#1

SIX am 26.06.15 beim Stadtfest "Peter und Paul" Senftenberg

in Konzertberichte 2015 28.06.2015 20:16
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Stadtfest-SIX-en im Brandenburger Land - das könnte doch der richtige Start ins Wochenende werden, dachte ich mir am Freitag und fuhr am frühen Abend erwartungsfroh an den nächsten Bühnenrand.
SIX spielte auf dem Senftenberger Marktplatz und auch wenn die Stadt für mich schon im Ausland (in diesem Fall außerhalb Sachsens) liegt, ist ein Ausflug dorthin keine Weltreise.

Bericht folgt noch im weiteren Verlauf dieses Themenfadens.

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 30.06.2015 21:35 | nach oben springen

#2

RE: SIX am 26.06.15 beim Stadtfest "Peter und Paul" Senftenberg

in Konzertberichte 2015 28.06.2015 20:38
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Hier sind noch ein paar SIX-Fotos von der Freitagmugge im brandenburgischen Senftenberg.

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 28.06.2015 20:45 | nach oben springen

#3

RE: SIX am 26.06.15 beim Stadtfest "Peter und Paul" Senftenberg

in Konzertberichte 2015 28.06.2015 20:57
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Fotos Teil 3.

Gruß Kundi

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#4

RE: SIX am 26.06.15 beim Stadtfest "Peter und Paul" Senftenberg

in Konzertberichte 2015 30.06.2015 21:38
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Das Stadtfest In Senftenberg heißt "Peter und Paul" bzw. Peter und Paul-Markt. Diese Bezeichnung machte mich neugierig. Ich wollte wissen, woher dieser Begriff kommt. Es gibt ja auch noch andere Städte, die diesen Begriff benutzen(z.B. Delitzsch). Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis - dieses in Verruf geratene Ritual aus dem Öffentlichen Dienst hilft an dieser Stelle aber nicht wirklich. So viel Zeit haben wir hier nicht.

Da hilft das allwissende Internet heute sehr viel schneller und ergebnisorientierter:
Die Ursprünge dieser Festivität reichen bis ins Mittelalter zurück. Um den Namenstag von Peter und Paul (das ist der 29.Juni) fand schon ein großer Markt statt und es wurde auch ordentlich geschwoft. Der Zeitpunkt war für das ländliche Volk recht günstig, denn die Frühjahrsbestellung war erledigt und die Ernte stand noch vor der Tür. Daran erinnert beim heutigen Stadtfest auch ein kleiner Mittelaltermarkt und ordentlich feiern können die Senftenberger der Neuzeit auch.

Ich entschied mich die Autobahn mal links liegen zu lassen und die ca. 60 Kilometer Wegstrecke über Landstraßen unter die Räder meines Motorgefährtes zu nehmen und so das Reiseziel Senftenberg ganz gemächlich anzusteuern. Der Kopf brauchte nach der Arbeitswoche auch mal etwas Luft um die Gedanken zu ordnen und die noch im Arbeitsmodus laufende hohe Gedankendrehzahl abzuregeln. Ganz langsam befreite ich mich während der Fahrt aus diesem Gespinst aus Aufgaben, Pflicht und Terminen. ich begann mich freier zu fühlen. Als ich in Senftenberg meine blechverkleideten Pferde auf einem Verschnaufplatz fast in Steinwurfweite vom Marktplatz abstellte, war ich locker und gelöst.

Komisch, was so ein paar Kilometer zwischen Brandenburg und Sachsen in Hinblick auf SIX manchmal ausmachen. In ihrem angestammten Bundesland ist die Band immer noch ein stärkerer Publikumsmagnet als in unserem Freistaat, kurz gesagt ist Brandenburg ganz einfach SIX-Land. Die Band aus Jüterbog ist zwar endlich auch immer öfter bei den Sachsen live zu erleben, aber bis zum Status des absoluten Platzhirsches wie daheim ist es noch ein gutes, aber schon deutlich kleiner gewordenes Stück Weg. Auf dem Marktplatz in Senftenberg standen die feierwilligen Fans wirklich schon dicht an dicht. Direkt vor der Bühne waren die besten Plätze bereits lange belegt. In meinem geliebten Heimatland hat man es da noch etwas leichter sich bei einer SIX-Mugge gut zu positionieren. Aber für einen Bühnenrandmissionar ist das ein Klagen auf ziemlich hohem Niveau, denn am Ende habe ich von meinem Stehplatz aus doch einen ordentlichen Blick auf die Akteure und das Geschehen auf der Bühne.

