#1

RENFT am 06.06.2014 in "Tante Ju" in Dresden

in Konzertberichte 2014 07.06.2014 14:40
von Mary | 204 Beiträge | 457 Punkte

Verflixt habe ich noch vieles "offen", was es wert ist, berichtet zu werden...
Ich schaff es einfach nicht...
Da ich irgendwo anfangen muss, beginne ich mit dem letzten Event..., Renft spielte in meiner Heimatstadt. Da ich Spätdienst hatte, sah ich mich irgendwann im 2. Teil des Konzerts eintrudeln...
Aber..., die höhere Gewalt hat entschieden, dass ich den Konzertbeginn erleben soll. "Tante Ju" in Dresden hat den Vorteil, dass der Beginn der Konzerte erst 21 Uhr ist. Früher für mich ein Graus, da ich gegen 3 Uhr wieder aus den Federn musste. Jetzt, da ich meist Spätdienst habe, ein Plus... Was soll ich sagen, die Kollegen waren "freundlich", kamen alle pünktlich von ihrer Runde zurück, so dass ich meinen Tagesabschluss ebenfalls pünktlich tätigen konnte. Und wenn man dann noch einen netten Mitarbeiter findet, der einem den Bus erspart (meist klappen die Anschlüsse zur Bahn ja nicht) und einen direkt an die Haltestelle der Linie 7 fährt..., schafft man sogar den Beginn der Mugge.
Renft in DD..., ich habe sie komplett erleben dürfen...
Man mag streiten, ob Renft "so" noch Renft ist..., für mich ist wichtig, dass die wunderbaren Titel leben. Dass ich hin und wieder in einer Gruppe von Menschen stehen kann, die wie ich "die alte Zeit" erlebt haben, die wie ich in Renft eine Band sahen, die unangepasst ihren Weg ging.
Kameras filmten den Auftritt, denn die Band plant eine DVD.
Allerdings gab es für mich trotz allem ein negatives Erlebnis..., die Speicherkarte der Kamera steckte noch im Laptop...
Zum Glück habe ich immer meine alte Digi dabei, die mich sicher an dem Abend ausgelacht hat, "siehste, was wärst du ohne mich"... Verzeih mir alte Lady!
Hier nun die "bildlichen" Ergebnisse.

Angefügte Bilder:
"Ihr lacht weil ich anders bin. Ich lache, weil Ihr alle gleich seid."
Kurt Cobain
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#2

RE: RENFT am 06.06.2014 in "Tante Ju" in Dresden

in Konzertberichte 2014 19.06.2014 18:02
von HH aus EE | 846 Beiträge | 2063 Punkte

Ach ja, die ewig lange Renft-Geschichte. Rückblickend sieht man heute einiges anders als damals und andere wiederum haben längst begonnen, vieles zu verklären. Spricht man mit anderen Musiker von einst, bekommt man oft noch einmal anderes zu hören. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen all den alten wirklich individuellen Erinnerungen und den hässlichen Repressalien, denen diese Band ausgesetzt war. Es gibt diejenigen, die die KLAUS RENFT COMBO schon in den späten 1960er Jahren, noch mit Matkowitz und „Fetz“ auf der Bühne, erlebten und dann auch das legendäre Sechserpack der „aufmüpfigen Saufkumpane“ und genialen Musikanten, die auch „progressiv“ und ehrlich sein wollten. Sechs Mann und sieben Meinungen, wie „Klaus der Renft“ die Situation einmal umschrieb. Das waren auch meine wilde Zeiten und meine Erinnerungen, inklusive der originalen „Mitbringsel“ jener Tage.

Die einen, die sie damals live und rebellisch erlebt haben und die Teil dieser Euphorie waren, kommen heute oft über ein müdes Lächeln nicht mehr hinaus, wenn sie RENFT heute hören. Die anderen sind ebenso stolz, jene Jahre erlebt zu haben und freuen sich heute immer noch, die alten Lieder, wenn auch längst nicht mehr original gespielt, hören zu können. Das eine ist so wahr, wie das andere schön ist. Und dann gibt es diejenigen, die das alles weder erlebt noch gekannt haben und erst Jahre später daraus ihr eigenes Bild gebastelt bekamen. Die wissen vom Gefühl jener Jahre eher nix, weil sie es nie hatten. Die Erzählungen von damals, auch meine, sind anderen so viel wert wie das Beschreiben von Sex, den sie nie hatte. Worte können gelebte Emotionen eben NICHT einfach ersetzen.

Nebenbei erwähnt, waren die RENFTler ja längst nicht die einzigen Musikanten, „die unangepasst ihren Weg gingen“. In jenen Jahren gab es eine quirlige Blues-Szene, deren Repräsentanten ebenso quer auftraten und musizierten und es gab FREYGANG, die querer als quer standen und dies bis heute tun. Nur heute interessiert das kein Schwein mehr und wenn man Bestandteil einer DDR-Geschichte war, erst recht nicht. Die Medien schöpfen heute aus anderen Quellen Umsatz und Gewinn, egal, was wir als Kult und aufbewahrenswert empfinden.

RENFT habe ich erst kürzlich wieder in Döbeln erlebt und ja, es war auch ganz nett „hol mich nach Westen“ live zu hören. Die bissigen Lieder von damals nämlich werden nur noch von wenigen gehört und von ebenso wenigen wirklich verstanden. Die bissigen Lieder für das Heute fehlen der Band. Die schreiben und singen längst andere und dort bin ich mindestens ebenso gern. Und wenn all die Renfts und Electras von damals und jetzt einmal abgetreten sein werden, wird sich eine andere Generation die Geschichte(n) sowieso passend zurechtgebogen haben, damit sie kompatibel bleibt. Sie machen es ja heute schon und manchmal graut mir, wenn ich es höre oder lese.

Das wollte ich einfach einmal los werden und auch wenn es nicht so aussieht, bin ich mit Mary sehr gern einer Meinung. DANKE für die Fotos, die DVD wird wohl trotzdem an mir vorbei gehen, weil es eine andere, ältere, gibt.

Angefügte Bilder:
www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
zuletzt bearbeitet 19.06.2014 18:03 | nach oben springen


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