#1

AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 18.10.2015 16:53
von PMausM | 1.520 Beiträge | 3202 Punkte

Eine muss ja den Anfang machen. Heute sind meine Eindrücke vom AufSturz Konzert noch frisch, denke aber, davon kann ich lange zehren. Für einen Konzertbericht fehlt mir im Moment die Zeit, aber ich habe ja die bewegten Bilder, die ich euch hier nach und nach zeige. Es war ein grandioses Konzert. Tolle Atmosphäre, viele Leute, so zu sagen ein "Gundermann - Fachpublikum".
AufSturz kenne ich seit 10 Jahren. Was ich gestern Abend von der Band gesehen hab, war ein Quantensprung in eine völlig neue Liga. Sehr dazu beigetragen hat Pavel Osvald ( Driftwood Holly) der die Band mit Geige und Saxophon unterstützt hat. Kundi ist bei uns der Fachkundige in Sachen AufSturz. Die Geschichte geht so... es waren einmal 4 Freunde in einem Singeclub, zwei sind Musiker geworden und zwei sind Fans. Jeder steht seinem Mann, ob auf der Bühne oder am Bühnenrand.

Was mir super gefallen hat, es ist bei AufSturz schon die nächste Generation am Start. Der Sohn vom Gitarristen, Vincent Schmidt ist 14 Jahre alt, spielte das ganze Konzert mit und hat einen eigenen Titel geschrieben, der mir super gefallen hat. Hier ist er:



Weitere Clips habe ich in Vorbereitung, ich kann mich nur so schwer entscheiden, welche ich hochlade. War vieles spitzenmäßig.


zuletzt bearbeitet 18.10.2015 17:28 | nach oben springen

#2

RE: AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 18.10.2015 22:04
von Peggy | 320 Beiträge | 669 Punkte

Über die Band AufSturz habe ich Dank Kundi schon viel gelesen. Da er das in seinen Konzertberichten so schön verpacken kann, war meine Neugier generell schon länger geweckt.

Bei der KLARText-Mugge für Kundi am 31.05.2014 in Hoywoy lernte ich Kundis langjährigen Freund Vize kennen und war von dessen Auftritt sehr angetan! Das war meine erste Live-Begegnung mit der Musik von AufSturz.
Den innigen Wunsch, einmal ein Konzert der kompletten Band besuchen zu wollen, nahm ich mit nach Hause.

AufSturz-Muggen sind aber leider sehr rar.
Und so musste ich mich bis zum gestrigen Tag gedulden.

Tja, und was bleibt nun als mein persönliches Fazit nach diesem Konzertabend?
AufSturz und Gäste haben sich mit einer vielzahl wunderbarer Gundi-Lieder, hervorragenden eigenen Titeln, mit Sympathie und Seele in mein Herz gesungen und gespielt! Die Band hat seit gestern definitiv einen Fan und Unterstützer dazugewonnen.

Die Stimmung in Bad Düben war sehr gut und die ziemlich kleine Location reichlich besucht.
Äußerst verärgert war ich zu Beginn des dritten Teils über Konzertbesucher, die am Tisch hinter mir bei "Engel über dem Revier" - also einem sehr ruhigen Titel - ein ziemlich lautstarkes Gespräch führten. So etwas bringt mich auf die Palme, weil es gegenüber den Akteuren auf der Bühne einfach respektlos und unfair ist!

Alles in allem war es vom ersten bis zum letzten Ton ein großartiger Konzertabend, für den ich sehr dankbar bin und der mir in bester Erinnerung bleibt!

Bin bei passender Gelegenheit auf jeden Fall gern wieder dabei!


"Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse ..."

https://www.facebook.com/peggy.jacob.391?ref=tn_tnmn
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#3

RE: AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 20.10.2015 16:12
von PMausM | 1.520 Beiträge | 3202 Punkte

Danke Peggy, wir gehen bestimmt wieder mal hin.
Hier noch was Bewegtes, was mich bewegt hat : Alle oder keiner Pavel Osvald von Driftwood Holly hier mit dem Saxophon .