Gegen 20.00 Uhr enterten die 5 namentlich bekannten Herren der Kapelle SIX die Bühne auf dem Marktplatz zu Senftenberg und die SIXer wurden jubelnd vom Publikum empfangen.
Alle Schalter waren umgelegt, die Verstärker waren aufgedreht und Brandenburgs Lieblingsband gab gleich ordentlich und rockig Gas und zwar mit dem ersten Konzertblock, der zur Abwechslung wieder mal aus Coversongs bestand. Bei den letzten von mir besuchten Konzerten spielten sie ihre eigenen Lieder ja immer zuerst. Na gut, da glühte die Truppe um die beiden charismatischen Leitfiguren Stefan Krähe(Frontmann, Sänger, Gitarren) und Robert Gläser (Bassgitarre, Gesang) ganz Senftenberg für ihre eigenen Lieder erstmal ordentlich vor. Das war auch mal wieder nicht schlecht. Wobei ich aber gerne sage, dass sich mein Muggenpilgerherz mehr dem SIX-eigenen Liedgut zuneigt.

In der Tierwelt wird ja gerne der Begriff Alphatier für Leitwölfe, Leithammel usw. benutzt. Diese das jeweilige Rudel oder die betroffene Herde anführenden Tiere sind in der Regel die erfahrensten, stärksten und aktivsten Artgenossen so eines Zusammenschlusses. Eigentlich kann es nur einen Anführer in dieser Gruppe geben und im Zweifelsfall wird das auch untereinander ausgekämpft. Bei SIX funktioniert das anders, da treiben die beiden Alphatiere Stefan und Robert sich gegenseitig und die gesamte Band immer wieder voran. Möglicherweise ist das auch eine der besonderen Stärken von SIX. Ich kann mir schon vorstellen, dass es bei so starken Persönlichkeiten hinter der für die Öffentlichkeit geschlossenen Tür auch mal ordentlich scheppert. Aber ein gesunder Streit kann wie ein reinigendes Gewitter sein und auch neue gemeinsame Antriebskräfte freisetzen.

Ein Sixpack besteht aus 6 Flaschen Getränken, die in einer Verpackung gebündelt sind. Die SIX-Rockband besteht hingegen aus "nur" 5 Musikern, die ihr Beruf und die Liebe zur Musik verbinden. Sowohl der Sixpack als auch die 5 SIXer können den Menschen Freude bereiten.
Krähe, Gläser und Kollegen haben sich in mehr als 20 Jahren viele Freunde und Fans erarbeitet. Auch und besonders durch ihre immer mehr ins Programm genommenen eigenen Lieder. SIX steht für schnörkellosen Rock mit deutschen Texten, die verständlich, fassbar und nachvollziehbar sind. Da wird kein pseudointellektueller Kram gesungen, sondern knallhart das Leben mit Höhen, Tiefen, Erfolgen und Niederlagen thematisiert. Ein ständiges Auf und Ab der lebenskurve gehört zu jeder Biografie und die Kunst ist es, das einfach auch anzunehmen sowie das Beste daraus zu machen. Übrigens auch wenn das Leben manchmal Tiefschläge bietet, bei SIX-Muggen habe ich noch nie eine Pleite erlebt und auch die Lieder über die Probleme des Lebens können Spaß bereiten. Das taen und tun sie bei hunderten Konzerten sowie auf tausenden Tonträgern und Speichermedien.

Auf der Bühne fuhren Stefan Krähe (Gesang, Gitarre), Robert Gläser(Bass und Gesang), Andreas "Ernie" Giersch Keyboard, Frank Engelmann (Gitarre, Backroundgesang) und Jürgen Schötz(Schlagzeug) auch in Senftenberg wieder eine pralle Rockshow ab.

Krähe singt mit kräftiger Stimme und ebensolchen Hand- bzw. Armbewegungen. Manchmal hat man den Eindruck, dass er das gesungene Wort so unterstreichen möchte. Direkter Kontakt zum Publikum ist besonders bei Stefan und Robert Ehrensache. Immer wieder gingen sie direkt zu ihrer Zuhörerschaft vor an den Bühnenrand und kommunizierten mit Gesten, Blicken sowie der gesamten Körpersprache. Da fühlte man sich als Konzertbesucher direkt angesprochen und von den Künstlern auch mitgenommen.

