und erlebte ich Cäsar zum ersten Mal.

Er auf allen Bühnen, von der Ostsee bis zum Erzgebirge, und wir mittendrin beim Tanztee und später bei den Konzerten mit Renft, Karussell, Cäsar’s Rockband sowie den Spielern. Die Hörer erleben sein musikalisches Werden, beginnend beim Xylophon bis zu einem der wohl stilistisch reifsten Gitarristen hierzulande. Es ist ein mitunter leises Plaudern mit seinem Publikum, ein Teilhaben an den Querelen des Lebens, die oft auch die unseren waren, und ein Leiden, wenn es um Themen geht, die schon oft ausgesprochen wurden, aber auch immer wieder in die Öffentlichkeit gezerrt werden, wenn es darum geht, Schlagzeilen im Osten über den Osten zu machen.

Natürlich hören wir an diesem Abend auch Musik, altbekanntes und manchmal überraschendes. Den einen oder anderen höre ich mitsingen, leise und zaghaft. Mir geht es ebenso. Dann wieder versteht es Cäsar mit Anekdoten und vielen lustigen Begebenheiten, die Passagen und Kapitel seines Buches zu illustrieren. Das Publikum klebt an seinen Worten und versteht sie. Der sächsische Barde erinnert an Weggefährten seines Lebens, an seine Mutti, die Musiklehrerin und all die vielen Musikerkollegen. Ganz besonders jenen, die ihren Weg bereits gegangen sind, widmet er dieses eine, besondere, sehr intensive Lied: „seid noch ein Weilchen mit uns still ...“. Gänsehaut pur.

Von mir aus hätte der Abend noch länger als diese drei Stunden andauern dürfen. Doch Susanne, die Tochter, macht wohl das einzig richtige, als sie charmant aber bestimmt darauf verweist, das wir ja dieses Buch auch kaufen können, statt es uns vollständig vorlesen zu lassen. Viele nehmen dieses, sein Buch als Erinnerung, aber wohl eher als Lektüre zum eigenen Leben mit. Vom Akteur des Abends lassen sie sich noch eine Widmung in die Seiten schreiben, ehe sie gehen. Auch mein Buchexemplar erhält eine Signatur und Cäsar nimmt sich, wie bei allen anderen zuvor, viel zeit für ein Gespräch und gemeinsame Erinnerungen.

Irgendwann, ganz früh zu Hause und schon in der Sommerzeit, bin ich sehr glücklich, den Musiker mit dem BOCK-STEIN mal so ganz intim und anders erlebt zu haben. Danke Cäsar und mehr von diesen Erlebnissen und Begegnungen. Immer wieder!

Angefügte Bilder:
www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
zuletzt bearbeitet 24.03.2017 17:42 | nach oben springen

#2

RE: Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren: Buchpremiere und LESUNG mit CÄSAR im Anker

in Konzertberichte 2013 und älter 24.03.2017 18:39
von Kundi | 1.994 Beiträge | 4566 Punkte

Auch ich erstand vor 10 Jahren CÄSARs Autobiografie "Wer die Rose ehrt" und besuchte einen Termin von seiner Lese-Tour.
Im Kronenkino zu Zittau erzählte er aus seinem Leben, las aus dem Buch und er spielte auch einige Lieder. Das letzte musikalische Stück des Abends war damals die Sandmännchen-Melodie,
welche CÄSAR auf der Blockflöte intonierte.

Herzlichen Dank, lieber Hartmut, dass Du uns an CÄSAR und an diese Lese-Tour erinnerst.

Gruß Kundi

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