Pavel von Driftwood Holly spielt auch noch Geige, wer mich kennt: Bei mir 100 Punkte.

Hier die Brunhilde


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#4

RE: AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 22.10.2015 18:19
von Kundi | 1.994 Beiträge | 4566 Punkte

Das geht ja richtig ab hier mit der Berichterstattung über dieses Konzert. Das freut mich ungemein. Vielen Dank dafür liebe Petra und liebe Peggy.

Jetzt möchte ich aber auch endlich meinen Beitrag dazu leisten. Hier ist mein Konzertbericht Teil 1:

Wie es ein altes Zirkuspferd immer wieder in die Manege zieht, so zieht es mich seit Jahrzehnten auch immer wieder an die Bühnenränder dieses Landes. Seit 15 Jahren werfe ich "alter Gaul" bei den Klängen der Magdeburger Band AufSturz den Kopf hoch und marschiere an deren Bühnenrand wann immer ich kann. Obwohl altes Brauereipferd finde ich auf mich gemünzt als Bezeichnung etwas besser, aber nur weil diese ein leckeres Getränk transportierten. Es gibt aber dazu kein passendes Sinnbild. Mit meinem Aussehen hat das aber nix zu tun.

Den erste Konzertbericht, denn ich im August 2007 für www.deutsche-mugge.de schrieb, war übrigens meine Beschreibung eines AufSturz-Konzertes.

Die in Magdeburg gegründete Band (www.aufsturz-die-band.de ) begleite ich nun schon seit 15 Jahren relativ intensiv. Natürlich liegt die Keimzelle meiner Begeisterung für dieses Ensemble auch in meiner Freundschaft zu Vize (oder Uwe Reibold, wie der Mann amtlich heißt). Uwe Reibold ist der Frontmann der Band. Aber das ist es nicht alleine. Unsere Freundschaft würde sicher auch ohne die Kapelle bestehen. Wir kennen uns nun ja nun auch schon mehr als 3 Jahrzehnte. Unsere gemeinsamen musikalischen Vorlieben kreuzten sich schon immer und kreuzen sich auch heute zum Glück in vielen Bereichen.

Aber die freundschaftliche Verbundenheit mit Vize über Jahrzehnte hinweg ist es nicht alleine, die mich immer wieder zu AufSturz zieht. Die Band trifft mit ihrem künstlerischen Wirken einfach irgendwie mein Lebensgefühl. Ihre eigenen Lieder scheinen gefühlt mein eigenes Leben, meine ureigenen Empfindungen und Gedanken widerzuspiegeln. Ich lese aus den Texten ihrer eigenen und in vielen von GUNDIs Liedern in vielen Punkten ganz deutlich Parallelen zu meiner Gefühlswelt und meinem Erdendasein heraus. Es gab Zeiten, da hat mich das sogar erstaunt. Wenn man länger darüber nachdenkt, ist das dann aber gar nicht so verwunderlich.

Wenn ich meine Biografie mit der von Vize vergleiche, entdecke ich weiß Gott mehr als einen Berührungspunkt und das versuche ich im folgenden Absatz mal bildlich zu untermauern. Wir kommen zum Beispiel beide salopp gesagt aus gleich- bzw. ähnlich gelagerten Ställen, haben zur selben Zeit über weite Strecken das gleiche Sozialisationsfutter genossen und all dies sogar auch örtlich nicht allzu weit voneinander entfernt. Das alles prägt natürlich auch irgendwie. Eine Garantie, dass aus 2 solchen Typen wie uns Freunde wurden, war das aber natürlich nicht. Dazu mussten sich im Jahr 1982 erstmal unsere Lebenswege kreuzen und außerdem die "Chemie" zwischen uns stimmen. Wir kennen und schätzen uns nun also schon mehr als 3 Jahrzehnte. Unser Berufswunsch und das damit verbundene Studium haben uns zusammengeführt. Damals haben wir tagtäglich fast aufeinander gehockt. Wir lagen damals schon und liegen auch heute noch in vielen Ansichten, Vorstellungen vom Leben und hobbymäßigen Vorlieben auf einer Wellenlänge.

