#1

KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 01.06.2014 17:13
von HH aus EE | 846 Beiträge | 2063 Punkte

KLARtext und Vize rocken für Kundi (31.05.2014)

Wenn man ganz langsam, aber unaufhaltsam und deshalb glücklich, auf die Mitte seines sechsten Lebensjahrzehntes zusteuert, stellt man irgendwann fest, dass man in dieser Zeit eine Menge erlebt und gesehen hat. Für einen wertenden Rückblick allerdings, so mein ganz persönliches Empfinden, ist es dennoch zu früh. So habe ich stets gedacht und trotzdem kommen mir manchmal Zweifel. Sie sind immer dann vordergründig, wenn links oder rechts etwas geschieht, womit keiner „gerechnet“ hat. An so einem unberechenbaren Junitag im Jahr 1997 klingelte mein Telefon und ich musste zur Kenntnis nehmen, dass mein Schulfreund Frank Löwe, geboren am gleichen Tag und im gleichen Jahr wie ich, nicht mehr da ist. Es war ein blöder Unfall, bei dem Frank sein Leben verlor. Das hat weh getan und vor seinem Sarg habe ich geheult. Wir hatten immer wieder davon gesprochen, den nächsten runden Geburtstag endlich einmal gemeinsam zu feiern und eine Riesensause daraus zu machen. Einen Tag später wusste ich, wir hätten einfach feiern sollen, als wir es wollten, als die Idee entstand. Auf den „richtigen“ Zeitpunkt zu warten, ist nicht nur verplemperte Zeit, sondern auch nicht gelebtes Leben.

Nach diesem Junitag 1997 ist es mir immer öfter geschehen, dass einer „unerwartet“ ging. Der Krebs holte sich, viel zu früh, meinen Vater und viele Musiker, deren Musik ich immer noch mag. Der Krebs hat sich Telly und Krümel, Hund und Kater, genommen und ich habe bei jedem meiner Tiere Rotz und Wasser geflennt, weil ich von beiden Tieren vorbehaltlos bekam, was einem die Menschen immer öfter verweigern – Ehrlichkeit und Treue.
Diese Momente haben mich gelehrt, dass ich jeden Tag viel bewusster erleben sollte und Dankbarkeit sowie Demut zum Leben gehören. Tief in meinem Innern habe ich dieses große Mysterium gebeten, weitere Freunde bitte zu verschonen. Deshalb ist unsere Freundin Susanne noch immer hier, um mein Leben auf unnachahmliche Weise zu bereichern, und auch Petra war stark genug, diesen Kampf für sich zu entscheiden. Darüber bin ich sehr froh und glücklich.

Irgendwann zur Jahreswende klingelte wieder einmal das Telefon. Nichts Besonderes wenige Stunden vor Sylvester. Also nahm ich den Hörer in die Hand und erwartete einen der üblichen Sprüche. Doch was ich dann zu hören bekam, ließ wieder einmal mein Herz stottern und die Hände zittern, weil es so unfassbar und „unerwartet“ klang. Damals habe ich versucht, meine Gefühle mit Worten zu bändigen:

Manchmal ticken die Sekunden einfach weiter,
manchmal siegt das stille Hoffen dennoch über Angst,
manchmal gibt man alle seine Kräfte einem andern,
weil du manchmal um ein schwaches Leben bangst.


Mein Freund KUNDI hat seinen langen tiefen Schlaf überstanden, sein geschundener Körper ist wieder in die Gänge gekommen. Jedenfalls hoffe ich das und ich hoffe erst recht, dass er das Signal nicht nur gespürt, sondern auch wirklich verstanden hat. Ein „weiter so“, als wäre nichts geschehen, sollte keine Option sein. Das haben ihm viele seiner Freunde, darunter nicht wenige Musiker, deutlich gesagt. Wir alle wollen natürlich, dass der engagierte Musikliebhaber auch weiter auf „Mission Possiple“ für gute Musik und gegen schlechten Geschmack am Bühnenrand und in seinem kleinen Forum aktiv sein kann. Deshalb hatten seine Freunde von KLARtext die schöne Idee, eine kleine Feier als „Konzert für Kundi“ und als „beste Medizin“ für alle Freunde, auf die Beine zu stellen. Für mich ist es einer jener Tage, den man feiert, weil man es möchte und nicht erst wenn es „rundelt“ und nicht bei „passender“ Gelegenheit, sondern wenn aus einem Wunsch direkt eine Feier wird.

Das „Black Raven“ befindet sich mitten im Herzen von Hoyerswerda, versteckt hinter viel Grün direkt an einer Hauptstraße. Ein kleiner und gemütlicher Pup mit intimer Atmosphäre, bestens geeignet für eine Fete wie diese. Man steht an den Tresen gelehnt, das Glas füllt sich mit dunklem schottischem Bier und von der Ecke gegenüber lächelt das Gesicht eines „kokottierenden Wacholders“ herüber. Es ist kurz nach 21.°° Uhr, als Kundi sichtlich gerührt vor das Mikrofon tritt. Schön, dass DU da vor mir stehst. Vor einem halben Jahr war daran nicht zu denken.

Dieser Abend wird lang werden und er wird auch kein Konzert sein, wie man es sonst erlebt. Zwar kann man an Tischen in verwinkelten Ecken sitzen, aber die meisten suchen immer wieder Kontakt zu denen, die Spaß mit der Band haben möchten. KLARtext spielt eigene Lieder wie „Das Leben ist bunt“ oder „Rock’n’Roll bleibt“ und solche, die in der Lausitz und in Brandenburg geschrieben wurden und gesungen werden. Man singt laut „Herzblatt“ von GUNDERMANN mit und von SIX „Geiler ist es hier“, weil sowohl das eine, als auch das andere Gedanken aussprechen, die hier viele denken. Kein Wunder also, dass die Stimmung schnell am Kochen ist und so etwas wie familiäre Atmosphäre aufkommt.

Es ist ein ganz besonderer Moment, als später eine kleine Person in den bunten Dunst aus Spots und Bühnennebel tritt, um sich mit sehr persönlichen Worten bei all jenen zu bedanken, die der Familie und ihrem Bruder KUNDI in jenen schweren Tagen und Wochen zur Seite standen. Was uns Lissi, die eigentlich Kerstin heißt, mit bewegter Stimme zu sagen hat, geht allen tief unter die Haut. Eigentlich sagt sie nur, dass es gut und wichtig ist, eine Familie und Freunde zu haben. Vielleicht sind dies die schönsten Worte, voller Dankbarkeit und Liebe, die eine Schwester im Angesicht so vieler Menschen aussprechen kann. Da bin ich ganz und gar bei ihr.

