#1

TORPEDO LAUBEGAST 11.9.14 am "Nürnberger Ei" in Dresden

in Konzertberichte 2014 13.09.2014 12:23
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Ich habe dieses Wochenende echt mal wieder Zeitprobleme, denn es gibt einige Muggen, die ich besuchen möchte. Aber als Jammerei möchte ich das nicht verstanden wissen, sondern nur als Erklärung, warum ich jetzt so kurz angebunden bin.
Das Zeitproblem wird aber auch nicht besser, wenn ich das Muggenaterial liegen lasse bis ruhigere Tage kommen. Ganz im Gegenteil, wenn sich zuviel ansammelt, kann man irgendwann den Spaß an der Bearbeitung verlieren.

Deshalb gibt es jetzt ganz auf die Schnelle nur ein paar Fotos von TORPEDO LAUBEGAST am vergangenen Donnerstag auf dem Straßenfest am Nürnberger Ei in Dresden.
Ein paar Zeilen dazu versuche iich demnächst noch nachzureichen. Auch weitere Fotos werde ich hier dann noch hochladen.

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 15.09.2014 17:14 | nach oben springen

#2

RE: TORPEDO LAUBEGAST 11.9.14 am "Nürnberger Ei" in Dresden

in Konzertberichte 2014 13.09.2014 15:14
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Fotos Teil 2

Gruß Kundi

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zuletzt bearbeitet 13.09.2014 15:17 | nach oben springen

#3

RE: TORPEDO LAUBEGAST 11.9.14 am "Nürnberger Ei" in Dresden

in Konzertberichte 2014 15.09.2014 17:23
von Kundi | 1.993 Beiträge | 4564 Punkte

Fürchtet euch nicht (oder aber doch, wenn ihr meine Beiträge so grausam finden solltet) ich habe wieder frohe Kunde in der Form eines klitzekleinen Konzertberichtes (oder das, was ich persönlich dafür halte) für euch.

Es war am letzten Donnerstag, da spürte ich wieder an mir und in mir selbst, welch heilsame bzw. beruhigende Wirkung nette Menschen und gute Livemusik haben können. Es war eigentlich ein Tag, den man am liebsten aus dem Kalender streichen und in die Tonne treten könnte. Stress, Hektik und Meinungsverschiedenheiten im Büro schlugen sich deutlich auf meine Laune nieder. Der geplante vorzeitige Feierabend begann auch mit 2 Stunden Verspätung. Das führte natürlich zu weiteren hohen Blutdruck- und Pulsbeschleunigungswerten. Aber ich gab mich nicht geschlagen. Ich kochte zwar mental vor mich hin, aber ich wollte meine privaten Verpflichtungen erfüllen und trotzdem die anvisierte Mugge noch nicht in den "kannste wegen Terminschwierigkeiten voll vergessen-Wind" schreiben.