Aber bleiben wir mal jetzt lieber bei AufSturz. Die Band steht für ehrliche, handgemachte, liedhafte und melodiebetonte Rockmusik mit sinnvollen, aus dem Leben gegriffenen deutschen Texten. Dabei spielen sie nicht nur eigene Lieder, sondern auch und gerade Lieder von Gerhard Gundermann. Das verdeutlicht auch schon der Name ihres Programms AufSturz trifft GUNDERMANN. Das schließt aber Songs von anderen Bands/Musikern nicht aus.

Gerade die Texte von AufSturz und von GUNDI sprechen mich unter anderem deshalb sehr an, weil sie viele meiner ureigenen Gefühle und Gedanken wiedergeben und weil sie eben nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger geschrieben und schon gar nicht so vorgetragen werden. Die 4 Jungs selbst nennen ihre Musik gerne Liederrock. Ich habe selbst auch noch keine bessere Bezeichnung dafür gefunden. Deshalb belassen es wir mal dabei. Die liedgerockten bandeigenen Songs und die rockgeliederten Volksweisen von GERHARD GUNDERMANN in einem Konzert zu spielen, ist für die 4 Musiker nicht Pflichtprogramm, sondern Kür. Wenn diese Band Gundermann-Lieder spielt, dann tut sie das immer auf ihre eigene Weise mit Herzblut und Liebe zum Detail.

AufSturz sind 4 Freunde, die in ihrer Freizeit gerne zusammen Musik machen. Deshalb sind ihre Konzerte auch so rar. Die 4 Männer stehen aktiv im Berufsleben, haben Familien und wohnen mittlerweile auch räumlich entfernt. Es ist deshalb gar nicht so leicht neben den monatlichen Bandproben auch noch Termine für Konzerte abzustimmen. Dabei ist Band in den vergangenen 8 Jahren auch außerhalb der Domstadt bekannter geworden. Nicht zuletzt ist das auf solche Konzertberichte und die Mundpropaganda von uns Fans bis hin zum liebevollen Nerven möglicher Veranstalter zurückzuführen. In Dresden hat AufSturz sogar schon eine ganz solide Fanbasis. Aber auch in Berlin oder Hoyerswerda hat die Band ihre Zuhörer schon begeistert. Wir Fans und Freunde können eine Menge tun. Aber das kann nur so fabelhaft funktionieren, weil die Band auch authentisch und gut ist.

Voller Vorfreude ritt ich am vergangenen Sonnabend auf meinen Motorpferden in der Bad Düben ein. Ich war schon mehrmals in dieser Kurstadt, aber noch nie bin ich hier zu einer Mugge eingeflogen. Es war also eine Premiere für den Bühnenrandmissionar Kundi. Die Burgschänke und Herberge "Goldener Löwe" und dort speziell die zum Veranstaltungsort umgebaute Scheune zogen mich magisch an.

Die Burgschänke ist eine der ältesten Bewirtungsbetriebe in der Gegend. Der hofartige Gebäudekomplex ist zum Teil im Fachwerkstil errichtet und er gehörte einst direkt zur Burg Bad Düben. ich mag diesen Baustil mit den sichtbaren Holzbalken. bei uns in der Oberlausitz sind Fachwerkbauten ja nicht ganz unbekannt. Auf jeden Fall war mein Reiseziel nicht nur auf dem ersten Blick hübsch anzuschauen. Die Gaststätte selbst war sehr gut besucht, aber ich wollte sowieso in die (Veranstaltungs-)Scheune. Auch hier sah alles rustikal aus. Ein nachgebauter Brunnen vor dem Eingang zur Scheune fiel mir auch gleich positiv ins Auge.
Sensen, Dreschflegel und Wagenräder aus Holz an den Wänden im Inneren der Scheune unterstrichen diesen Eindruck noch. Mir gefällt so etwas. Ein hölzerner Ausschankbereich, Holzbänke und -tische für die Besucher passten sehr gut dazu und das ganze Ambiente entfaltete seine Wirkung nicht nur auf mich.