Gast dieses Abends ist auch Uwe „Vize“ Reibold von der Magdeburger Band AufSturz. Kundi und Vize kennen sich schon viele Jahre und aus Zeiten, als es noch „singende Gruppen“ mit Wandergitarren gab, die eine bunte Mischung aus „kämpferischen“ Melodien und beliebten Folk-Songs unter die Leute brachten. So überrascht es nicht, dass es sich der Musiker an diesem Abend nicht nehmen lässt, einige seiner eigenen Lieder zu singen sowie solche aus jenen gemeinsamen Zeiten, als Bands wie Magdeburg, Lift und Transit mit ihren Liedern unsere Befindlichkeiten und Sehnsüchte formulierten.

Der Abend für KUNDI gestaltet sich zu einem fröhlichen Fest mit Freuden und ihrer musikalischen Erinnerungen bis spät in die Nacht und in den frühen Morgen. Genau so hatte ich mir diese Stunden auch vorgestellt und es ist schön, dass ich sie mit Freunden verbringen kann, die gerade weder einen Geburtstag oder ein anderes kalendarisches Datum feiern. Wir sind einfach nur der Gemeinsamkeiten wegen und der Freundschaft zu Ehren hier zusammen gekommen. Einen schöneren Anlass kann ich mir in diesen Stunden nicht vorstellen, höchstens den, bald wieder eines dieser „unerwarteten“ Feste der Lebensfreude zu begehen, frei nach dem Motto: carpe diem. Nutze den Tag, genieße das Leben und danke deinen Freunden.

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www.mein-lebensgefuehl-rockmusik.de
zuletzt bearbeitet 01.06.2014 17:15 | nach oben springen

#2

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 01.06.2014 17:34
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Mancher wird sich vielleicht wundern, dass ich bisher hier noch nichts zu dem Abend gesagt habe, aber ich bin noch dabei das alles zu verarbeiten.
Dieser Abend war so besonders und so intensiv an die Seele gehend, dass muss ich für mich erstmal sortieren und ich nehme mir ganz egoistisch auch Zeit dazu.
Das mit dem Zeit nehmen ist übrigens eine der Lehren, die ich aus der Krankheit gezogen habe.

Außerdem bin ich manchmal auch effektiv, um nicht faul zu sagen. Also warum sollte ich mir auch "doppelte Arbeit" machen, wenn ich schon mal alles geschrieben habe?
Damit ihr trotzdem auch schon eine kleine Vorstellung bekommt, wie es in mir aussieht, stelle ich jetzt mal kommentarlos meine ersten Beiträge aus dem "Gesichtsbuch" hier ein. Es gibt ja auch Leute, die nicht aktiv fratzenbooken;-).
Ich denke, persönlicher und authentischer geht es kaum noch

1.Eintrag vor ca. 8 Stunden:

Die Emotionen laufen immer noch über;-).
Es waren einzigartige Stunden im "Black Raven" Hoyerswerda. Wir haben geredet, gelacht, ein Bier oder auch 2 auf die Freundschaft getrunken und wir hatten gemeinsam viel Spaß.. Außerdem durften wir toller Livemusik von KLARtext und von meinem "alten" Freund Vize(dem Frontmann der Magdeburger Kapelle AufSturz) lauschen. Es war schlicht und einfach gigantisch.

Eigentlich fehlen mir auch die richtigen Worte um auszudrücken, was ich fühle. Das ging mir übrigens gestern am Mikro schon so;-).

Deswegen mache ich es jetzt ganz kurz:

DANKE für diesen wunderschönen Abend, liebe Freundinnen und Freunde!
IHR SEID DIE GEILSTEN!


2.Eintrag vor ca. 5 Stunden:

Als ich vorhin mit meinem Bienchen einsame Feldwege durchschritt, in den Ohren 2 kleine Männchen, die Musik vom Handy übertrugen, habe ich den gestrigen Abend und auch meine (Krankheits-) Vorgeschichte dazu noch mal Revue passieren lassen.

Mir sind dabei ein paar Tränen übers Gesicht gelaufen, aber es waren Tränen der Freude und des Glücks. Ich habe eine großartige Familie und ebenso großartige Freundinnen und Freunde. DAS ist für mich Glück und das zählt mehr als irgendwelche materiellen Kinkerlitzchen.

Das nenne ich auch Glück, dass befreundete Musiker für meine Familie und vielen FreundInnen einfach so musizieren. Der Abend hat gerockt!!! Ein besonders großes und liebes DANKE an Lakki, Enni, Cäsar und Karsten von KLARtext und ebenso DANKE an meinen "alten" Spezi Vize von der Magdeburger Band AufSturz

Es ist auch einfach unfassbar, was manche Menschen für Wege auf sich genommen haben, um mir mit ihrer Anwesenheit bei der gestrigen Mugge in Hoyerswerda eine Freude zu machen. Auch das nenne ich Glück. Sogar aus Magdeburg, aus dem tiefsten Erzgebirge, aus dem Striegistal, aus dem Kreis EE, aus Dresden, aus dem Raum Leipzig sind sie angereist. Da waren echt auch ein paar gelungene Überraschungen dabei. Mir schlug als ich den Abend am Mikro eröffnete und diese herzenswärmende Menge an lieben Menschen vor mir sah, das Herz bis zum Halse und das aus purer Freude. Das alles hat sich tief in meinem Herzen und meiner Seele eingebrannt. Wenn man dann noch bedenkt, dass da auch noch einige FreundInnen gestern echt verhindert waren, wird mir gleich noch mal warm um meinen Körpermotor namens Herz. Ich bin reich und so reich ist kein Millionär.
,
DANKE für diese Geschenke, DANKE für eure Liebe und Freundschaft!!!

