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Randgruppencombo spielt Gundermann 29.12.08 Postbahnhof Berlin

in Konzertberichte 2013 und älter 10.12.2016 18:01
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Gleicher Ort, gleiche Band, gleicher Schreiberling ein Jahr später. Dieser Bericht ist inhaltlich ebenfalls nicht verändert worden.

Gestern beendeten wir unsere Konzert-Tour 2008. Das Ziel unserer Reise hieß mal wieder Berlin. Nach der Arbeit fuhren wir zu dritt gemütlich Richtung Hauptstadt. Als wir Berlin erreichten, drehten wir erstmal ein paar Runden, um einen Parkplatz zu finden. Rings um die O2 World-Arena herrschte mal wieder Hochbetrieb. Aber nicht der Anschütz-Tempel und Ich & Ich waren unser Ziel. Wir wollten fast nebenan in den Fritzclub im Postbahnhof.

Nach dem Motto, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg fanden wir dann doch einen Parkplatz für unser Reisemobil. Zugegeben, der Platz war vielleicht nicht ganz vorschriftsmäßig, aber in der Not greift man schon mal nach jedem sich bietenden Strohhalm.

Am Fritzclub sammelten sich schon die ersten Leute und nach ca. einer viertel Stunde Wartezeit ging es endlich hinein. Das wurde auch Zeit, denn in Berlin war es ar***kalt.
Im Vorraum machte sich der Buschfunk-Verlag wieder mit einem Verkaufsstand breit. Meine Hoffnung, die im Katalog für Dezember angekündigte DVD vom im Juni stattgefundenen Gundermann-Tribut-Konzert zu erhalten, erfüllte sich leider nicht. Die DVD wir nun erst im Januar 2009 erscheinen.

Der Club war gegen 20.00 Uhr dann wirklich ziemlich voll. Hier und da hörte man im Publikum schon rhythmisches Klatschen. Alle warteten auf Heiner Kondschak und seine Mitstreitstreiter von der Randgruppencombo. Gegen 20.15 Uhr erklang die Instrumentalversion von Gundi's "Gras" von der Konserve und die Randgruppencombo betrat unter lauten Jubel und Beifall die Bühne.

Schon in diesem Moment war mir klar, dass dieses Konzert wieder ein absolutes Highlight werden würde, denn ich sah die Freude in den Gesichtern der Menschen um mich herum und in den Gesichtern der Musiker. Was einst am Landestheater Tübingen als Programm begann entwickelte sich zum Dauerbrenner.

Die Randgruppencombo spielt seit dem Jahr 2000 immer wieder mal zusammen, was aber heutzutage nicht immer einfach ist, denn die Schauspieler sind mittlerweile hauptberuflich an anderen Theatern von Berlin bis Stuttgart tätig.

Mit "Ruhetag", eines meiner absoluten Lieblingslieder ging es los und von der ersten Sekunde an waren Band und Publikum eins. Der berühmte Funke brauchte nicht gezündet werden, er war schon da. Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis hin zum Rentenalter sangen gemeinsam Zeilen wie "Weine nicht, wenn der Regen fällt, mein Herz hat gerade heut Ruhetag". Im Saal blieb da wohl kein Herz und keine Seele kalt.

Die Musiker strahlten bei der Begeisterung, die ihnen entgegenschlug und Heiner Kondschak sagte, dass er sich sehr freut, wieder viele bekannte Gesichter in den ersten Reihen des Publikums zu sehen.

Der Sound im Fritzclub und die wirkungsvolle Lichtanlage waren sehr gut eingestellt, da gab es gar nix zu meckern.

Die Multiinstrumentalisten auf der Bühne wechselten bei fast jedem Lied die Instrumente. Wie immer bei der Randgruppencombo kamen während des Konzertes wieder dutzende Instrumente von den Triangeln über Flöten, Pfeifen, Gitarren, Keyboard, Bass und Schlagzeug zum Einsatz. Die ungewöhnlichsten Arbeitsgeräte der Künstler dürften dabei die Drehleier und der Dudelsack gewesen sein.

Ohne sinnlosen Schnick-Schnack präsentierten die hauptberuflichen Schauspieler, der Verwaltungsdirektor, die Regieassistentin und die Sekretärin die Lieder von Gundi. Es gibt kein Showgehabe und keine Starallüren. Da oben stehen Künstler, die mit dem Herzen bei der Sache sind und die GUNDERMANN's Lieder gerne und auf ihre eigene Art und Weise spielen.

Leisere Töne bei Liedern wie "Ich mache meinen Frieden" oder "Die Zukunft" kommen im Programm genauso zum Tragen wie die rockigen Ausflüge der Musiker bei "Alle oder keiner".

In der Ansage zu "Straße nach Norden" bemerkte Kondschak, dass sie dieses Lied im Westen nicht spielen, weil keiner dort das Lübbenauer (Autobahn-) Dreieck kennt. Er erzählte weiterhin, dass sie auch im Westen zur Weihnachtszeit wieder 2 Konzerte gespielt hatten.

Das lange Zeit wenig bekannte Lied "Menschenmädchen" wurde vor einiger Zeit durch die Randgruppencombo hervorgekramt und dadurch ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Seitdem ist „Menschenmädchen" einer der vielen Höhepunkte eines Randgruppen-Konzertes. Natürlich war das auch gestern so.

Gerhard GUNDERMANN hat mit seinen Liedern und Texten ausgesprochen, was viele von uns denken. Nicht zu Unrecht wird er deshalb auch als Sprachrohr des Ostens bezeichnet. Die textlichen Aussagen von "Engel über dem Revier" und "Krieg" verbunden mit diesen schwermütigen Melodien lösten auch in der Version der Randgruppencombo gestern bei mir Gänsehautschauer aus.
Die Band weiß auch durch ihren hervorragenden Satzgesang wie zum Beispiel bei "Kommen und Gehen" zu überzeugen.

"Gras“, "Fliegender Fisch II" und "Weisstunoch" waren die letzten Lieder des Abends. Inklusive Zugaben haben die Damen und Herren um Heiner Konschak fast 3 Stunden auf der Bühne gestanden.

Kondschak sagte zum Schluss zwar, dass sie im Moment selbst noch gar nicht wissen, ob es mit der Randgruppencombo weitere Konzerte geben wird, trotzdem plane ich jetzt schon mal für den 29. oder 30.12.2009 eine Fahrt nach Berlin ein.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 10.12.2016 18:08 | nach oben springen


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