Die vielen bekannten Gesichter aus nah und fern nahm ich freudig zur Kenntnis. Nicht nur die Musiker und deren direktes Umfeld waren nach Bad Düben gekommen, sondern auch einige Freundinnen und Freunde aus der Musikszene. Als ein befreundetes Ehepaar mir vor dem Konzert sagte, dass sie nur nach Bad Düben gekommen sind, weil ich mich schon immer in Gesprächen und Konzertberichten so positiv und begeistert über AufSturz geäußert habe. Darüber freute ich mich natürlich. Aber es wurde nach dem Konzert noch schöner als beide mir übereinstimmend mitteilten, dass sie gerne wieder mal zu einem Konzert von Vize, Marko, Robert und Basti kommen.
Liebe Leute, ich bin zwar nur 167 cm hoch, aber in diesen Augenblicken bin ich bestimmt vor Stolz auf mindestens 200 cm gewachsen.

Gegen 20. 00 Uhr hatte das Warten auf die Mugge endlich ein Ende. Die Unterhaltungen bis dahin waren zwar auch kurzweilig und schön, aber wegen des AufSturz-Konzertes waren wir alle schließlich an diesem Abend in der Scheune des "Goldenen Löwen" zusammen-gekommen. Mit "Steinland" stellten die Musiker gleich einen GUNDERMANN-Song an den Anfang des Programmablaufes, fast so als ob sie damit noch mal auf das Motto AufSturz trifft Gundermann hinweisen wollten. Übrigens hat sich GUNDI die Melodie von "Steinland" seinerzeit bei Bruce Springsteen und seinem 1978er Lied "Badlands" "geborgt".
Der singende Baggerfahrer aus dem Lausitzer Revier hat ja gerne auf großartige Lieder internationaler Künstler wie Mick Jagger, Tom Waits oder Tom Petty zurückgegriffen, aber immer sind daraus mit seinen Texten und durch die musikalische Umsetzung irgendwie ganz neue Lieder entstanden. Zum Beispiel wurde so aus dem ROLLING STONES-Song "As Tears go by" bei GUNDI der wunderschöne Song " Christiane". Tom Petty lieferte die musikalische Vorlage/ Idee für "Menschenmädchen", Letztgenannte Rarität aus der GUNDERMANNschen Schatzkiste würde ich sehr gerne auch mal von AufSturz hören.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 22.10.2015 18:24 | nach oben springen

#5

RE: AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 22.10.2015 18:30
von Kundi | 1.994 Beiträge | 4566 Punkte

Konzertbericht Teil 2:

In den nächsten Stunden erlebten wir ein Fest der Spielfreude und der Begeisterung. Die positive Energie wogte hin und her. Sie übertrug sich von den Musikern auf das Publikum, aber ebenso auch von den Zuhörern auf das Ensemble und seine Gäste. es war ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Ich fand das unheimlich stark und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das in dieser Intensität schon oft erlebt habe.

AufSturz fädelte in der Scheune vom Beginn bis zum Ende der Mugge wie an einem Seil mehr als 30 Lieder aneinander. An diesem Setlistenkonstrukt konnte man sich bequem entlanghangeln und dabei tolle Stunden genießen. Es war völlig egal, dass die Herren im Überschwang der Gefühle mal einen oder 2 Liedanfänge versemmelten. Ganz im Gegenteil, das machte nicht nur mir die ganze Sache noch sympathischer. Musik hat ganz viel mit Gefühl zu tun und wenn das stimmt, dann sieht man auch gerne über so klitzekleine Ausrutscher hinweg. Lebende Menschen sind halt keine Maschinen oder Computer. Außerdem erlebt man das bei diesem Ensemble so auch nicht aller Tage.