Liebe Grüße vom eigentlich noch sprachlosen

Kundi


zuletzt bearbeitet 01.06.2014 18:13 | nach oben springen

#3

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 01.06.2014 18:55
von René | 23 Beiträge | 49 Punkte

Ich kann nur Kundi recht geben.Ein super Abend mit KLARtext und Vitze.Tolle Musik und super Stimmung. Ich bin immer noch überwältigt wenn ich an die Worte von Lissi und Hartmut denke.Es war auch schön Freunde wieder zu treffen z.B.Petra ,Peggy,Tina und Hartmut.Das machte den Abend noch schöner .

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zuletzt bearbeitet 01.06.2014 18:56 | nach oben springen

#4

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 01.06.2014 20:32
von PMausM | 1.524 Beiträge | 3211 Punkte

Getroffen haben wir uns vor 7 Jahren - in einem tollen Forum was da hieß: Puhdys, Ostrock und mehr. Dort bin ich vielen lieben Menschen begegnet und die Freundschaften haben sich über diese lange Zeit erhalten und haben sich intensiviert.
Ja, der Kundi fiel mir als einer auf, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, mit Sachverstand für die Musik von hier und mit Humor. Dieser wäre ihm Anfang dieses Jahres bald abhanden gekommen. Wie viele andere Freunde auch, haben wir gebangt und gehofft. Dass er sich derartig schnell wieder aufrafft hat, widerlegt sämtliche Vorurteile, die seinem Berufsstand anhaften. Also nicht alle Beamten sind langsam und unflexibel.

Klartext und auch den Vize von "Aufsturz" habe ich auch erst durch Kundis unermüdliches Trommeln im Net kennen gelernt. Beide Bands schätze ich und finde die Idee toll, so einen Abend kostenlos für die Fans zu veranstalten.
Es war kein Konzert, es war eine Party und ich bin froh, dabei gewesen zu sein. Dass so viele Freunde der aus Nah und Fern der Einladung folgen würden, hätte ich nicht geglaubt. Unsere Fahrgemeinschaft kam nach eine ellenlangen Umleitung gerade noch rechtzeitig an.
Mit dem Schwarzen Raben verbinden mich gute Erinnerungen an ein Konzert im Januar 13 - Hans die Geige und Proft - es ist mir deshalb so in Erinnerung geblieben, weil es das letzte, unbeschwerte Konzert war, bevor es mich gesundheitlich arg erwischt hatte. Dass ich gestern wieder dort stehen durfte, erfüllt mich mit Dankbarkeit.
So, nun was inhaltlich zu den Bands. Peggy als absoluter Neuling bei KT wird sicher auch noch was dazu sagen.

Wenn man nicht so oft bei einer Gruppe ist, fällt einem besonders auf, wie es vorwärts gegangen ist. Klartext ist gestartet, als eine Band, die konsequent eigene Titel spielt. Das kann man nicht genug bewundern in der heutigen Zeit. Viele Formationen verdienen leichteres Geld mit Nachspielen. Die Klartexter haben ein Botschaft die da heißt: Deutsch und zeitbezogene, kritische Texte. Rockig versteht sich von selbst. So was kommt bei mir immer an und nicht nur bei mir. Zwei Mal habe ich sie schon vor den Puhdys erlebt. Inzwischen sind sie musikalisch gereift und haben ein großes Repertoire. Sie covern natürlich auch, aber im Mittelpunkt steht Eigenes und Gerhard Gundermann. Wenn man aus der Gegend von Hoywoy ist, kann das nicht anders sein und das Publikum feierte gestern besonders bei Gundititeln.
Übrigens haben sie vor Kurzem in Chemnitz eine neue CD aufgenommen, auf die wir gespannt sein dürfen.

Große Verblüffung bei mir, als sie insgesamt 5 Titel von Six coverten, die prima ankamen. Six habe ich noch nicht gesehen, nur Ulli geht mir damit auf die Nerven *duck und weg*.
Nun bin ich total gespannt, Six das erste Mal in Freiberg zu sehen. In Kommunikation mit Künstlern bin ich eine Niete, ich bin schüchtern. Aber trotzdem habe ich den Frontmann von Klartext gefragt, wie sie ausgerechnet auf Six kommen. Er meinte, dass ihnen die Titel total gefallen und er hat einfach Robert Gläser gefragt, ob sie das covern dürfen.
Scheinbar extra für Kundi gab es das "Menschenmädchen", einen unveröffentlichten Song von Gundi. Hab ihn hier mal für die Nachwelt festgehalten.



Heimlich hatte ich gehofft, Vize, der Frontmann von "Aufsturz" und ein alter Freund von Kundi würde was zum Besten geben. Wir wurden nicht enttäuschst. Mein Lieblingstitel "An die Stars eine schönen Gruß" gab es tatsächlich auch. Aber Vize spielte auch alte Osttitel, die Kundi besonders liebt. Mit dabei "Ein Mädchen wie du" von Transit.
Zum Schluss spielte Vize mit Klartext noch Gundermann, einfach genial. Mal sehen, was ich davon noch ins Netz stellen kann.

Aber ein ganz besonderes Highlight gab es zu Ende des Konzerts vor der Tür. Mitten in der Stadt, eine Nachtigall, die ein umwerfend schönes Lied sang. Ich hab Kundi raus geholt, damit er die Darbietung nicht verpasst.


zuletzt bearbeitet 01.06.2014 20:33 | nach oben springen

#5

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 02.06.2014 14:57
von Lissi | 61 Beiträge | 141 Punkte

Ja,ich habe den Samstag auch erstmal sacken lassen und überlegt ob ich was schreiben soll bzw. will... Aber ich möchte noch ein paar Gedanken zum ganzen Thema loswerden,einfach um für mich den richtigen Abschluß zu finden.

Als mein Bruder damals im Koma lag und ich erstmal nicht wußte wie es denn überhaupt weitergeht habe ich mir genau überlegt, wem ich mich anvertraue bzw. wer mir in dieser Zeit zur Seite stehen soll... Diejenigen drei werde ich nicht noch mal benennen,sie wissen wie Dankbar ich Ihnen war und immer noch bin...Ich möchte hier noch einmal betonen das ich genau weiß, es hätte auch noch andere gegeben, die mir und meiner Familie zur Seite gestanden hätten... Auch überstanden ist und wollte meine Meinung dazu. Zuerst habe ich mich natürlich gefreut über die Frage und dachte Mensch das ist ja toll... aber nach ein /zwei Stunden dachte ich dann, die spinnen doch,das ist ja wohl zuviel der Ehre... und ja länger ich dann wieder nachdachte kam ich in so einen Zwiespalt... letztendlich fand ich es doch gut,weil ich ganz genau wußte wie Kundi und KLARtext zueinander stehen... Wenn ich damals gewußt hätte was für ein wunderbarer Abend mit Freunden und Familie daraus geworden ist,hätte ich mir nicht so viele Gedanken darum gemacht.