Im Tiefflug ging es die ca. 50 Kilometer vom Büro nach Hause. Unterwegs legte ich noch einen Einkaufs-Halt ein. Die Zeit zerfloss dabei wie Eis in der Sommersonne. Der schwarze Adelsracker Fino sollte aber nicht unter den Schwierigkeiten seines Zweibeiners leiden und ich drehte mit ihm eine ausgiebige Runde. Gewöhnlich kann ich dabei auch wunderbar abschalten, aber diesmal spürte ich, dass da jemand an der Leine noch voll unter Dampf stand und das war nicht der Hund. Natürlich merkte der heranwachsende Vierbeiner das auch, denn Tiere haben dafür ganz feine Antennen. Vielleicht war unser kleiner Hundefilou gerade deswegen so brav. So ein Hundebaby hat ja manchmal seinen eigenen Kopf, es will die Welt entdecken und auch seinen Platz im (Familien-)Rudel finden. Da kann es schon mal turbulent werden. Natürlich haben wir in der Familie alle den schwarzen Frechdachs längst in unsere Herzen geschlossen.
Nach dem Frischmachen ging es wieder in die Spur. Das Ziel war auch wieder runde 50 Kilometer entfernt und lag in der Südvorstadt von Dresden. Kam es mir nur so vor, oder waren die Sonntagsfahrer diesmal alle schon am späten Donnerstagnachmittag unterwegs? Wäre mein Lenkrad essbar gewesen, hätte ich vor Ungeduld und Angespanntheit bestimmt schon ganze Stücke aus ihm gebissen. In Dresden herrschte auch ganz schönes Verkehrschaos und ich änderte deshalb meine Route etwas. Das funktionierte relativ gut und zeitlich war ich fast wieder in der Norm. An Dresdens "Nürnberger Ei" hatte ich sogar noch ein paar Minuten Luft.
"Nürnberger Ei" ? So nannte man doch wegen ihrer ovalen Form und wegen der sehr guten Nürnberger Handwerker die ersten Taschenuhren im 16. Jahrhundert. Davon ließen sich die Dresdner inspirieren als sie die platzartige Ausweitung der Nürnberger Straße sahen und im Volksmund heißt der so entstandene Platz eben Nürnberger Ei. Vorstellen kann man sich das bildlich wie den Körper einer Schlange, die gerade ein großes Beutetier verschluckt hat. Da ist der Schlangenkörper ja auch an der Stelle ausgebeult an der das Kaninchen gerade verdaut wird. Im Bereich des Nürnberger Ei's zu Dresden befinden sich viele Einkaufsmöglichkeiten. Das ist schon so eine Art Ladenstraße, die auf beiden Seiten der Hauptverkehrsader existiert. Die Händler tun etwas für die Belebung des Fleckens und feiern zum Beispiel jedes Jahr im September ein Straßenfest mit vielfältigen Angeboten für groß und klein. An dieser Stelle wird es nämlich interessant, denn bei diesem Fest wird auch Livemusik angeboten.

Nicht zum ersten Mal spielte nämlich dort die von mir sehr geschätzte Band TORPEDO LAUBEGAST an diesem langen Donnerstag am Nürnberger Ei. Ich hatte so eine Mugge mit dem Ensemble hier bereits im Jahr 2012 erlebt. Kurz vor 17.00 Uhr kam ich also etwas abgehetzt und noch voll unter Dampf stehend vor der Bühne an. Kurze Rücksprache ergab, dass die Band gleich anfangen würde. Da hatte ich ja eine astreine Punktlandung hingelegt.
Die Musikerinnen und Musiker enterten wenige Augenblicke später die Bühne.
Kathie, die quirlige Sängerin zählte " Eins-zwei-eins-zwei-drei" ein und begann zu singen:

"Heut' singt der Wind auf allen Feldern,
die Bäume rauschen in den Wäldern.
Sie sind vergnügt,
wie man sie nie gesehen hat..."

"Es zieht ein Lied durchs Land" heißt dieses populäre Lied der polnischen Sängerin Maryla Rodowicz aus den 70er Jahren. Meine Angespanntheit begann sich zu lösen, der Puls und der Blutdruck senkten sich in gesündere Regionen und meine Laune stieg sofort an. Ich sagte es ja, eine ordentliche Mugge zur rechten Zeit kann heilsam sein.
Übrigens geht es eigentlich auch in diesem Lied genau darum, denn wie heißt es im Refrain so schön?

"Dieses kleine Lied fängt alle,
alle Menschen, die es hören
und es zwingt sie, froh zu lächeln,
so wie wir. Und zieht das Lied auch weiter,
bleibt es doch dein Begleiter.
Für heut und alle Zeit klingt es in dir."

Ich weiß nicht, ob ich gleich sichtbar froh gelächelt habe, aber mir ging es wirklich sofort viel besser. Die in meiner Jugendzeit noch bestenfalls milde belächelten Lieder, entfalten bei mir heutzutage ganz kernig und deutlich ihren eigenen Charme. Ja, ich mag sie in meinem zarten Alter von noch 49 Jahren jetzt sogar sehr. Es sind schöne Melodien, die seltsamerweise wirklich die richtigen Nervenenden im Körper massieren und damit sofort für gute Laune sorgen.

