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SCHOOL OF ROCK-Festival 06.08.16 Ebersbach mit KARUSSELL, CUBE und RamRoad

in Konzertberichte 2016 15.08.2016 19:44
von Kundi | 2.000 Beiträge | 4578 Punkte

Der Monat August 2016 erlebte bereits seinen sechsten Tag und das auch noch bei schönem Wetter. Muggenpilger-Herz, was willst du mehr? Na, eine ordentliche Mugge in der näheren Umgebung fehlte da noch zu meinem vollkommenen Konzertnomaden- und Muggenpilgerglück. Doch auch das war kein großes Problem. Mein Reiseroutenplaner Ceedrik wurde mit der Adresse Löbauer Straße 2 in 02730 Ebersbach gefüttert und los ging es mit der Fahrt ins Oberlausitzer Bergland.

Wusstet ihr eigentlich, dass es in Deutschland sage und schreibe 21 Ortschaften bzw. Ortsteile gibt, die Ebersbach heißen. Auch 7 Bäche trägen diesen Namen. Um bei der Wahrheit zu bleiben, heißt der anvisierte Zielort Ebersbach seit der Zusammenlegung der beiden namensgebenden Kleinstädte im Jahr 2011heutzutage ganz korrekt Ebersbach-Neugersdorf. Den elektronischen Wegerklärer dorthin hätte ich auch nicht gebraucht, denn unbekanntes Terrain war das alles für mich nicht. Mein bereifter Motorpferdeschlitten Ceedrik versah brav seinen Dienst und ich erfreute mich am schönen Anblick der Landschaft und der Ortschaften auf der Strecke. Selbst Baustellenampeln konnten mich diesmal nicht aus der Reserve locken. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert und planmäßig erreichte ich nicht nur das Ziel, sondern fand auch gleich in Sichtweite einen Rastplatz für meinen Entfernungsüberwindungshelfer koreanischen Ursprungs samt seinen vielen Motorpferden.

Die private Musikschule SCHOOL OF ROCK veranstaltete am 05. und 06. August ein schönes Freiluft-Festival auf dem vor allem Bands mit den eigenen Musikschülern und außerdem regionale Bands sich einem größeren Publikum präsentieren konnten. Ich finde diesen Ansatz und diese Idee nicht schlecht. Da schlägt man ja gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: man tut etwas für die Region, macht gleichzeitig Werbung für die Musikschule und die Schüler können Liveerfahrungen und Erfolgserlebnisse sammeln. Übrigens gehören öffentliche Auftritte der Musikschüler der SCHOOL OF ROCK bei Stadtfesten, Tagen der offenen Tür in Firmen und Einrichtungen oder bei Kneipenfesten mittlerweile einfach dazu. Übrigens gab es vor einigen Jahren auch eine Filmkomödie mit dem Titel SCHOOL OF ROCK mit Hauptdarsteller Jack Black, der in der Hauptrolle des Dewey Finn als Loser an seinem Traum Musiker zu werden festhält und als Aushilfslehrer eine Schülerband zum Erfolg führt. Stellenweise ist der Film ganz witzig.

Als krönenden Abschluss für die 2 Tage Livemusikvollbedienung hatten die Veranstalter um Schulleiter Robert Jeske mit der tatkräftigen finanziellen Hilfe einiger Sponsoren die Gruppe KARUSSELL als "Zugpferd" verpflichtet. So bin ich überhaupt erst auf diese Veranstaltung aufmerksam geworden.

Es zeigte sich in Ebersbach deutlich, dass Leute mit Ideen und fleißigen Helfern im Zusammenspiel mit dem guten Willen einiger Geldgeber auf einer grünen Wiese ein tolles open air aufziehen können. Seit die SCHOOL OF ROCK im Jahr 2011 in die ehemalige Gaststätte "Zum Löwen" zog, ging es auch mit dem Gedanken eines eigenen Festivals Schritt für Schritt voran. Im Jahr 2012 begann man vorsichtig und im kleineren Rahmen und heuer dauert das Festival schon 2 Tage und die Veranstalter können sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Ganz im Gegenteil, die Verpflichtung von KARUSSELL hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass das SCHOOL OF ROCK-Festival Ebersbach schlagartig einem etwas anderen und größeren Kreis bekannt wurde. Ich bin gespannt, ob sich das auf die Zukunft auswirkt. Man kann das Festival kurz mit den Worten klein, aber fein beschreiben.
Von den zurückhaltend und freundlich agierenden, aber aufmerksamen Sicherheitsleuten, über die Versorgung mit Speisen und Getränken bis hin zur Bühne mit diverser Ton- und Lichttechnik war alles sehr gut geregelt. Ich kam zu einem Zeitpunkt auf das Areal als gerade diverse Umbauarbeiten über die Bühne gingen-. Doch das war zu diesem Zeitpunkt für mich auch ganz angenehm, denn so konnte ich mit lieben Freunden erstmal die letzten Neuigkeiten austauschen.