Für mich war und ist der vergangene Samstagabend aber auch irgendwie ein würdiger Abschluß zum ganzen Geschehen. Natürlich vergißt man das Alles nicht und ich muß sagen,ich beobachte meinen Bruder ganz genau und gucke immer ob alles in Ordnung ist ... denn sowas brauche ich nicht noch mal...

Dieser vergangene Samstagabend war von Anfang bis Ende so voller Emotionen für mich,das ich noch sehr lange davon Zehren kann. Natürlich habe ich auch ein paar Tränen kullern lassen aber diesmal welche vor Rührung nicht vor Angst. Und ich weiß ich habe bzw. wir haben Freunde auf die wir uns immer verlassen können.

Nach so einer Zeit hat man auch die Prioritäten für sich selbst neu definiert,egal was für andere Probleme man auch sonst noch hat – wichtig ist die Gesundheit ,Familie und gute Freunde. Und das man auch so schöne Abende wie diesen genießen sollte.

Ich weiß zwahr nicht ob das nun alles gelesen wird,ist auch ganz egal aber ich mußte das noch mal los werden und wo sollte ich sonst meine Gedanken preisgeben, wenn nicht hier in diesem Forum.

Seit lieb gegrüßt von Lissi


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#6

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 02.06.2014 15:24
von PMausM | 1.524 Beiträge | 3211 Punkte

Hallo liebe Lissi, du hast ja ein tolles Filmchen von Vize gemacht. Mir ist dort leider nichts gelungen - ausgerechnet da ist der Ton schlecht.
Aber ich hab mal ein Madley zusammen gestellt - extra für Ulli - Klartext spielt Six:



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#7

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 02.06.2014 17:51
von Peggy | 320 Beiträge | 669 Punkte

Samstag, 31.05.2014. Es ist 18:00 Uhr, als die S4 nach Hoywoy in den Leipziger Hauptbahnhof einrollt.
Vor mir liegt eine 2 1/2-stündige Fahrt - Zeit, die Gedanken kreisen zu lassen.

Da ist die Erinnerung an jenen Januartag dieses Jahres, als mich Lissi's Eintrag über Kundis sehr kritischen Gesundheitszustand eiskalt erwischt. Bange, düstere Tage/Wochen voller Sorge und Angst, einen sehr geschätzten, lieben Freund für immer zu verlieren, folgen. Tränen und Hoffnung geben sich die Klinke in die Hand.
Doch dann endlich die erlösenden Worte von Hartmut, dass Kundi erwacht und auf dem Weg der Besserung ist.
Doch der schwere Stein fällt mir erst wirklich von der Seele und vom Herzen, als ich Kundis erste eigene Zeilen, die er noch vom Krankenhausbett aus schreibt, lese. Zuversicht spricht daraus. Der Weg zur Genesung wird Geduld und Zeit brauchen - doch unser Freund und leidenschaftlicher Bühnenrandmissionar ist zurück im Leben!!! Das ist DAS WICHTIGSTE!!!

Es ist Ende Februar, als Kundi - zurecht sprachlos und gerührt - bekannt gibt, dass seine Freunde der Band KLARtext für ihn, seine Familie, Freunde usw. am 31.05.2014 im Hoyerswerdaer Irish Pub "Black Raven" ein Freundschafts-Konzert spielen werden. Diese Geste finde nicht nur ich bewegend und beeindruckend!
Für mich steht eigentlich sofort fest: Ich bin dabei, alles Andere wird sich organisieren und klären lassen.

Doch zurück zum Hier und Jetzt.
Ich freue mich unbeschreiblich auf das Wiedersehen mit lieben Freunden, auf einen Abend der ganz besonderen Art!!!
Und ich bin natürlich neugierig auf die Musik von KLARtext. Der Name der Band ist mir Dank Kundi schon lange bekannt, doch bis zu jenem 31.05.2014 hat sich einfach keine Möglichkeit für mich ergeben, eines ihrer Konzerte zu besuchen.

20:24 Uhr. Endlich ist der Zielbahnhof erreicht.
Petra holt mich ab. Die Fahrt mit dem Auto zum "Black Raven" ist kurz.

Kundi nimmt uns - soeben noch mit Hans (Wodka) telefonierend - herzlich in Empfang. Es ist einfach schön, diesen Freund wieder so erleben zu können und ihn fest in die Arme zu schließen!
Freue mich, diesen Abend neben Kundi u.a. mit Lissi, Rene, Petra, Tina, Hartmut, Holger und Sybille zu verbringen.
Drinnen herrscht ein fröhliches Miteinander. Menschen aus Nah und Fern: Kundis Familie, Freunde, Arbeitskollegen, die musikalischen Hauptakteure dieses Abends usw. Ich fühle mich schnell wohl und gut aufgehoben in dieser freundlichen Runde!

Und los geht's.
Ich habe - nicht zum letzten Mal an diesem Abend - Tränen der Rührung in den Augen und Gänsehaut, als Kundi kurz nach 21:00 Uhr das Mikro in die Hand nimmt und zur Begrüßung bewegt Worte des tiefsten Dankes an alle richtet.

Dann überlässt er die Bühne den vier KLARtextlern. Und sie rocken mit spürbarer Freude und Leidenschaft los! Der Funke springt schnell über. Eigene, handgemachte Rockmusik mit bodenständigen Texten - ich bin begeistert!!!
Ebenso gefallen mir die Titel, die sie von SIX spielen.
Und mir wird ganz warm um's Herz, als sie - auch im späteren zweiten Teil ihres Auftritts, dann gemeinsam mit dem "Vize" - einige Titel von Gundi zum Besten geben, u.a. "Herzblatt". Das von Petra hier eingestellte "Menschenmädchen" war mir bis dato absolut unbekannt. Großartig und einfach schön!!!!!
Sehr gefallen hat mir auch die KLARtext-Version von "Lied für Anja", im Original ja bekanntlich von den PUHDYS.

