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Heute wäre JOHN LENNON 75 geworden

in Bands, Musiker, Musikstile 09.10.2015 18:18
von HH aus EE | 849 Beiträge | 2070 Punkte

John Lennon zum 75. Geburtstag (09.10.2015)

Es ist mir egal, was die Medien zum heutigen 75. Geburtstag von JOHN LENNON von sich geben. Er hat mit seiner Musik, gemeinsam mit den BEATLES und als Solist, mein Leben im richtigen Moment in die richtigen Bahnen gelenkt. Ich wäre nicht der, der ich heute bin, hätte es nie die BEATLES gegeben und hätten nicht Lennon & McCartney, sowie George Harrison, einer ganzen Jugendgeneration ihre wilden Träume, Gedanken und ihre Stimmen geliehen. Das allein genügt eigentlich als Statement.

Diese andere Version von „My Bonnie“ klang so fremd und wild, war so etwas wie ein Wachrütteln an meiner jugendlichen Einfalt am Übergang von der 8. zur 9. Klasse. Dort angekommen, hat mich der erste Gitarrenakkord von „A Hard Days Night“ beinahe erschlagen. So etwas wollte ich auch können. Zu Hause wurde von da an auf Vaters Wandergitarre geübt und ausprobiert, bis die Fingerkuppen dicke Hornhaut hatten. Auf diese Weise habe ich mir vier Jahre lang jeden neuen Song der Fab Four erobert und abends im Internat dann manch Mädchenherz dazu. Ich war glücklich.

Für den Film „How I Won The War“ (1967, dt.: Wie ich den Krieg gewann) ließ sich JOHN LENNON gar seine langen Haare abschneiden. Für einen Augenblick verstand ich die Welt nicht mehr: „Lieber John, I cannot fassen, that you must your hair now lassen.“, dichtete einer damals in der Bravo, die aus dem Westen kam. Es sollte nicht der letzte Bruch bleiben, den JOHN LENNON in sein Leben ließ, um Neuland zu erkunden. Neben den kürzeren Haaren, wurde die Nickelbrille sein Kennzeichen. Auch CÄSAR trug kurze Zeit später so ein Teil und mir persönlich gefiel das.

Doch 1967 war auch das Jahr des Rückzugs der vier Pilzköpfe in die Studioarbeit, in der solche sehr komplexen Kompositionen wie „Penny Lane“, mit einer Bachtrompete als markanten Instrument, und das längere „Strawberry Fields Forever“ entstanden. Zum Höhepunkt ihrer künstlerischen Arbeit wurde schließlich das Album „SGT. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (1967), mit dem elegischen „A Day In The Life“ als Abschluß der Scheibe. Ich war mit allen Fasern meines Herzen ein Beatles-Fan geworden und schwärmte für diesen JOHN LENNON.
Ein Jahr später war ich, wie viele andere auch, stinksauer, weil sich der eben noch Verehrte mit der japanischen Avantgarde-Künstlerin YOKO ONO eingelassen hatte. Diesen Bruch verstand ich nicht und natürlich gab ich den beiden die Schuld an der Trennung der BEATLES im Jahr 1970. Aber ich mochte andererseits die PLASTIC ONO BAND und erst recht den Song „Give Peace A Chance“ (1969) sowie das Selbstbekenntnis von LENNON „Cold Turkey“ (Kalter Entzug), das die Leiden beim Heroinentzug bildhaft beschreibt. Da war ich schon wieder nah bei ihm und ich liebte die Songs seiner ersten Solo-Scheibe, die so ungemein ehrlich und authentisch klangen. Allen voran „Mother“, mit den schweren Glockenschlägen, natürlich den „Working Class Hero“ und das intensive „Isolation“. JOHN LENNON war wieder, neben einigen anderen, mein Held und er sollte es bleiben. Die BEATLES existierten ja als Band nicht mehr.

Es folgten „Imagine“ (1971) mit dem großartigen Appell an die Menschlichkeit, der in unsere heutige Zeit passt, als wäre er genau dafür geschrieben. Auch „Woman is The Nigger Of The World“ hat sich noch lange nicht überlebt und auch „Luck Of The Irish“ ist noch immer universell einsetzbar. Doch irgendwie schien bei „Walls And Bridges“ (1974, dt.: Mauern und Brücken) die Luft raus und die LP mit den Rock’n’Roll–Klassikern ging an mir emotionslos vorüber. Der Künstler zog sich für die nächsten fünf Jahre in sein Privatleben zurück. Fortan war sein Sohn Sean der Lebensmittelpunkt. Mir fehlten inzwischen die schlichten und bewegenden Lieder des genialen Songschreibers.

Doch dann geschah das beinahe schon Unerwartete. Im November 1980 erschien sein Studioalbum „Double Fantasy“ und die Fans weltweit waren glücklich. Es beginnt mit drei leichten Tönen eines Glöckchen von „(Just Like) Starting Over“, das endlich die schweren Glockenschläge aus „Mother“ ablöst. Alles sah danach aus, dass LENNON noch einmal durchstarten würde, die Leichtigkeit in der Musik wiederentdeckt hätte. Meine Musikwelt schien wieder im Gleichgewicht zu sein.

An diesem 8. Dezember 1980 stand ich fassungslos in meinem Zimmer und habe geheult. Habe die Tränen nicht halten können. Es war wie ein Schock, der die Fans weltweit umklammert hielt: JOHN LENNON war tot. Erschossen! Nichts schien mehr, wie es gerade noch war und das umso mehr, da dieser Tod eine gewaltsame und unmenschliche Tat war, deren Nachhall noch heute zu fühlen ist. Wenn ich nur daran denke, spüre ich den dicken Kloß im Hals.

Heute hat sich eine ferne Freundin von mir, gemeinsam mit anderen Beatles-Fans, auf den Weg nach Verden in Niedersachsen gemacht. Dort werden sie am Denkmal für JOHN LENNON, ein Monument aus drei unterschiedlich hohen Betonsäulen, Blumen niederlegen und sich erinnern. Ich werde das gleiche auf meine eigene Weise tun und andere an einen großartigen Menschen und Musiker erinnern, der heute seinen 75. Geburtstag hätte feiern sollen – JOHN LENNON, geboren am 9. Oktober 1940.

Angefügte Bilder:
www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
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#2

RE: Heute wäre JOHN LENNON 75 geworden

in Bands, Musiker, Musikstile 14.10.2015 19:20
von HH aus EE | 849 Beiträge | 2070 Punkte

Nachtrag zum 75. Lennon-Geburtstag:

Das einzige Denkmal für JOHN LENNON in Deutschland steht im niedersächsischen Verden (siehe Foto). Eine Freundin von mir war bei den Feierlichkeiten dabei und hat mir ein paar Fotos von dort mitgebracht. Anbei auch ein Link zu einem Fernsehbericht vom Fan-Treffen am 9. Oktober 2015 in dem kleinen Ort:


https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/h...londs29428.html

Angefügte Bilder:
www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
zuletzt bearbeitet 14.10.2015 19:20 | nach oben springen


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