Auf der Bühnenfläche war nahezu bei jedem Lied ein Kommen und Gehen zu verzeichnen.
Das betraf vor allem die Gäste Pavel Osvald und Ricky Brunner. Vincent Schmidt als dritter Gast spielte ja fast das gesamte Konzert mit. Aber auch der trommelnde Robert wechselte von seinem angestammten Sitzplatz hinter den Trommeln und Becken für einige Lieder nach vorne ans Gesangsmikrofon. Dort stand er nicht nur in voller Größe, sondern stand auch seinen Mann als Sänger bei "Wo

Es widerstrebt mir hier nun die gesamte Setlist abzuarbeiten, denn das Aufschreiben der Titelreihenfolge und das anschließende Herunterbeten sagt alleine für sich gar nichts darüber aus, ob eine Mugge auch richtig gezündet hat. Gleichwohl werde ich doch ein paar ausgewählte Lieder nennen. Anzumerken ist dazu weiterhin, dass bei AufSturz mit Uwe "Vize" Reibold (Gesang, Gitarre), Marko Schmidt( Leadgitarre, Gesang, Mundharmonika) und Robert Neumann (Schlagzeug, Gesang) gleich 3 Leute in der Lage sind, bei ausgewählten Liedern als Gesangssolisten zu glänzen.

Natürlich hat AufSturz mit Uwe Reibold am Gesangsmikrofon schon ein ganz schön aktives und charismatisches Aushängeschild. Deshalb ist es auch völlig normal, dass er den Hauptteil der Lieder übernimmt. Wir wollen dabei auch nicht vergessen, dass das Gros der AufSturz-eigenen Songs auch aus seiner Komponisten- und Texter-Feder gelaufen sind. Vize übernimmt außerdem den Großteil der Anmoderationen und Zwischenbemerkungen. Er nimmt die Leute so richtig mit in die Lieder und in das gesamte Konzert. Ich glaube, auch das schätzen die Zuhörer an ihm.

Das tut schon manchmal fast weh wenn Vize seine Lieder mit den starken autobiografischen Zügen singt und ich mich selbst in vielen Textzeilen von "Irgendwann", "Mein Weg" oder "Hände weg" auch erkenne. In diesem Punkt ist der Herr Reibold für mich auch gar nicht so weit von Gerhard Gundermann entfernt. Hervorheben möchte ich auch noch das Lied "Gerulf", welches dem Liedermacher und RENFT-Texter Gerulf Pannach gewidmet ist.

Außerdem möchte ich hervorheben, dass Vize alle 4 Strophen des Gundermann-Liedes "Brigitta" singt. Diese Version hört mein heute gar nicht mehr so oft. Sie ist aber meiner Meinung nach deutlich aussagekräftiger und emotionaler. Die lange Fassung spricht mich viel mehr an, weil sie die Ratlosigkeit oder Trauer des Bergmannes und die fast heimatliche Verbundenheit mit der Arbeit und den gewaltigen Kohlelöchern in der Bergbaulandschaft ausdrücken. Ich glaube, das Problem der Grubenschließung hat GUNDI auch richtig zu schaffen gemacht. Ich lese das zumindest so aus dem vollständigen Text heraus. Viele, die dieses Lied interpretieren beschränken sich aber leider nur auf die Fassung mit den 2 Strophen.

Marko Schmidt interpretierten als Sänger wunderbar Gundermanns "Kämpfen wie Männer", "Engel über den Revier", "Brunhilde" und der " 7. Samurai". Außerdem sang er "Halt mich " von AufSturz. Dass er bei "Singapur" von Keimzeit als Sänger fungierte, war für mich doppelter Grund zur Freude. Ich mag das Lied nämlich sehr und außerdem blieb mir von den Keimis so "Kling Klang" erspart. Das "Irrenhaus" der Leisegang-Gang habe ich habe ich dagegen sehr gerne mal wiedergehört. Auch das humorvoll-bissige Lied "Der Wellensittich"(von Angela Merkel)ging gesanglich auf seine Kappe Dieses witzige Stück von den Monsters of Liedermaching kennen viele Leute gar nicht und deshalb ist es bei AufSturz-Muggen für manche Konzertbesucher eine Riesenüberraschung.