Der musikalische Staffelstab wird dann an "Vize" übergeben.
Seinerseits geht es mit ruhigeren Tönen - nur Gitarre und Gesang - weiter. Eine gelungene Mischung aus Liedern, deren Texte was zum ZUHÖREN sind! Mich zieht er damit in kürzester Zeit voll und ganz in seinen Bann. Lieber Uwe, Herzdank - Du hast mit Deiner Musik und Deiner sympathischen Art bleibende Spuren hinterlassen!!! Bei mir auf jeden Fall!

Unter die Haut gehen mir die Worte, die Lissi und Hartmut zwischendurch von der Bühne aus für Kundi, die Familie und Freunde finden.

Wunderbare, stimmungsvolle und unvergessliche Stunden mit lieben Freunden und toller Musik klingen gegen 00:30 Uhr aus. Ich bin zu tiefst dankbar, diese Momente mit allen vor und auf der Bühne teilen zu dürfen!
Was für ein unvergesslicher Abend in Frieden, ein Fest voller Lebensfreude, auf die Freundschaft und festen Zusammenhalt!!!
Danke an alle, die dies mit Herzenswärme ermöglicht und dazu beigetragen haben!

Kundi, Deine Empfehlungen haben bei mir mal wieder voll ins Schwarze getroffen!
An dieser Stelle möchte ich Dir gern einmal sagen, dass Du einen ganz entscheidenden Teil dazu beiträgst, meinen musikalischen Horizont zu erweitern. Musiktipps von Dir vertraue ich gern! Sie bedeuten mir sehr viel, haben für mich stets Hand und Fuß, Herz und Seele. DANKE DIR VIELMALS!!!!!

Sowohl KLARtext als auch der "Vize" haben mich überzeugt und begeistert. Ganz bestimmt werde ich wieder bei Euch vor der Bühne auftauchen.

Lieber Kundi! Ich wünsche Dir und Deinen Lieben alles Gute und Kraft! Halt die Ohren locker und pass auf Dich auf

Freue mich auf noch viele tolle gemeinsame Bühnenranderlebnisse mit Euch!


"Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse ..."

https://www.facebook.com/peggy.jacob.391?ref=tn_tnmn
zuletzt bearbeitet 02.06.2014 20:16 | nach oben springen

#8

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 03.06.2014 05:09
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Ich habe mal frech das tolle von Petra angesprochene Video der lieben Lissi hier eingefügt. In diesem Fall sehe ich nämlich auch keine rechtlichen Probleme:



DANKE auch für diese Aufnahme, liebe Lissi!

Gruß Kundi


zuletzt bearbeitet 03.06.2014 05:10 | nach oben springen

#9

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 03.06.2014 17:03
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Auch die örtliche Presse hat von dem Abend kurz Notiz genommen. Eine schöne Sache finde ich. Vielen Dank dafür.
Auch wenn der Schreiber meinen Nick- und Spitznamen nicht ganz genau getroffen hat. Ich werde aber immer noch Kundi genannt und das bleibt so. Na ja, wir waren an diesem Abend aber auch in GUNDI-Town, da kann man Kundi und Gundi schon mal verwechseln :

http://www.lr-online.de/regionen/hoyersw...art1060,4623042

Quelle: Online - Angebot der Tageszeitung Lausitzer Rundschau, Region Hoyerswerda www.lr-online.de

Gruß Kundi


zuletzt bearbeitet 03.06.2014 17:07 | nach oben springen

#10

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 03.06.2014 19:55
von Tina mit Hut | 277 Beiträge | 615 Punkte

Es war so ein schöner Abend! DANKE an alle die diesen Abend für Kundi, seiner Familie und Freunde möglich gemacht haben!

KLARtext hab ich leider schon etwas länger nicht mehr live gesehen und ich war begeistert!
Lakki macht sich als Frontmann richtig gut! Er hat Ausstrahlung und arbeitet mir dem Publikum! Neu war mir auch das KLARtext jetzt covert, was mir aber richtig gut gefallen hat.
Vize hat sich für den Abend die richtigen Lieder rausgesucht!
Der Abend war toll! Ganz viel schöne Musik und jede menge tolle Gespräche!

Hier ein paar Fotos

Angefügte Bilder:

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#11

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 03.06.2014 19:57
von Tina mit Hut | 277 Beiträge | 615 Punkte

und noch ein paar

Angefügte Bilder:

zuletzt bearbeitet 03.06.2014 19:58 | nach oben springen

#12

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 04.06.2014 04:52
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Ein paar Fotos kann ich auch noch hier in die Runde werfen.
Ich habe aber festgestellt, dass ich relativ wenig fotografiert habe und bei einigen wichtigen und sehr emotionalen Augenblicken,(zum Beispiel den schönen Reden von Lissi und Hartmut) die Kamera sogar vergessen habe.
Das ist aber nicht so schlimm, denn diese Momente habe ich mit dem Herzen auf meiner (Hirn-)Festplatte festgehalten.

Gruß Kundi

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 05.06.2014 16:57 | nach oben springen

#13

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 04.06.2014 20:32
von Holger | 196 Beiträge | 541 Punkte

Es war ein wunderbarer Abend mit vielen Freunden..
KLARTEXT hatten wir noch nicht live erlebt, es war ein schönes neues Erlebnis, sehr schöne Texte, die auch sehr gut zu verstehen waren. Beim Programmteil von VIZE war "Ein Mädchen wie du" ein besonderes Highlight.
Und die Emotionen kamen wohl auch nicht zu kurz.

Ich möchte auch noch ein paar Worte zu Kundi loswerden.
Wir waren am Vorabend bei einem Konzert des Hallenser Liedermachers PAUL BARTSCH in DD. Auf diesen wunderbaren Künstler wurde ich vor ein paar Jahren durch Kundis Konzertbericht von einem Auftritt beim Paulsfest in Halle aufmerksam. Sein fundierter Bericht hatte mich neugierig gemacht, es wurde bei PAUL die erste CD bestellt und die Musik hat uns nicht mehr losgelassen. Nochmals vielen Dank, Kundi,, was wären uns für schöne Silberscheiben und Konzerte entgangen, wenn es diesen Bericht nicht gegeben hätte.

