#1

Jürgen Kerth & Boogielicious - Kleinkunstbühne Q24 Pirna

in Konzertberichte 2015 31.03.2015 22:17
von Mary | 203 Beiträge | 455 Punkte

Es war ein Abend..., erfrischend und ganz anders als erwartet...
Mehr kann ich dazu nicht sagen, zumindest vorerst.
Es sind so viele ganz private Emotionen dabei...
Ich frage mich manchmal, ob ich die wirklich immer öffentlich heraus lassen muss.
Andererseits bin ich so manchem verbunden, dass ich überhaupt zu der Musik fand...
Ich stecke sozusagen in einer Zwickmühle...
Danke Wodka, (wer mich kennt, weiß es längst), dass Du mich auf einen Weg gebracht hast, der für mich so unendlich wertvoll ist...
Nein, Kerth-Blues war es nicht an diesem Abend..., Boogie-Blues trifft es eher..., aber es war einfach genial...
Trost für meine "Wenig-Zeilen" , ein paar Fotos....

Angefügte Bilder:
"Ihr lacht weil ich anders bin. Ich lache, weil Ihr alle gleich seid."
Kurt Cobain
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#2

RE: Jürgen Kerth & Boogielicious - Kleinkunstbühne Q24 Pirna

in Konzertberichte 2015 04.04.2015 15:27
von Kundi | 1.994 Beiträge | 4566 Punkte

Vor Wochen erzählte mir eine Kollegin, dass JÜRGEN KERTH am 28.März im Pirnaer Q 24 spielt. Sie hätte ihre Karten schon gekauft, da es bestimmt sehr voll im Q 24 werden würde. Das widerspräche aber meinen KERTH-Erfahrungen der letzten Jahrzehnte. Ich glaubte also nicht, dass der Laden restlos voll werden würde. Ich hasse es außerdem wie die Pest Eintrittskarten auf Vorrat zu kaufen Das hat verschiedene Ursachen. Eine Ursache ist meine chronische Bauchentscheidungs-muggenauswahl.

Ich entscheide mich ja gerne aus dem Bauch heraus und sehr kurzfristig für ein bestimmtes Konzert. Wer mich und/oder meine Konzertberichte kennt, hat davon schon gehört oder gelesen. Ein anderer Grund warum ich das Bunkern von Eintrittskarten ablehne, sind mögliche Unwägbarkeiten, die am Muggentag entstehen können, wie zum Beispiel Familienfeiern de man vergessen hatte), Krankheitsfälle u. ä. Das habe ich alles schon erlebt, deshalb hole ich im Normalfall(von Ausnahmen wie AC/DC mal abgesehen) meine Tickets an der Abendkasse Das wollte ich also auch an diesem 28. März tun.

Ich komme also in Pirna am Q 24 an, finde auch gleich einen Parkplatz (zugegeben nicht ganz vorschriftsmäßig) und laufe die 30 Meter bis zum Eingang des Q 24. Alles was über diese Entfernung bei einem fußläufigen Anmarsch zum Veranstaltungsort geht, zählt ja bei uns als Landstreicherei Den Laden mochte ich ja mal ganz gerne. Das war aber vor dem großen Hochwasser 2002. Ich habe dort seit den späten neunziger Jahren den unvergessenen Reinhard Lakomy bei einer ganz wunderbaren Konzertlesung und immer wieder auch RENFT gesehen. Heute ist der Laden ein anderer, er wurde umgebaut, etwas vom alten Flair ging dabei verloren und die Preise stiegen. Für mich ist das einfach nicht mehr der gleiche Schuppen. Trotzdem war ich hier in den letzten 4 – 5 Jahren auch schon bei BERLUC, MONOKEL KRAFTBLUES oder bei der SEILSCHAFT.
Die Erlebnisse dieses 28. März reichen mir aber wieder für eine ganze Weile. So schnell sieht mich das Q 24 erstmal nicht wieder. Ich bin sauer und zwar ganz richtig! Das kam so: ich ging also an die Kasse und wollte eine Eintrittskarte lösen. Es entspann sich ungefähr folgender Dialog:
Die Kasssenfrau: „Haben Sie eine Karte?“
Ich: „Nein, eine bitte.“
Sie: „Das ist schlecht. Haben sie etwa reserviert?“
Ich: Nein.
Sie: „Das ist schlecht. Wir sind restlos ausverkauft. Sie können ja etwas essen gehen in der Stadt und es 20.00 Uhr noch mal hier versuchen. Vielleicht kommt ja jemand nicht oder braucht nicht alle bestellten Tickets.“
Für mich klang der Ton der Dame ziemlich schräg, so von oben herab und befehlsmäßig. Auf diese Art Kommandeusen-Ton reagiere ich leicht bis mittelstark allergisch. Möglicherweise war das aber auch nur ein Sender – Empfänger-Problem und von ihr auch vielleicht nicht beabsichtigt mich so abzukanzeln. Aber ich empfand es nun mal so. Abgesehen davon, dass in den meisten Veranstaltungshäusern, nicht abgeholte Karten eine halbe Stunde (hier wäre das also um 19.30 Uhr) wieder in den freien Verkauf gehen, fühlte ich mich später dann doch auch ziemlich verarscht. Das ging nämlich so weiter:

Gegen 19.45 Uhr schlug ich wieder am Q 24 auf. Zu meinem Glück standen Techniker Peter und KERTH-Sohn zgl. KERTH-Bassist Stefan vor der Tür. Die Wiedersehensfreude war groß. Nachdem ich von meinen Eintrittsproblemen berichtete, sprang Stefan sofort für mich in die Bresche und bat die Dame mich auf die Gästeliste zu setzen. Das geschah dann auch nach etwas hin und her. Der Gipfel war dann aber erreicht als ich dafür 20 Euronen dafür abdrücken musste. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich bin kein Gästelistenplatz-Schnorrer und für eine gute Mugge sind mir 20 Europa-Taler auch nicht am Arsch gebacken. Ich denke, die meisten Leute wissen das auch von mir. Ich fand es aber frech und außerdem respektlos gegenüber den Musikern, ihren Wunsch so verdreht zu erfüllen.
Aber ich war wenigstens erstmal drin. DANKE für die Unterstützung, Stefan! Was mich dann noch unangenehm aufstieß, waren die aufgestellten Stehtische, die Platz wegnahmen und auch später auch noch einige Lücken zwischen den Besuchern. Das signalisierte mir wieder, dass die Veranstalter gar nicht alle Mittel ausschöpfen wollten, um noch mehr Gäste zu bekommen. Draußen hatten ja noch mehr Leute eine Eintrittskarte gesucht. Sicher war der Laden mit etwa 200 Besuchern sehr gut gefüllt, aber ein klein wenig mehr wäre drin gewesen. Mit etwas guten Willen wäre da der eine oder andere Gast noch reingekommen.

Aber kommen wir jetzt ganz kurz noch zu den erfreulichen Dingen des Abends und das war natürlich die Musik. Man könnte die Mugge auch unter das Motto Blues trifft Boogie Woogie stellen. Das wäre nicht gelogen, aber sicher nur die halbe Wahrheit. Auf jeden Fall hatten sich Jürgen und Stefan Kerth mit einem sehr interessanten Trio verstärkt. Es handelt sich dabei um die Band Boogielicious (www.boogielicious.de). Die Kapelle zählt mittlerweile zu den sehr hoch gehandelten Kapellen der Zunft. Mit mehreren Alben und ihren mitreißenden Livekonzerten quer durch Deutschland und Europa haben sich die Herren in der Szene schnell einen sehr guten Namen gemacht. Wir erlebten in Pirna also eine sehr Geschichte, denn sowohl KERTH als auch Boogielicious sind auf die ganz reine Lehre eines einzelnen Musikstils nicht festgelegt. Ganz im Gegenteil, sie wandern zwischen den (Musik-)Welten hin und her. Dabei gibt es sicher auch Unterschiede zwischen dem Altmeister und den jungen Wilden, aber auch jede Menge Schnittmengen. So eine Melange aus KERThschen Blues mit Rock- und Reggae-Einflüssen und dem Boogie Woogie der Band mit leichten Swing- oder Ragtime-Attitüden würde Leben in die Bude bringen, dachte ich und so war es dann auch.