Nach einigen Konzerten Gesangspause durfte oder wollte der Drummer Robert Neumann auch mal wieder ran ans Gesangsmikrofon. Unter anderem sang er "Niemandsland" und "Wo bleiben wir " von Gundi. Aber seinen ganz großen Auftritt hatte er beim Gilbert Bécaud- Cover "Nathalie". Besonders lustig fand ich seine Tanzbären-Einlage. Dieses Chanson von Monsieur 100 000 Volt aus Frankreich hatte ja auch Keimzeit mal nachgespielt.

Auf seinem Hartke-Thron saß derweil Sebastian "Basti" Knabe, der Bass-König von AufSturz und freute sich nicht nur seines schönen Sitzplatzes wegen, sondern auch wegen des tollen Verlaufes der Mugge. Lächelnd und versonnen sang er die Lieder für sich mit. Er vernachlässigte dabei aber keineswegs seine Hauptaufgabe. Bassisten haben ja auch eine verbindende Funktion in einer Band. Der Bass kann deshalb auch gut als Bindeglied zwischen Rhythmus des Schlagzeuges und den melodischen Gitarren, dem Gesang und gegebenenfalls den Keyboards bezeichnet werden. Basti agiert zwar relativ unauffällig, aber er hat die Lage jederzeit im Griff. Nicht von ungefähr klingt AufSturz nach einer soliden und sehr gut abgestimmten Einheit. Das Timing von Schlagzeug/Bass und der Groove hauten also top hin.

Der musikalischen Gäste gab es diesmal gleich drei, welche die Band unterstützten. Zunächst nenne ich sie hier erstmal:
Vincent Schmidt - Akustikgitarre und Gesang, Pavel Osvald - Geige und Saxophon, Ricky Brunner - E-Piano.

Vincent Schmidt ist mit 14 Jahren der Jüngste im Bunde der am Sonnabend aufgetretenen Musikergemeinschaft. Er ist aber ein echtes AufSturz-Kind. Vincent ist ja mit der Band aufgewachsen, denn sein Vater Marko ist schon seit Gründungstagen als Gitarrist/Sänger bei Aufsturz. Was für mich früher unvorstellbar war, nämlich die (Lieblings-)Musik meines Vaters zu hören, ist für Vincent und Marko Schmidt ganz normal. Beim Sprössling des Herrn Schmidt geschah das aber aus eigenem Antrieb. Auch das Gitarrespielen lernte der junge Mann aus freien Stücken. Sein Vater und die gesamte Kapelle unterstützen ihn jedoch behutsam.

Beim Konzert im vergangenen Herbst in Niederndodeleben erlebte ich Vincent erstmals mit AufSturz. Damals spielte er lediglich bei 2, 3 oder 4 Liedern mit. Im April waren es schon ein paar Songs mehr. Doch nun folgte ein nächster Schritt und das war sogar ein ganz gewaltiger, denn in Bad Düben erlebten wir Vincent nicht nur als Gitarristen und das fast über die volle Konzertdistanz, sondern auch noch als Komponisten /Texter/ Sänger seines eigenen Liedes "Wenn du wieder unten bist". Lied, Stimme und Auftreten des Angehörigen der nächsten AufSturz-Generation haben nicht nur mich beeindruckt, sondern auch das gesamte Publikum. Spontane Pfiffe und Ausrufe der Begeisterung, Szenenapplaus mitten im Lied waren dafür eindrucksvolle Gradmesser.