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#14

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 05.06.2014 16:45
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Teil 1:

Ich kann diese Krankheit nicht einfach wegwischen. Sie traf mich wie ein Blitz und war schon ein herber Schlag ins Kontor für mein Umfeld und für mich. Mancher wird jetzt vielleicht denken, was jammert der denn noch oder schon wieder rum? Irgendwann muss auch mal gut sein. Außerdem gibt es sicher Millionen Menschen auf der Welt, denen es bedeutend schlechter geht Das stimmt sicher auch. Ich habe einen Heidenrespekt, wie andere Menschen mit ihren Krankheiten umgehen oder umgegangen sind Zum Beispiel haben Petra M. oder Bernd T. mir alleine schon mit ihren Beispielen auf meinem Weg zurück sehr viel geholfen. Ich habe mir einiges von ihnen abgeschaut unter Beachtung dessen, dass jede Krankheit und auch jeder Mensch anders sind.
Aber aus meiner Sicht kann ich sagen, wenn man erstmal selbst so eine einschneidende und lebensbedrohende Krankheit an der Backe hat, dann sieht man automatisch manche Sachen anders. Vielleicht rückt all das fremde Leid auf der Welt auch aus persönlichen Schutzgründen etwas in die Ferne um somit alle Kräfte auf die eigene Heilung zu konzentrieren. Ganz besonders heikel ist die Sache dann, wenn man auf der Intensivstation und dort sogar noch tagelang im Koma liegt und die Ärzte der Familie wenig Optimistisches sagen können.

Sicher sind das zum Teil sehr persönliche Dinge, die ich vor euch ausschütte, das ist mir durchaus bewusst. Mit Musik haben sie im scheinbar nur am Rande zu tun. Aber unser Leben besteht nicht nur aus Muggen, Halli Galli und Rock'n Roll. Wer sich intensiv in der Musikszene bewegt oder in ihr sogar verstrickt ist, der weiß, dass Krankheit und Tod keine seltenen und schon gar keine unbekannten Konstanten sind. Das betrifft nicht nur Musikerinnen / Musiker, sondern auch uns Muggenpilger und Konzertnomaden. Unsere Musikszene pulsiert, lebt trotzdem weiter. Auch wir haben jeder unsere eigene Geschichte und manchmal ist es auch ganz spannend hinter die menschlichen Fassaden zu schauen. Ich selbst tue das jedenfalls gerne. Auf den zweiten oder dritten Blick erschließen sich nämlich manchmal plötzlich ganz andere Sichtweisen und Zusammenhänge. Weiterhin gehört das alles, was ich heute hier schreibe für mich persönlich zu diesem Fest im "Black Raven" und auch wenn es sich für euch vielleicht ungeordnet liest, ist meine Schreiberei für mich alles andere als ein sinnloses Gekritzel, sondern auch ein Baustein die Sache zu verarbeiten. Ich will damit auch nicht auf die bekannte Tränendrüsen drücken. Das habe ich gar nicht nötig. Vielleicht gelingt es mir mit diesen Zeilen auch den Kopf freier zu bekommen und persönlich einen Schritt vorwärts zu kommen. Außerdem verschweige ich auch nicht, dass es mir einen gewissen Spaß macht, diese Zeilen in die Tastatur zu hämmern und anschließend dauerhaft für mich auf die Festplatte und für euch in dieses Forum zu meißeln, Niemand soll bitte davon ausgehen, dass ich nachfolgend umfassend, dokumentarisch, vollständig und chronologisch alles zu meiner Krankheit darlege. Das ist weder machbar noch von mir gewollt. Es werden eher einzelne Bausteine meines Gedankenhauses oder einzelne Splitter meines Lebensmosaikes aus einem relativ kurzen Abschnitt meines fast 50 jährigen Lebens sein. Genauer gesagt, werden es Erlebnisse, Fakten, Gefühle oder auch nur Schnipsel aufgeschnappter / gehörter Informationen sein. Wer es nicht lesen möchte, braucht es auch nicht zu tun;-). Ich bin mir aber ganz sicher, dass es mindestens eine Hand voll lieber Menschen gibt, die diese Zeilen mit ehrlichem und größtem Interesse lesen werden.Für diese Menschen und für mich selbst schreibe ich diese Zeilen.

"Rock ist die beste Medizin - KLARtext rockt für Kundi, Freunde und Familie" am 31.05.2014 im "Black Raven" Irish Pub Hoyerswerda war für mich kein Konzert unter vielen. Es war eigentlich überhaupt kein Konzert, sondern eine lebensbejahende Party, ein Fest der Lebensfreude oder wie es eine sehr gute und liebe Freundin unlängst mit einem Augenzwinkern in einem Facebook-Kommentar formulierte, "Kundi's Wiederauferstehungfest". An und für sich reicht das ja eigentlich schon, aber es war weit mehr als das für mich. Auch deshalb versuche ich diesen "Bericht" hier zu schreiben.
Achtung, jetzt kommen ein kleiner musikalischer und ein kleiner familärer Touch in die Geschichte : "Ist der Patient noch zu retten, zu retten zu retten.?"Intensivstation! Intensivstation!" - so fängt in meiner Erinnerung das 1982er Livealbum "Intensivstationen" von Udo Lindenberg an. Dieses Computerstimmen-Intro kommt mir seit dem Kranheitsfall immer wieder in den Sinn.
"Junge, bist Du noch zu retten?" Dieser Ausruf meiner Mutter ist mir aus Kinder- und Jugendtagen noch sehr gut in Erinnerung. Wenn dieser Spruch von ihr kam, hatte Klein-Kundi (der damals noch ein Klein-Gundi war) wieder mal irgendwas angestellt. Ich war ja kein pflegeleichtes Kind *grins*.

Fast wäre ich an diesem 30. Dezember 2013 nicht zu retten gewesen, wenn es nicht meine liebe Schwester Lissi, meine neue Hausärztin, Frau Dr. Katalin Györi und ein paar schnell reagierende Mediziner in der Chirurgischen Notaufnahme der Oberlausitzklinik Bautzen gegeben hätte. Die Krankheitsanzeichen waren zwar sehr deutlich, aber ich wäre wohl nicht von allein zum Arzt gegangen (was absolut falsch ist und die Chance auf Rettung auch deutlich vermindert!!!!) und es ist ganz allein Lissis Entschlusskraft, Urteilsvermögen und Durchsetzungswillen zu verdanken, dass ich mich in ärztliche Behandlung begab. Eigentlich war es schon bedeutend später als das bekannte Sprichwort "es ist 5 vor 12" für eine besonders heikle und knappe Situation sinnbildlich deutlich machen will. Es war sogar schon "5 Minuten nach 12" und wenn man bedenkt, dass die Sterblichkeitsrate bei dieser Krankheit im Allgemeinen abhängig vom Alter des Patienten, der Lokalisation usw. immer noch bei 10 - 25 % Prozent liegt, kann man wohl ermessen, dass ich auch einen riesengroßen und gütigen Schutzengel gehabt haben muss, der mich durch dieses Drama begleitet und geleitet hat.