Ehrlich gesagt, war ich nur mäßig verwundert, dass unter den vielen Besuchern so wenige bekannte Gesichter waren. In den vergangenen Jahren haben wir bei diversen Konzerten von Wolf-Rüdiger, Oschek und Co.in Hoyerswerda, Zittau, Görlitz, Königshain, Cunewalde usw. schon festgestellt, dass Ostsachsen auf Landkarten mancher Fans nicht verzeichnet zu sein scheint. Aber konzentrieren wir uns jetzt lieber auf den Konzertabend.

Den Beginn machte die Band C.U.B.E. (ausgeschrieben Cosmic Urban Beat Engine) aus Leipzig. Ich hatte von der Band erstmals im Zusammenhang mit ERIC FISH gehört, weil C.U.B.E. bereits als Vorband von ERIC FISH & FRIENDS zum Einsatz kam und auch bei FISH-Fantreffen musizierte. Außerdem hat Percussion-Mann Sebastian Gomon die FISHe bei ihrem Gig am 28. Mai 2016 in Bautzen auch verstärkt. Wie es aussieht, hat der SUBWAY TO SALLY-Frontmann die junge Kapelle auch ein wenig unter seine Fittiche genommen, denn er hat C.U.B.E. auch bei der Produktion ihres demnächst erscheinenden Albums "Pursuit" unterstützt und ERIC wird ebenfalls bei der Record-Release-Party am 02. September in Leipzig mitwirken.

Die CUBE-Leute sehen sich selbst in der Tradition des Art-Rocks, ich würde den Vergleich mit Progressive Rock aber auch nicht verkehrt finden. Auf jeden Fall haben die Jungs ein en richtig guten Auftritt hingelegt und mit ihrer Musik nicht nur bei mir Begeisterung ausgelöst. Das war wirklich druckvolle und sehr erfrischende Rockmusik, die irgendwie zeitlos war und keinen Trends hinterherjagte.

Grundsätzlich ist die Musik der Band aus meiner Sicht als sehr gitarrenlastig einzuordnen. Hierbei kommen neben dem Gesang auch die typischen Rockinstrumente E-Gitarre, Bassgitarre und Schlagzeug zum Einsatz. Die Lieder nehmen zum Teil überraschende musikalische Wendungen und die Musiker verstehen ihr Handwerk auch. Das Ensemble agierte sehr diszipliniert und professionell. Das schloss jedoch Spielfreude und -laune nicht aus, ganz im Gegenteil. das passte alles sehr gut zusammen und wirkte so wie aus einem Guss.

Die kräftige Gesangsstimme von Patrick Gottschalk ist durchaus beeindruckend. Der Bursche hat wirklich ein stimmgewaltiges Gesangsorgan und er kann fabelhaft damit umgehen. David Drechsel zockte Gitarrentöne und diverse Solos scheinbar locker aus den Ärmeln, da wurde mancher (angehende) Musiker sicher blass vor Neid. Auch die aus Bass und Schlagzeug bestehende Rhythmusmaschine von CUBE mit Etienne Hiekisch-Hildebrand und Drummer Johannes gefiel mir sehr gut. Da kam ordentlich Dampf rüber.

Wo gibt es heute noch Nachwuchsbands im Rockbereich, die sich einen eigenen Perkussionisten leisten? Die Leipziger CUBE-Band gönnt sich diesen Luxus und sie fährt dabei auch nicht schlecht. Mit Sebastian Gomon haben sie aber auch einen begabten, qualifizierten "Geräusche- und Krachmacher", der mit sehr viel Phantasie und Gefühl das Klangbild der Band noch etwas veredelt. Ich denke, dass das auch ein besonderes Markenzeichen der Band darstellt. Was ich ein wenig schade finde, ist die Entscheidung der Band englisch zu singen. Ich stehe halt mehr auf Muttersprachengesang. Aber wenn sich die Musiker mit der Fremdsprache wohlfühlen ist das in Ordnung und auch zu akzeptieren. Gefallen hat mir ihre beherzte Mugge trotzdem sehr gut.

Nach der Umbaupause folgte mit RamRoad eine Band aus Zittau. Die Band wartete mit einem Coverprogramm auf. Die Songauswahl war relativ breit gefächert und reichte von Adams, Bryan bis ZZ Top. Viele der Lieder waren genau meine Kragenweite. Ich denke da an „Born to be Wild“ von Steppenwolf, „Bad moon rising“ von C.C.R. oder auch den Gassenhauer „Summer of 69“ vom kanadischen Holzfällerhemdenträger Bryan Adams.