Aber diese tolle Stimmung betrifft wiederum auch die gesamte Mugge. Ich habe selten so ein Publikum erlebt, welches seine Begeisterung so offen, herzlich und freigiebig zum Ausdruck brachte wie die Bad Dübener inklusive angereister Gäste. Ich denke, das ging den Musikussen sicher runter wie Öl. Auch dieses zustimmende bis anfeuernde Verhalten der Zuhörer machte dieses Konzert zu etwas Besonderen.


Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 22.10.2015 18:35 | nach oben springen

#6

RE: AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 22.10.2015 18:40
von Kundi | 1.994 Beiträge | 4566 Punkte

Konzertbericht Teil 3:

Pavel Osvald ist vielen Musikfans im vergangenen Jahr ins Blickfeld geraten, weil er gemeinsam mit Jäcki Reznicek (Pankow, Silly) den in Kanada lebenden Oberwiesenthaler Driftwood Holly (bürgerlicher Name Holger Haustein) musikalisch unterstützte und begleitete. Pavel ist gebürtiger Tscheche und er spielt bzw. spielt auch noch aktiv in einigen Bands seines Heimatlandes, z.B. in der Alternative Rockband Valium aus Karlovy Vary (Karlsbad), bei der Akustik-Folkrockband Pološero oder bei Vnukové dédy Lebedy.

Im August ist das Driftwood Holly-Album "Aura Borealis" erschienen und es gab übern großen Teich schon ein paar Konzerte dazu. "Aura Borealis" wurde in Deutschland eingespielt und neben Holly, Jäcki und Pavel wirkten an einigen Songs auch weitere Musiker mit, zum Beispiel Sebastian "Basti" Reznicek (Schlagzeug) sowie die Sängerin Jana Groß von Bell, Book & Candle. Im Dezember / Januar wird Driftwwod Holly mit seinen Freunden auch endlich wieder Deutschland touren. Auf diese Muggen darf man sicher gespannt sein.

Aber zurück zum Geiger und Saxofonisten Pavel Osvald. Bereits am 11. April beim ersten Konzert zum 15. Bandgeburtstag spielte Pavel bei einigen Liedern als Gast bei AufSturz mit.
Dabei habe ich Pavel übrigens wirklich als sympathischen, aufgeschlossenen und bescheidenen Menschen kennengerlernt. Die musikalischen Akzente, die er damals mit Geige bzw. Saxophon setzte, waren beeindruckend und sie verschönerten den gesamten Höreindruck zusätzlich.

Habt ihr eigentlich gewusst, dass das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten gezählt wird? Wenn man das Instrument mit seinem bauchigen Körper aus Blech so sieht, möchte man das kaum glauben. Die Einordnung in die Gruppe der Holzblasinstrumente liegt daran, dass die Töne bei diesem Instrument mit einem im Mundstück befindlichem Rohrblatt erzeugt werden.

Die musikalische Verbindung von AufSturz-Musikern und Pavel Osvald fand bereits am 01. Mai hier in Bad Düben eine Fortsetzung als Vize und Basti wieder gemeinsam mit dem Geiger musizierten. Bei dem in diesem Bericht thematisierten Konzert am 17. Oktober gab es also das dritte musikalische Aufeinandertreffen und das war im Vergleich zum Jubiläumskonzert am 11. April in der "Alten Schule" Magdeburg-Salbke deutlich zu merken. Pavel und Aufsturz harmonierten noch besser miteinander und das ganze musikalische Gerüst wurde noch etwas geschmeidiger. Der Geiger/Saxophonist ist nun vertraut mit der Musik und er konnte deshalb am Sonnabend auch noch mehr aus sich herausgehen. Das war zeitweise nahezu teuflisch gut, was der Mann so fiedelte und in seine Kanne blies. In seinem Spiel lag außerordentliche Musikalität und vor allem ganz viel Seele drin. Dabei blieb Pavel aber trotzdem ein Teamplayer, er spielte also absolut im Dienste der Band. Meiner bescheidenen Meinung nach zeichnet auch das einen Könner aus. Dabei hatte Osvald deutlich sichtbar auch viel Spaß.