„Komm herein“ sang Jürgen Kerth und das konnte man auch mal als Aufforderung verstehen, sich auf dieses musikalische Experiment hier einzulassen. Mit dem ersten Klängen seiner unverwechselbaren Stimme und vor allem mit seiner sehr virtuosen Art Gitarre zu spielen, bereitete Jürgen uns von den ersten Sekunden an eine Mischung aus Noten, Tönen und Klängen, die sich wie ein warmes Vollbad ganz sanft an meinen Körper schmiegte. Lange habe ich das vermisst, da sich Jürgen in Ostsachsen etwas rar gemacht hatte. Diese Gitarren-Handschrift ist unverkennbar. Ich möchte sogar sagen, sie ist ebenso legendär, wie seine im Eigenbau umgebaute und manchem sicher unansehnlich scheinende Migma-Gitarre.
Nein es muss nicht immer die neueste, teuerste und schickste Fender oder Gibson-Paula sein. Wichtig ist was ein Musiker aus dem Instrument herausholt. Die Klampfe kann noch so modern und teuer sein, wenn sie ein Trottel in die Hand nimmt kommt nix bei rum. Kerth ist seiner Gitarre seit Jahrzehnten treu und was er mit der Klampfe veranstaltet, ist einfach grandios. Aber nicht nur seinem Arbeitsgerät mit den 6 Saiten und seiner Musik hält er die Treue. Auch seiner Stadt Erfurt ist er sehr eng verbunden. Ich sage mal scherzhaft, wenn er den Klang seiner geliebten Gloriosa nicht hört und den Dunstkreis des Erfurter Doms verlässt, wird der Meister unruhig. Aber diese Bodenständigkeit liebe ich auch an dem Ausnahmemusiker. Jürgen ist ein Antistar, ein Mensch wie du und ich. Er ist ein begnadeter Musiker, aber er hält sich deswegen nicht für den Mittelpunkt der Welt.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass an diesem 28.03. im Q 24 sehr viel improvisiert wurde. Kerth führte leise und unauffällig die Bandmusiker. Hier mal eine lenkende Handbewegung für den Schlagzeuger, dort flüsterte er dem Piano-man mal eine Tonart zu. Ansonsten lief das alles sehr unspektakulär ab. Da musizierte ein Haufen Musiker, wo jeder den Kollegen akzeptierte und wo auch jeder seinen Freiraum bekam und es war auch etwas anders als die normalen Kerth-Konzerte. Boogieliciuos konnte sich als Band auch sehr gut mit eigenem Repertoire bzw. Standards präsentieren. Diese gegenseitige Achtung, dieses Miteinander übertrug sich auch auf das Publikum.
Da gab es Szenenapplaus für besondere Soleinlagen der einzelnen Musiker und das nicht nur für den Meister. Beispielsweise bekam auch Martin Fetzer mit seinen BLuesharp-Einlagen Szenenbeifall oder auch Stefan Kerth für ein schönes Tiefton-Solo. Der Mann an den Tasten, der in Indonesien geborene Niederländer Eeco Rijken Rapp sang auch das eine oder andere Stück. Daniel Herzel an der Schießbude hat mir auch sehr gut gefallen. Der hat das richtige Gespür für seine Trommeln, Becken und allem was noch dazu gehört. Nicht nur die schalldämmende Wolldecke in die großen Pauke, sondern auch die dezente, punktuierte und groovige Spielweise des Drummers sorgten für einen in sich runden Schlagzeugsound.
So fügte sich an diesem Abend eins ins andere. Jürgen Kerth spielte einige seiner Klassiker. An der Textstelle „He junge Mutti“ setzte er diesmal auch mehrmals den jungen Vati statt der Mutti an. Im Rahmen der Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft hat Bürger Kerth also alles richtig gemacht

Besonders umjubelt wurde das alte Kumpellied „Helmut“. Auch hier variierte Kerth mal und sang einige Zeit die amerikanisierte „Harry“-Version. Auch Sohn Stefan stellte seine Sangeskünste unter Beweis. Die begeisterten Zuhörer forderten nach den regulären Darbietungen noch einen Nachschlag und selbstverständlich ließen sich die 5 Musiker dazu nicht lange bitten. Nach der Show war die Protagonisten des Abends noch heiß begehrt für ein paar Worte oder auch ein Erinnerungsfoto. Ich machte mich aber ziemlich schnell aus dem Staube. Die Mugge war total super, aber ich war über das Drumherum immer noch ziemlich verstimmt.


Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 04.04.2015 15:28 | nach oben springen

#3

RE: Jürgen Kerth & Boogielicious - Kleinkunstbühne Q24 Pirna

in Konzertberichte 2015 04.04.2015 15:32
von Kundi | 1.994 Beiträge | 4566 Punkte

Fotos Teil 2

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 04.04.2015 15:36 | nach oben springen


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