Gruß Kundi


zuletzt bearbeitet 06.06.2014 05:05 | nach oben springen

#15

RE: KLARtext und VIZE rocken für KUNDI - Musik ist die beste Medizin

in Konzertberichte 2014 05.06.2014 16:54
von Kundi | 2.002 Beiträge | 4582 Punkte

Teil 2:

Angekommen im Krankenhaus lief die Rettungsmaschinerie sofort an und so schnell konnte ich gar nicht gucken wie ich nach ein paar Untersuchungen auf dem (Not- )OP-Tisch lag. Von diesem Augenblick an fehlt mir für ca. 14 Tage ein Stück Film (eher ein paar Rollen Film), denn ich lag dann ja ausgiebig im Koma. Was ich da geträumt habe, ist eigentlich schon wieder eine eigene Geschichte. Nur soviel dazu, dass diese Träume sehr umfangreich, intensiv waren und mir sehr real vorkamen. Übrigens tauchten darin Personen auf, die ich nie zuvor gesehen hatte, sich nach der Aufwachphase als Bedienstete des Krankenhauses herausstellten. Also ist es wahrscheinlich doch so, dass man im Koma bestimmte Sachen registrieren kann. Auch wegen der intensiven Träume war die ersten Tage nach dem Erwachen schwierig für meine Familie und auch für mich. Ich musste erstmal realisieren, was eigentlich geschehen ist und weiterhin auch noch sortieren bzw. ordnen was Realität und was Träume sind / waren. Ein Bild aus der Zeit meines Erwachens werde ich aber nie vergessen, selbst wenn ich 100 Jahre alt werde. Es ist meine 76 Jahre alte Mutti, die weinend und trotzdem mit einem Lächeln der Hoffnung murmelt, "jetzt wird alles wieder gut". Ich gebe zu, zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht ganz klar im Kopf, aber diese Szene enthielt so viel Liebe, bange Sorge, Hoffnung, die hat sich selbst aus diesem ganzen mich noch beherrschten und vermischten Brei aus Träumen schon deutlich herausgehoben.

Aber ich möchte auch auf keinen Fall verschweigen, dass ich in den allerbesten medizinischen Händen war. Die Ärzte, Schwestern und Pfleger haben Unglaubliches angestellt um mich zu retten und auch wieder aufzupäppeln. Das gilt besonders für die ganz kritischen Tage auf der ITS 11. Ich lag ja einige Zeit im Koma, aber das Team in Blau (auf der ITS trägt das Personal blau)hat sich aufopferungsvoll um mich gekümmert und was auch ganz wichtig ist, die verantwortlichen Ärzte haben meiner Familie gegenüber mit offenen Karten gespielt. Noch heute bin ich total davon beeindruckt, wie engagiert und mit wie viel Herzblut diese Leute ihren schweren Job getan haben, wie sie mich umsorgt, behandelt und gepflegt haben, wie sie es selbstverständlich immer im Dienste der Allgemeinheit tun. Diese Jobs sind gewiss auch nicht einfach und sicher manchmal auch belastend.
Ich verbrachte auf dieser Station3 Wochen, ungefähr 14 Tage davon lag ich im Koma. Zwei von insgesamt 3 Darmoperationen wurden in dieser Zeit durchgeführt.
Die nächsten 3 Wochen auf der Station 17 (Viszeralchirurgie) waren sicher auch nicht leicht, aber es ging täglich aufwärts. Es war herrlich, endlich wieder herumlaufen zu dürfen zu sitzen usw. Von der Zeit auf der ITS kehrte ich ja sehr geschwächt zurück. Hier auf der 17 liefen alle Profis in weiß herum, aber tolle Jobs erledigten sie auch. Man mag es kaum glauben, aber in 3 Wochen bilden sich viele Muskeln sehr schnell zurück. Ich musste praktisch von Null anfangen, musste wieder lernen die Arme zu heben, die Beine zu bewegen usw. Erste Übungen haben schon die letzten Tage auf der ITS angefangen. Da man dort aber fast ständig mit Schläuchen, kabeln usw. an allen möglichen Apparaten hängt kann man dort selbst beim besten Willen nicht viel tun.

Auf der Station 17 tat ich dann alles, was ich tun konnte, um wieder fit zu werden. Dazu gehörten Spaziergänge über den Flur, Treppen steigen und auch Bewegungsabläufe wieder zu erlernen. Die dritte und letzte Operation am 03. Februar war für uns alle eine Erlösung, denn da wurde wieder "zusammengebastelt", was zusammen gehört und ich war nach 4 Wochen als Känguru-Mensch meinen künstlichen Darmausgang samt Beutel wieder los. Was war das für ein Glücksgefühl war, auch wenn die Operationsnarben noch einige Wochen schmerzten und sich alles (also ich meine jetzt die Verdauung) auch erst wieder einspielen musste. Kurz vor der Entlassung, genauer am Freitag davor, bekam ich meinen ersten und einzigen Krankenhauskoller. Ich war einfach am Ende mit meinen Nerven und ich wollte endlich heim. Dass meine Familie in den Personen von meiner Mutti und von Lissi diesen Koller voll abfedern musste, tut mir natürlich besonders leid. Verdient haben sie so einen Vulkanausbruch jedenfalls nicht. Aber ich konnte das damals nicht steuern. Übrigens hat dieser Krankenhausaufenthalt insgesamt ca. 34000 Euro gekostet. Als Privatpatient bekommt man ja die Rechnungen zwecks Begleichung zugeschickt. Ich hatte aber keine Probleme mit der Abrechnung private Krankenversicherung und auch mein Dienstherr zahlten schnell und unkompliziert ihre Anteile.

