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DIE OLFIS zum Dorffest in Mobendorf

in Konzertberichte 2016 19.06.2016 10:50
von PMausM | 1.524 Beiträge | 3211 Punkte

Wenn man fast jede Woche an den Bühnenrändern dieses Landstrichs unterwegs ist, wird es für die Künstler immer schwerer, ein Ausrufezeichen zu setzen und sich in mein Herz zu spielen. Ich stelle die Theorie auf, die Begeisterungsfähigkeit nimmt mit den Lebensjahren und mit der Anzahl der erlebten Konzerte ab.
City bringt es auf den Punkt, wenn sie singen: Alles schon gehört, alles schon gesehen, alles in der Hand gehabt, weggelegt, vergraben und versenkt…

Gestern zum Dorffest in meiner Heimatgemeinde in Mobendorf gab es eine Band, die mich echt vom Hocker gehauen hat. Diese Band nennt sich DIE OLFIS (übersetzt: Omas Liebling für immer) Es war nicht nur die Musik, es war ein Stück Geschichte für mich und Bilder, die lange vergessen geglaubt, tauchten wieder vor meinem inneren Auge auf.
Ich sah mich, vielleicht damals etwa 10 jährig, vor der muschelförmigen Bühne unseres Dorfgasthofs in Mobendorf stehen. Es spiele die Band Da Capo (mit Blaulichtschau), mit meinem Nachbarn Lothar Miersch.
Er war in unserem Dorf sehr aktiv in Sachen Musik und Laienspielgruppe. Es war die Zeit, als noch nicht der Fernseher das Freizeitverhalten bestimmte und Livebands immer zum Tanz spielten. Wir Kinder durften an wichtigen Feiertagen wie 1. Mai oder 7. Oktober mitgehen. Es gab den Dorfclub, Laienspielgruppe, verschiedene Bands, Schalmeienorchester und ökonomisch kulturelle Leistungsvergleiche zwischen den Dörfern.

Das ist ein halbes Jahrhundert her und der Gasthof ist längst abgerissen. Auch vieles andere hat sich verändert, wenn auch nicht immer zum Positiven.

Durch einen rührigen Ortschaftsrat gibt es bei uns aber noch Dorffeste mit Kulturprogramm. Und das mit super Ideen und viel Spaß. Eine Gruppe aus dem Unterdorf und aus dem Oberdorf spielen immer tolle Sketche.
Diesmal gab es eine Premiere. Der Abend wurde durch die Liveband DIE OLFIS gestaltet.

Die jungen Leute gehen noch zur Schule, nehme ich mal an und sind größtenteils noch minderjährig. Es hielt sie aber nicht davon ab, zu rocken, bis die Fetzen fliegen.
Sie machten derartig Stimmung, wie ich es von so jungen Musikern noch nicht erlebt habe.

Ach so, der Frontmann heißt Norman Mirsch und ist der Enkel von Lothar Miersch (Da Capo vor 50 Jahren). Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ich war gerührt, als mir die Ähnlichkeit mit seinem Opa auffiel. Er hat dieses musikalische Gen geerbt.
Ich kenne und schätze auch die Mutti, sie erzählte immer von „mei Normi“. Vorgestellt hatte ich mir einen eher schüchternen Jungen am Keyboard. Was wir dann erlebten, war eine Rampensau. Entschuldigung, besser kann man es nicht ausdrücken.

Die junge Band spielte Rockklassiker wie am Fließband. Das Thema des Dorffests war „Las Vegas“. Sie hatten die Titelauswahl dem Thema angepasst und nahmen uns mit auf eine musikalische Weltreise.

Zu Gehör brachten sie „Tokio“, „Smoke On The Water“, „California“ und viele weitere Klassiker. Sie haben ein Repertoire für mehr als drei Stunden. Es gab auch deutsche Titel, für meinen Geschmack viel zu wenige. Die Toten Hosen kamen zu Ehren und auch Kraftclub. Sie spielten einen einzigen Osttitel und zwar „Klingklang“. Das ist sehr, sehr schade. Ich meine nicht, sie sollten sich an das Absägen der alten Bäume machen, es gibt doch so viele Titel aus dem Bereich Ostrock, die zu ihnen passen würden. Ach früher wurde schon gerockt. Der Opa Miersch wäre sehr stolz, wenn er das hätte noch erleben können.

Was mir besonders auffiel, war die Art des Frontmanns, auf die Leute zuzugehen. Er bezog das Publikum prima ein und die Ansagen waren witzig, wenn auch manchmal nicht ganz verständlich.
Ein großes Plus der Band ist die Show. Sie bewegen sich rasant und spielen sich die Bälle zu. Vielleicht kann der Norman seine Mitspieler noch besser einbeziehen, mit Richard klappte das schon prima. Leider wurde es versäumt, die Band mal ordentlich vorzustellen, daher kann ich nicht sagen, wie die Bandmitglieder heißen und was sie sonst noch so machen.
Wie ich hörte, haben sie auch eigene Titel, die aber leider nicht gespielt wurden.

Diesmal habe ich die Linse gleich scharfgestellt, damit mir Folgendes nicht wieder passiert.
Es tauchte vor einigen Jahren bei einem Sillykonzert mal ein unbekanntes Jungchen mit Gitarre unter dem Arm auf, ich machte mir nicht die Mühe, seinen Auftritt zu filmen. Später hätte ich mir in den A… beißen können, es waren mir tolle Aufnahmen entgangen. Der Junge hieß Tim Benzko und er wollte die Welt retten und wurde damit berühmt. Bei den OLFIS sollte mir das nicht passieren und ihre sehr gelungene Premiere zum Dorffest ist für die Nachwelt festgehalten.
Hier die OLFIS in Aktion.

Smells Like Teen Spirit ( Nirvana)


zuletzt bearbeitet 20.06.2016 16:52 | nach oben springen

#2

RE: DIE OLFIS zum Dorffest in Mobendorf

in Konzertberichte 2016 19.06.2016 11:41
von PMausM | 1.524 Beiträge | 3211 Punkte

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