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ANDREAS GEFFARTH im Oederaner Spital (02.10.2016)

in Konzertberichte 2016 06.10.2016 19:55
von WarDeinFreund | 69 Beiträge | 166 Punkte

Fast schon als musikalisches Oederaner Urgestein würde ich ihn bezeichnen, den Geraer Sänger und Gitarristen ANDREAS GEFFARTH. Seit vielen Jahren spielt er jedes Jahr im Herbst ein Konzert in unserer Stadt. Oftmals solo wie dieses Jahr im Spital, manchmal auch mit Band oder Musikerkollegen im etwas größeren Bürgersaal.

Wir sind regelmäßig (mindestens aller zwei Jahre) mit dabei. Und wenn er dann mit seinem typischen, verschmitzten Lächeln auf die Bühne tritt, die Gitarre nochmals stimmt, die erste Saite zupft und die erste Silbe singt – spätestens dann weiß man auch wieder, warum! Warum man immer wieder kommen muss zu diesem ausgewöhnlichen Gitarristen, Sänger und auch Entertainer. Denn zwischen seinen Liedern unter dem Motto „A couple of songs – I wish I had written myself“ und den eigenen Kompositionen seines 2012er Albums „The way back home“ mischt er sympathisch viel Wissenswertes sowie einige Anekdoten seines Musikerlebens. So erfahren wir, warum heute schon 17 Uhr Beginn ist, denn „Sonntags haben die Leute nur nach dem Kaffeetrinken nichts zu tun, aber zum Tatort müssen sie wieder zu Hause sein.“ Außerdem führt er eindrucksvoll vor, was so eine Loopstation alles kann und wie er damit mit Leichtigkeit eine ganze Band ersetzt. Und das, obwohl er eigentlich „mehr analog, als digital“ ist oder lebt!

Man spürt mir jedem Wort und mit jedem Lied, wie sehr er hinter dem steht, was er dort tut. Musik, seine Gitarren, das ist das Leben von Andreas Geffarth. Und seine Musik, das sind die ruhigen Balladen der 60er und 70er Jahre (John Lennon, Bob Dylan, George Harrison u.v.m.) bis hin zu einigen Ohrwürmern aus den 90ern (Lemontree, Jessie). Obwohl das nicht unbedingt meine Musik ist, ergreift es mich jedes Mal aufs Neue, wie er diese Lieder zu seinen eigenen macht und das Publikum damit verzaubert. Er fügt die Kompositionen oft ineinander zu endlosen Medleys bekannter Melodien, aufbauend auf einem Gitarrenspiel, was meiner Meinung nach nicht viele in dieser Perfektion können. Die wunderschönen Versionen von „Imagine“ und „Tears in Heaven“ sind mir im Ohr geblieben. Mit vielen musikalischen Ideen, die seine Oldies mal kreativ, mal amüsant aufpeppen, schafft er es, die Zuhörer den gesamten Nachmittag in seinen Bann zu ziehen. Mehrmals erprobte er auch umgedreht die Gesangsqualitäten der Anwesenden – mit eher mäßigem Erfolg! Na ja, deshalb sitzen wir ja auch auf den Stühlen und stehen nicht da vorn!

Wenn ich etwas bemängeln müsste, könnte ich sagen, dass dem Programm auch einige deutsche Titel gut stehen würden. Zwar spielt er einige Titel an, aber oft nur, um die typischen Partyhits auf die Schippe zu nehmen. Da geb ich ihm durchaus recht, aber es gibt doch auch genügend anspruchsvollere deutsche Titel abseits von „Hey Baby“ etc.! Mit „Kling, Klang“ spielte er zum Ende des Programms dann sogar einen in voller Länge.

Kurz vorm Tatort war dann tatsächlich der Nachmittag zu Ende, wobei ich glaube, Andreas hätte sich durchaus auch zu einer zweiten oder dritten Zugaberunde überreden lassen. Ich habe schon einige 20-Uhr-Auftritte von ihm erlebt, die erst weit nach Mitternacht zu Ende gingen! Einmal war der Zugabenteil fast länger als das Konzert selbst!

Warum dennoch so wenige Besucher ins Spital kamen, kann ich nicht beantworten. Beim ganzen „liken, twittern und whatsappen“ bleibt vermutlich keine Zeit mehr, sich den wirklich schönen Dingen zu widmen! Dazu passt auch ganz gut, dass zwei Sender, die ich noch recht gerne in dieser uniformen Fernsehlandschaft angeschaut habe, an diesem Wochenende eingestellt wurden: ZDFkultur und EINSplus. Hatte Andreas auch schon bemerkt und mit einem Kommentar in seinem Programm versehen!

Warum er trotzdem gern in Spital gespielt hat und man ihm diese Spielfreude von Anfang an anmerkte, erklärte Andreas Geffarth selbst. Wir waren wegen ihm gekommen, wegen seiner Musik. Die anderen Auftritte an diesem Wochenende waren bei Firmen- und privaten Feiern und einem verregneten Stadtfest, bei denen kaum einer der Gäste seine Musik wahrnahm. Dennoch spielte er auch dort zu keinem Zeitpunkt jene Partymugge, die mit „nur drei dahingeschrammelten Akkorden auskommt“. Er bleibt sich und seiner Musik treu und das ist gut so!

Mein Tipp an euch: Wenn ihr den Namen Andreas Geffarth mal lest und auf richtig gut gemachte, ehrliche Musik steht und dabei noch ansprechend unterhalten werden wollt, geht einfach mal hin. Ihr werdet es sicherlich nicht bereuen. Ebenso wenig wie einmal in seine schon oben genannten Alben „A couple of songs“ und „The way back home“ hineinzuhören.

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