Frontmann Toni versuchte die Zuhörerschaft mit wirklich dümmlicher Anmache von den Biertischen an den Bühnenrand zu locken. Das gefiel mir überhaupt nicht, weil er sich da meiner Meinung nach etwas im Ton vergriff. Ihm schien völlig entgangen zu sein, dass auch Kinder und viele ältere Leute im Publikum waren. Ich bin ja durch jahrzehntelange Konzertbesuche in der Richtung einiges gewöhnt, aber das war schon mehr als grenzwertig. Lag es am Überschwang, dass RamRoad hier auftreten durfte oder lag es am Genuss destillierter Getränke, die mit W anfangen und mit y aufhören? Vielleicht war es eine besondere Form von Lampenfieber oder auch von allem ein wenig. Da ich die Band bisher noch nicht erlebt hatte, kann ich das nicht abschließend beurteilen.

Sonst war die Mugge vom RamRoad ganz ordentlich, aber nicht überragend. Vielleicht lag es auch an der Tagesform der Kapelle. Das können die Jungs bestimmt noch besser. Die Stimme des Frontmannes ist ja eigentlich nicht von schlechten Eltern und meinem Eindruck nach hat er auch das Zeug dazu Leute mitzureißen. Die Bandmusiker rockten soweit ganz ordentlich, obwohl hier und da eine Schippe mehr Druck ganz gut gewesen wäre.

Bei der Ansage zu „Whiskey in the Jar“ hat sich der Frontmann etwas vertan. Das Lied wurde zwar auch von METALLICA schon gespielt, aber es ist immer noch ein traditioneller irischer Song, der unter anderem auch schon von THIN LIZZY, den DUBLINERN und sogar von SANTIANO nachgespielt wurde. „Whiskey in the Jar“ war und ist also kein eigener METALLICA-Titel.

Überrascht war ich als die Herren von RamRoad plötzlich mit „Alles nur geklaut“ von den PRINZEN loslegten. Das hatte schon was. Anmerken möchte ich an dieser Stelle noch, dass die Band die Verse „Auf deinen Heiligenschein fall' ich auch nicht mehr rein, denn auch du hast, Gott sei Dank, garantiert noch was im Schrank. Und das ist alles nur geklaut…“ ausgelassen hat.

„Sharp dressed man“ von ZZ Top sagte mir an diesem Abend richtig zu. Zum Ende hin folgte mit BOB DYLAN‘s „Knockin' on Heaven's Door“ noch ein richtiger Gassenhauer. Prima fand ich, dass die Band hierbei auch die zahlreichen Kinder ansprach und zum Singen auf die Bühne holte. Ich werde mir RamRoad bestimmt irgendwann noch mal zu Gemüte führen, denn Potential ist bei der Truppe durchaus vorhanden. Es muss durch die Akteure nur mal vernünftig abgerufen werden.

Die letzte Umbaupause zog sich und es ging schon auf 23:00 Uhr zu als KARUSSELL endlich beginnen konnte. Lange genug hatten wir alle auf diese Augenblicke gewartet. Ich fasse mich zum Auftritt von Wolf, Oschek, Joe, Benno, Jan und Hans in Ebersbach mal ganz kurz. Ich möchte ja nicht bei jedem KARUSSELL-Konzert den gleichen Bericht schreiben. Das wird für die Leser und auch für mich als Schreiber nur langweilig. Es wurde das erwartete fest der KARUSSELL-Klassiker. Die Musiker hangelten sich gewohnt spielfreudig und souverän von Lied zu Lied. Große Überraschungen in der Setlist blieben aus.

Unter besonderer Beobachtung stand diesmal das Bandmaskottchen Schaf 1001 mit dem Namen Dörthe. Es ist bereits das zweite Plüschschaf, welches deshalb auch ganz korrekt Dörthe Nr. 2 oder Dörthe, die Zweite heißen müsste. Ihre Vorgängerin wurde unlängst bei einem Auftritt im Norden leider gestohlen.

Die Leute hatten ihre Freude an der Mugge mit den KARUSSELLern und sie machten auch ordentlich mit. Bei „Als ich fort ging“ war der musikalische und emotionale Höhepunkt für die meisten Gäste auch erreicht. Der Chorgesang, glänzende Augen, lächelnde Gesichter sowie dutzende hin und her geschwenkte Leuchtstäbe belegten das auch recht eindrucksvoll. Natürlich kehrte die Band noch zu einer kleinen Ehrenrunde auf die Bühne zurück. Nach dem Schlussbeifall traf man sich am Fanstand selbstverständlich wieder zur Autogrammstunde. Das hat bei KARUSSELL-Konzerten ja auch Tradition.

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