Endlich daheim konnte ich mich viel besser betun und es ging steil nach oben. Ich wollte auch erst gar nicht in Selbstmitleid versinken und ich ging sehr schnell zu einem normalen Leben über. Das erste Konzert besuchte ich noch in der Entlassungswoche unter strenger und liebevoller Aufsicht meiner Geschwister. Die liebevolle Fürsorge meiner Familie und FreundInnen begleitete mich und oft bekam ich mahnende Worte es ruhiger anzugehen. Mir tat das gut, aber ich wollte ja nicht daheim versauern, sondern auch für die Tagesaufgaben im Beruf wieder fit werden. Bald ging ich auch wieder arbeiten.
Wenn wir schon bei der Familie sind, möchte ich aus meiner Sicht sagen, dass unser Clan in dieser schweren Zeit enger zusammengerückt ist und meine Lieben alles tat, was in ihrer Macht stand, um mir zu helfen. Das ging sogar so weit, dass meine Familienmitglieder in meiner Abwesenheit meine Wohnstube komplett renoviert und neu eingerichtet haben, um mir auch damit optisch einen Neuanfang zu verdeutlichen. In Prinzip stimmt das ja auch. Man kann den 30.Dezember sicher auch zu meinem neuen Geburtstag erklären. Sehr gut war auch, dass meine engsten Freunde und Freundinnen
meiner Familie mit Rat und Tat zur Seite standen. Das war aus meiner Sicht gut, richtig und wichtig. Ich bin äußerst dankbar, dass das alles so geklappt hat.

So eine ganz kleine Frau, kaum 1,50 m groß (wir sagen manchmal scherzhaft, sie kann kaum über den Tisch gucken) wuchs in dieser Notsituation über sich hinaus und wurde zur Riesin. Wie eine Löwenmutter um ihre Jungen kämpft, kämpfte sie für unsere Familie und auch für mich. Unvorstellbar, wie sie die Fäden alle in der Hand behielt zu Tina, zu Hartmut, zu Vize, zu meinen Arbeitskollegen usw. Auch wie sie hier im Forum sowie auf meiner Facebookseite behutsam Informationen streute verdient uneingeschränkt meine Zustimmung und Dankbarkeit. Anders herum ließ sie auch mich wissen, wie die Welt draußen aussieht, wie sich viele Menschen Sorgen um mich machten. Sie bemuttelte (oder besser beschwesterte mich) bei jedem Besuch und ich wurde täglich im Krankenhaus besucht. Auch meine Mutter saß fast täglich an meinem Krankenbett. Wieviel Überwindung unseren "Kleinen" (René) die Besuche im KH gekostet haben, kann ich mir auch lebhaft vorstellen. Egal wie das Wetter war, was für Tagesaufgaben anstanden oder ob ich im Koma lag, spielte keine Rolle. Meine Familie war zur Besuchszeit da und das war einfach unheimlich motivierend für mich. Aber der Kopf von allen war die kleine Powerfrau aus dem Nebenhaus. Sie organisierte, verbreitete Optimismus und kämpfte. Bei ihren Besuchen ließ sie sich von Kummer nichts anmerken. Woher hat sie nur diese Kraft genommen?????

Ich sehe sie noch vor mir, wie sie mehrmals mit einem Packen ausgedruckten Foren- und Facebookeinträge anrückte, um mir auch so auch eure Grüße, Wünsche und positiven Gedanken zu überringen. Sie berichtete mir von den Telefonaten und sie erzählte mir auch wie es meinem Bienchen geht. Aber kommen wir mal zurück zu den angesprochenen Grüßen, Wünschen usw. Ich habe in den letzten Monaten sicher mehr als 1 Mal geweint und immer dann wenn ich die gerade angesprochenen Botschaften lese, bin ich immer gerührt und die salzigen Perlen kullern wieder. Beim ersten Mal war es mir vor mir selbst ein bissel peinlich, denn harte Männer tanzen nicht nur nicht, sondern sie weinen auch nicht. Aber mich haben diese Tränen auch etwas erleichtert, denn ich konnte, damit die auf mir liegende Last der Krankheit symbolisch auf viele Schultern verteilen und diese Tränen haben auch einige innere Blockaden gelöst. Es ist einfach immer wieder überwältigend eure Anteilnahme zu spüren und zu lesen. Das alles gab und gibt mir auch ein Gefühl von Geborgenheit, Freundschaft und Liebe. Ich denke, auch für meine Familienmitglieder war diese Welle der Sympathie, die da im Netz rollte, unheimlich wichtig. denn sie konnten deutlich spüren, dass sie mit ihren Ängsten, Sorgen und Nöten um mich nicht alleine standen. Auch jetzt erhalte ich noch bei persönlichen Begegnungen am Bühnenrand so viele Signale der Unterstützung und der Freude, dass ich wieder da bin. Wenn ich daran denke, habe ich gleich wieder einen großen Kloß im Hals.

Ich bin euch allen dankbar, dass ihr in der Zeit der Not an mich gedacht habt, dass ihr euch gesorgt habt und viele positive Wünsche auf die Reise zu mir geschickt habt. Glaubt mir, so etwas hilft unheimlich und es tut gut. Dass ich ganz besonders stolz auf meine von der besten Krisenmanagerin der Welt (Lissi) durch diese stürmische See geleitete Familie bin und für dieses Familienglück auch sehr dankbar bin, versteht sich wohl von selbst.
Nicht zuletzt möchte ich den Ärzten, Pflegern und Schwestern im Krankenhaus (Oberlausitzkliniken Bautzen Stationen 11 und 17) noch mal ausdrücklich danken. Dass ich diese Zeilen überhaupt noch schreiben kann bzw. darf, geht zu großen Teilen auf ihre Kappe.
Ich muss mir ja als Beamter im Krankheitsfall nicht wirklich Sorgen um meinen Job machen, aber auch meine Kollegin und meine Kollegen aus dem Sachbereich haben super menschlich und wirklich großartig reagiert. Danke auch dafür.

Ich wurde in einem sicheren Netz über den Abgrund des Todes getragen und an den vier Ecken des Netzes trugen mich meine Familie und meine engsten Freunde, meine Freunde und Sympathisanten, die Ärzte und das Pflegepersonal sowie meine Arbeitskollegen. Das wird mir immer in dankbarer Erinnerung bleiben.Durch euer Tragen bin ich an einem neuen Lebensabschnitt angekommen.

Gruß Kundi


zuletzt bearbeitet 01.01.2015 15:23 | nach oben springen


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