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JERZY KOSELA (Rote Gitarren) verstorben

in Bands, Musiker, Musikstile 11.01.2017 17:25
von HH aus EE | 839 Beiträge | 2048 Punkte

Jerzy Kosela ist tot – der Wald abgebrannt
15.07.1942 – 07.01.2017

Seitdem sie 1968, gemeinsam mit den Beatles, auf der weltgrößten Musikmesse, der MIDEM, einen Preis für die meistverkaufte Schallplatte in Polen erhielten, nannte man die CZERWONE GITARY (Rote Gitarren) in ihrer Heimat die polnischen Beatles. Als sie sich im Januar 1965 als Band formierten, war JERZY KOSELA, neben Henryk Zomerski, einer der beiden Urväter an der Gitarre. Kurze Zeit später kamen Domowski (bass), Klenczon (guit) und Skrzypczyk (dr) hinzu. So gingen sie in Polen auf ihre erste Tour. Noch im gleichen Jahr wurde Zomerski durch Krajewski (guit) ersetzt. In dieser Besetzung wurden sie erfolgreich und so auch in der DDR bekannt. Da war JERZY KOSELA schon nicht mehr an Bord. Seine Mitwirkung beschränkte sich nur auf die erste Langspielplatte „To Wlasnie My“ (1966) der CZERWONE GITARY. Danach verließ er die Beat-Kapelle, um sich anderen Projekten zu widmen. Erst 1993, nachdem sich auch Krajewski zurückgezogen hatte, holte in Skrzypczyk, der seitdem alle Fäden in der Hand hält, wieder in eine Band, die zur Schlager-Combo mutiert war.

JERZY KOSELA war offenbar ein stiller Zeitgenosse, wie ich mich selbst bei einem Treffen in Bautzen, am 3. Mai 2009, bei „Musik für Sie“, überzeugen konnte. Ich durfte damals, gemeinsam mit meinem Freund Kundi, ein Interview mit Jerzy Skrzypczyk führen und traf so auch auf den Gitarristen KOSELA, der sich stets abseits des Geschehens aufhielt. Eigenartig schien mir damals nur, dass ich ihn erst mit der Erlaubnis von Skrzypczyk treffen und mit ihm sprechen durfte. Ich habe recherchiert und weiß nun auch, warum. Später zog sich KOSELA aus gesundheitlichen Gründen teilweise aus der Band zurück. Am 21.11. 2016 stand er in Danzig zum letzten Mal auf der Bühne. Er starb am 7. Januar 2017 im Alter von 74 Jahren. Für mich persönlich ist damit die Geschichte der CZERWONEW GITARY endgültig abgeschlossen. An die Begegnung 2009 erinnere ich mich, auch aus anderen Gründen, gern zurück. Drei roten Gitarren auf der Bühne, die der Band ihren Namen gaben, gibt es leider nicht mehr, denn Klenczon starb schon 1981 und Krajewski verließ die Band später auch. So wie wir die Roten Gitarren heute kennen, ist es so, als würde man eine Combo mit Ringo Starr plus drei Gastmusikern, Beatles nennen. Das geht gar nicht, unmöglich!! Meine Begegnung mit einem der drei Gitarristen allerdings, werde ich in angenehmer Erinnerung behalten. Ansonsten ist für mich "der Wald abgebrannt" .

Angefügte Bilder:
www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
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