Der Mann am E-Piano war auch für mich neu. Er heißt Ricky Brunner. Schon vor langen Zeiten spielte er gemeinsam mit Schlagzeuger Robert Neumann und Bassist Sebastian Knabe in der Magdeburger Band fRueblau. Das heißt, an diesem Abend spielten 3 ehemalige fRueblau-Mitglieder nach mehr als 15 Jahren wieder mal gemeinsam in einer Band. Ricky ist ein ruhiger Zeitgenosse, welcher sich unaufgeregt und trotzdem mit viel Gefühl sehr musikalisch mit sanften Tönen in den Abend einbrachte. Wenn er nicht ins musikalische Geschehen eingriff, verfolgte er sehr aufmerksam und interessiert das Tun der anderen Musiker.

Ungeplant kamen wir auch noch in den Genuss eine improvisierte Instrumentalmusik zu hören. Als sich an der Gitarre von Vize eine Saite verabschiedete, erhielt er vom Schlagzeuger den freundlichen Hinweis diese in Normzeit zu wechseln. Nun kennt sich der Herr Reibold mit diversen Normzeiten aus seinem früheren Berufsleben aus (früher gab es in den Betrieben sogar für das Feilen eines Werkstückes Normzeiten), aber in 30 Sekunden bekam er halt die neue Saite nicht aufgezogen. Daraufhin klimperte Ricky ein wenig auf seinen Tasten, die restliche Band stieg nach und nach mit den Instrumenten ein und sofort waren wir in einer ganz anderen musikalischen Welt. Für mich als Laien klang das nach einer jazzigen Barmusik, wie man sie in den 60er oder siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als filmbegleitende Musik in Barszenen von diversen (Agenten-) Filmen gerne einsetzte. Ricky und sein Tasteninstrument trugen wesentliche melodieführende Töne/Tonfolgen dieses improvisierten Musikstückes. Irgendwie hatte dieses instrumentale Überbrückungsstück etwas, dem ich mich nicht entziehen konnte. Warum das so war, kann ich gar nicht mal beschreiben. Vielleicht lag es daran, dass ich solche Klänge bei dieser Mugge nie erwartet hätte.

Es gäbe noch so viel zu schreiben. Beispielsweise wie wunderschön Pavels Geige bei "Brunhilde" jammerte oder wie sein Saxophon bei "Alle oder keiner" marschierte, wie die Augen der Musiker und viele auch im Publikum leuchteten oder dass die Zugaberunde sehr ausgiebig war. Aber ich möchte die Geduld der Leser dieses Berichtes nicht überstrapazieren. Für mich war das ein Novum, dass die Magdeburger band live "Am Fenster" von CITY spielte. Aber wenn man so einen hervorragenden Geiger wie Pavel Osvald auf der Bühne hat, kann man das ohne Hemmungen oder Gewissensbisse auch tun. Natürlich kam das in der gut gefüllten Scheune ebenfalls noch sehr gut an.

So ruhig und unauffällig wie der Gig begann, so unauffällig endete er auch. Ein paar Worte zum Abschied, ein kurzes Winken und weg waren die Herren von ihren Instrumenten und Mikrofonen. Seit Konzertbeginn waren inzwischen schon rund 4 Stunden vergangen. Die Band hatte zwischendurch nur 2 ganz kurze Pausen gemacht und sich den Feierabend und einen ruhigen Ausklang des Konzertes redlich verdient.

Aber natürlich standen die Musiker vor Ort den Gästen noch für Gespräche, Lob, Kritik oder Autogramme zur Verfügung.
Ich dagegen war nach ein paar kurzen Gesprächen und Verabschiedungen schon bald wieder auf der Piste mit Zielrichtung Heimat.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 22.10.2015 18:46 | nach oben springen

#7

RE: AufSturz in Bad Düben

in Konzertberichte 2015 22.10.2015 18:44
von Thecumseh | 11 Beiträge | 22 Punkte

Daaaaaanke, Ihr Lieben...

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