TORPEDO LAUBEGAST hat diese Lieder wieder hervorgekramt, sie vom Staub der Jahre und von den Kratzern des Systemwechsels befreit. Natürlich haben die Lieder eine leichte Auffrischung vom Instrumentarium und von der Spielweise bekommen. Sie wurden aber nicht verschandelt oder verfremdet, sondern in die heutige Zeit gerettet. Viele dieser Lieder schienen ja in totale Vergessenheit geraten zu sein. Das Erstaunliche ist aber, dass die Zuhörer sich immer sehr schnell wieder an diese beschwingten Weisen aus Schlager, Pop und Rock von Bands bzw. Interpreten unserer ehemaligen Bruderländer erinnern. Mir ging es bei meinem ersten TORPEDO LAUBEGAST-Konzert beim Elbhangfest vor 2 Jahren auch nicht anders. Ich konnte fast jedes Lied von Anfang an mitsingen und das, obwohl ich sie in meiner Jugend nicht gerade zu meinen Favoriten zählte. Aber die Fernsehsendungen wie "Ein Kessel Buntes", "rund" oder "Schlagerstudio" und das Radioprogramm hinterließen wohl dauerhaft ihre Spuren. Heute kann ich nur sagen, "Gott" sei Dank, dass es so ist. Es macht einfach riesigen Spaß mit TORPEDO LAUBEGAST in der Perlenschatulle populärer Lieder aus unserem "ersten" Leben zu wühlen.
Von Polen ging es gleich weiter nach Ungarn zu "Mädchen, du Feine" von der Gruppe Fonograf. Der Gesang wechselte von Kathie zu Matthias Wetzel. Es ist eines der Merkmale von TORPEDO LAUBEGAST, dass der Solo-Gesang bei den vielen Liedern auf mehrere unterschiedliche Stimmen verteilt wird. Das ist auch notwendig, denn die Original-Interpreten wie die Czerwone Gitary, Maryla Rodowicz, Kati Kovács, Gjon Delhusa oder Zsuzsa Koncz haben ja auch unterschiedliche Gesangsstimmen. Außerdem kommt bei der Vielfalt der Stimmen innerhalb der Band auch noch ein ordentlicher Satzgesang heraus und zwar genau auf dem jeweiligen Punkt.

TORPEDO LAUBEGAST hatte in den letzten Jahren zwar auch einige Besetzungswechsel bzw. Austritte zu verkraften, aber der Kern der Mannschaft und die Freude am Musizieren sind geblieben. Gesundheitliche Probleme, berufliche und familiäre Änderungen gehören allgemein zum Leben. Warum sollte das bei der Band anders sein?
Natürlich änderten sich auch kleine Nuancen im Klang, denn jeder Musiker hat seine eigene Handschrift. So sehr schlimm ist das nun aber auch nicht, denn die Grundzüge sind gleich bzw. ähnlich geblieben. Das Cello, zwei Gesangsstimmen und die zweite Akustikgitarre sind weg, dafür hat die Band mit Wolfgang jetzt eine Elektrogitarrero in ihren Reihen und gesanglich gab es auch ein paar Rollenverteilungen. Kathie singt zum Beispiel mehr als früher und bei zwei, drei Liedern fehlt die ursprüngliche zweite Stimme, aber das ist alles zu verkraften.