SIX-Muggen sind Mitmach-Veranstaltungen. Die Leute wiegten sich im Takt, tanzten, schunkelten, klatschten, sangen begeistert mit und hatten Spaß. Das funktionierte sogar bei Liedern wie „Griechischer Wein“ und das sogar ausgezeichnet. Ob „Rolling in the Deep“ von Adele oder das Keimzeit-liche GeKlingel („Kling Klang“) - die SIXer ritten auf dem Marktplatz von Senftenberg die volle Partyattacke. Später gab es dann unter anderem auch noch Billy Idols „Rebell yell“ und auch Rammstein-Kracher.

Die Jungs von SIX haben schon ein Gefühl für die jeweilige Situation und sie lenken die Mugge sicher in den beabsichtigten Bahnen. Auch die Gags und Jokes kommen nicht zu kurz. Manches wirkt da gewollt chaotisch und ungeordnet, wie zum Beispiel die witzige Einlage als Robert Gläser Stefan immer wieder mit dem „Rucki Zucki“-Gesang (Ich glaub, im Original war das im Westen mal eine Karneval-Melodie und wurde von Ernst Neger gesungen) unterbrach. Der blonde Frontmann spielte dabei den sichtlich Genervten und Freund Gläser hatte dagegen einen sehr beachtlichen Mitsingchor auf seiner Seite. Die Leute feierten richtig ab. Aber auch der Herr Krähe kann „spontan“ Partystimmung organisieren und tat das mal mit dem Ansingen von „stadtfestkonformen“ Liedern wie „Brown Girl in the Ring“ und ähnlichen musikalischen Schinken. Was machte der ganze Marktplatz? Mitgrölen bis zum Abwinken.

Während die beiden Strategen vorne wirklich total Gas gaben und ihrem Affen Zucker gaben, rockte der Kollege Engelmann an seinen Saiten wie ein vom Wahnsinn Verfolgter.
Der Frank E. aus Franken wird ja auch scherzhaft als Quoten-Wessi der Band bezeichnet.
Das kann aber Robert Gläser noch mit einem ganz anderen Ehrennamen toppen. Im Bandgefüge von SIX wird er nämlich als Kulturminister bezeichnet.
Diplom-Mathematiker Jürgen Schötz trommelte wie ein Tier. Bei ihm am Schlagzeug geht es schon kraftvoll und ordentlich zur Sache. Präzise wie ein Uhrwerk verrichtete er wieder seinen Job und seine Schläge oder Breaks saßen punktgenau. Der Herr Schötz hat ja nicht nur den Blues und den Rock im Musikerblut, sondern auch die Polka. Andreas "Ernie" Giersch legte fingerfertig seine Keyboardteppich-Netze aus und umhüllte so geschickt den Gesang und die anderen Instrumente mit ausschmückenden Tonfolgen und Melodien. Außerdem bildete der Mann irgendwie den Ruhepol auf der gesamten Bühne.

Robert und Stefan wechselten sich am Gesangsmikrofon ab. So hatten beide Gesangsakrobaten auch immer mal die Zeit etwas Luft zu holen. Das Konzert lebte auch von den beiden unterschiedlichen Gesangsstimmen. Es wurde ja auch ein langer Abend und da wollten beide natürlich auch bis zum Ende bei Stimme bleiben.

Zwischen den gespielten Blöcken machten die Musiker immer eine Pause. Die zweite Runde war dann den SIX-eigenen Liedern vorbehalten. Alte und neue SIX-Perlen wurden zu einem bunten Strauß (Deutschrock-) Melodien geflochten. Von „Geliebt und verletzt“, über „Eiskalt“ (den EHC Eisbären Berlin-Song von SIX) oder „Geiler ist es hier“ ging es bis hin zu „Lied für einen Freund“ oder „Mein Herz, mein Blut, mein Fleisch“ und weiter bis zum Kracher „XXL“. Ganz großartig kam wieder die von Stefan gesungene und seiner verstorbenen Mutter gewidmete Ballade „Wärst du noch hier“. Alter, da krieg‘ ich feuchte Augen bei dem mit sehr viel Gefühl gesungen Lied, denn ich denke dabei auch an Menschen aus meinem Umfeld, die schon gehen mussten und ganz besonders an einen. In der bunten Rockshow von SIX in Senftenberg war das ein ganz großer und eindringlicher Moment.

Ich bin dann gegen Mitternacht gegangen, da spielten die SIXer noch und zwar Coversongs. Ich hatte für diesen Abend nach 4 Stunden Stadtfest-Mugge aber erstmal genug, denn ich war ziemlich platt von der 5-Tage-Löhnerei und 1 Stunde Heimfahrt lag ja auch noch vor mir. Außerdem standen für den Sonnabend noch ein paar Konzerte für mich zur Auswahl.

Gruß Kundi


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