Manchmal braucht man auch ein Aha-Erlebnis. Das war am Donnerstag zum Beispiel bei "My Cyganie" der Fall. Dabei scheint es sich um eine in Polen sehr bekannte und beliebte Zigeuner-Weise zu handeln. Ups... Zigeuner - darf ich das überhaupt schreiben, ist das noch politisch korrekt? Für zufällig mitlesende Betroffenheitspolizisten sicher nicht, aber ich kann es nun mal nicht ändern, dass das Lied so heißt. Wenn ich das richtig verstanden habe, bedeutet das polnische "my Ciganie" nämlich übersetzt nichts anders als "wir Zigeuner". Auf jeden Fall wurde das Lied größtenteils in Polnisch gesungen. Zum Ende hin gab es ein paar Zeilen in Deutsch. Musikalisch war "My Cjganie" ein echter Leckerbissen. Das Stück war von der Melodie her richtig mitreißend und irgendwie lebensbejahend. Trotzdem kam dabei aber eine gewisse Schwermut rüber, die meiner Meinung nach dieser Musik oft innewohnt. Als begeisterter Nichttänzer erlaube ich mir auch noch den kleinen Hinweis, dass das Lied wohl auch sehr gut tanzbar gewesen sein könnte. Die Band hat bei "My Cjganie" auch sagenhaft gezaubert und man merkte so richtig die Spielfreude. Aber das ist bei den TORPEDOs aus LAUBEGAST immer so.
Mann könnte einen Konzertbericht zu TORPEDO LAUBEGAST eigentlich in einen Satz fassen: Hier spielen richtige Fans der Musik aus den ehemaligen Bruderländern ihre Lieblingslieder mit Herzblut, Phantasie, Begeisterung und Können. Mir persönlich ist aber ein Satz immer zu wenig, deshalb schreibe ich manchmal etwas mehr.

Ich könnte jetzt noch die gesamte Setlist von oben bis unten runterrasseln. Das tue ich aber nicht, weil es a) langweilig ist und b) weil mir dazu einfach auch die Zeit fehlt. Jedoch möchte ich einige Lieder erwähnen und ich habe zunächst mal ganz untypisch, die ausgesucht, die Fortbewegungsmittel im engeren und weiteren Sinne thematisieren:

- "Autofahren" (Original von Reinhard Lakomy), gesungen von Matthias,
- "Lauf mein Pferdchen" (Maryla Rodowicz), gesungen von Kathi,
- "Kleine Eisenbahnballade" (Maryla Rodowicz), gesungen von Kathi,
- "Regen" (M. Rodowicz), Das Lied wird manchmal auch als "Autobusse" tituliert.
Gesungen wird "Regen" von Keyboarderin Annett.

Das Publikum kommt bei Auftritten von TORPEDO LAUBEGAST besonders und allerspätestens bei den Liedern von Gjon Delhusa (z.B "Berge und Steine", "Die Bouzouki und ihr Lied") in Wallung. Möglicherweise liegt das auch an den besonderen Klängen der Bouzouki, die diesen Popsongs einen ordentlichen Hauch Folklore verleihen. Gesungen werden diese Songs von Bassist Eric, die Bouzouki spielt Gitarrist Wolfgang.
"Gyöngyhajú lány" von OMEGA und zwar die deutschen Version des Titels "Das Mädchen mit dem Perlenhaar" war die allerletzte Zugabe und ein würdiger Schlusspunkt. Diese leicht mystisch klingende Mega-Ballade mit dem genialen Wechsel von den ganz verhaltenen, sanften Strophen zum kräftigeren Refrain nahm unmerklich und sehr geschickt die Fahrt aus der Mugge und das Ensemble konnte sich anschließend zufrieden dem Schlussapplaus stellen.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 15.09.2014 17:28 | nach oben springen

#4

RE: TORPEDO LAUBEGAST 11.9.14 am "Nürnberger Ei" in Dresden

in Konzertberichte 2014 22.09.2014 06:21
von PMausM | 1.517 Beiträge | 3195 Punkte

In DD habe ich einen Filmerkollegen, mit dem ich mich austausche. Der Welli war tatsächlich auch dort und hat einen sehr schönen, ungewöhnlichen Film von diesem Fest gemacht. Hier ist er:


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